Sextäter überfällt 32-Jährige in ihrer Wohnung

Unbekannter gibt sich am angekündigten Tag der Wasserablesung als angeblicher Stadtwerke-Mitarbeiter aus und vergewaltigt sein Opfer. Ein außergewöhnlich perfider Vergewaltigungs-Fall hat sich im Stadtteil Gern ereignet.

Ein unbekannter Mann nutzte in einem Wohnhaus einen Aushang der Stadtwerke aus, der besagte, dass am 19. März dort die Wasserstände abgelesen werden sollten. Der Mann gab sich an diesem Tag als SWM-Mitarbeiter aus und fiel über eine 32-jährige Bewohnerin her.

Wegen der ungewöhnlichen Konstellation mit dem Stadtwerke-Termin hatte die Polizei den Fall zunächst nicht öffentlich gemacht. Laut Ignaz Raab vom Dezernat für Sexualverbrechen kann mittlerweile jedoch ausgeschlossen werden, dass der tatsächliche SWM-Mitarbeiter, der am besagten Mittwoch dort die Wasserstände ablas, etwas mit der Tat zu tun hat.

Nach Angabe der Polizei hatte der Täter gegen 8.30 Uhr bei der 32-jährigen Altenpflegerin geklingelt, die alleine in ihrer Ein-Zimmer-Wohnung an der Pegnitzstraße war. Als sie öffnete, stand ihr bereits ein unbekannter Mann direkt gegenüber und gab an, von den Stadtwerken zu sein. Die Frau verwies ihn zum Wasserstand ablesen in den Keller und wollte die Tür bereits wieder schließen – der Mann stellte seinen Fuß jedoch sofort in den Türspalt und drückte diesen vehement auf. Sodann stieß er die 32-Jährige auf ihre Schlafcouch und vergewaltigte sie über einen längeren Zeitraum. Die Frau konnte sich kaum wehren. Anschließend drohte der Täter ihr, dass sie niemandem etwas sagen dürfe, da er schließlich wisse, wo sie wohne. Danach verließ er das Appartement und ließ sein verschüchtertes Opfer zurück.

Die Altenpflegerin, die erst kürzlich nach München gezogen war, ging wenig später zunächst zu ihrer Hausärztin und erst anschließend zur Polizei. Laut Kriminalhauptkommissar Raab konnte ein komplettes DNA-Muster des Täters gesichert werden. Allerdings gab es keinen Treffer in der Datenbank der Polizei. Dass der tatsächlich an diesem Vormittag in dem Mehrfamilienhaus tätige SWM-Mitarbeiter nichts mit der Tat zu tun hat, wurde inzwischen sowohl per DNA-Abgleich als auch vom Opfer bestätigt.

Die Polizei (Telefon 089/29 10-0) hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung auf den gesuchten Täter. Dieser soll nach Angaben des Opfers 1,75 bis 1,80 Meter groß und 40 bis 50 Jahre alt sein. Er ist schlank, solariumgebräunt und hat kurze braun-grau-melierte Haare. Er trug eine Goldkette um den Hals und ist vermutlich Raucher (Menthol-Zigaretten). Bekleidet war er mit einer grauen Jacke, Bluejeans, weißem Hemd oder T-Shirt, er hatte einen hellgrauen Rucksack bei sich. Außerdem soll er Berliner oder Brandenburger Dialekt gesprochen haben. sven rieber

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