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Sicherheitslücke am Flughafen

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Der Reporter an der Sicherheitsschleuse. Foto: MDR

„Plusminus“-Reporter schmuggelt Pyrowatte durch die Kontrollen

München – Wie sicher sind die Kontrollen am Flughafen München? Könnte jemand Bauteile für einen Sprengsatz problemlos ins nächste Flugzeug schmuggeln? Dieser Frage ging jetzt ein Reporter des ARD-Magazins „Plusminus“ nach. Mit erschreckendem Ergebnis: Der 38-Jährige kam durch alle Kontrollen, saß später im Flieger – mit genug Sprengkraft, um ein Loch in das Flugzeug zu reißen.

Reporter Cornel Bunz hatte beim Test freiverkäufliche Pyrowatte (Schießbaumwolle) im Handgepäck. Sie ist sehr schwer von Kosmetikwatte zu unterscheiden. „Sicherheitspersonal hat praktisch keine Chance, die Pyrowatte als Gefahrenstoff zu erkennen, weder am Geruch, noch an einem anderen Merkmal. Da hilft auch kein Sprengstoffhund“, erklärte der Sicherheitsexperte Sven Schrader in dem TV-Beitrag, der gestern ausgestrahlt wurde. Und so wird Bunz auch problemlos durch die Kontroll-Schleuse gewunken. „Ich war schon sehr nervös“, erzählt der Journalist. „Habe mich aber doch gewundert, wie leicht das ging.“

Pyrowatte wird oft von Zauberern für Explosions-Tricks verwendet – kleinere Mengen sind im Internet schon für rund sieben Euro zu haben. Das Gefährliche ist: In Kombination mit ein paar anderen Utensilien, die auch unauffällig und frei verkäuflich sind (welche, wird aus Sicherheitsgründen nicht gesagt) wird die Watte zur Bombe.

Wie groß die Sprengkraft ist, zeigen die Reporter auch: Problemlos lässt sich ein großes Fass damit in die Luft jagen. Nach der Experteneinschätzung reicht die Kraft aus, um Personen in unmittelbarer Nähe zu töten und ein Loch in die Außenwand zu reißen. Laut Luftfahrtamt ist es verboten, Pyrowatte in ein Flugzeug zu bringen.

Die Regierung Oberbayern will durch die von „Plusminus“ aufgedeckte Sicherheitslücke bei Pyrowatte aktiv werden und zusammen mit der Bundespolizei prüfen, „ob und inwieweit Pyrowatte für den vorsätzlichen Eingriff in die Sicherheit des Luftverkehrs Verwendung finden kann“, erklärte eine Sprecherin.  age

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