Rom schweißt zusammen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Bayern auf dem Petersplatz: Die Ministrantengruppe aus Ebersberg um Benedikt Luberstetter und Anna Matejka (2. u. 3. v. li.) kurz vor Beginn der Papstaudienz. Foto: privat

Auch Rom schwitzt in der Sommerhitze – und 5500 Jugendliche aus der Region schwitzen mit: Sie sind zurzeit auf Ministrantenwallfahrt in der Ewigen Stadt. Höhepunkt war gestern die Audienz bei Papst Franziskus mit rund 60 000 Messdienern aus 18 Ländern.

Ministrantenwallfahrt

von Josef Ametsbichler

Rom/Ebersberg – Suche den Frieden und jage ihm nach – so lautet das Motto der diesjährigen Ministrantenwallfahrt nach Rom, für die auch 5500 Jugendliche aus den Pfarreien der Erzdiözese München und Freising in die Ewige Stadt gereist sind. Doch Jagdszenen spielen sich in den Gassen rund um den Petersplatz nicht ab. Dafür ist es mit bis zu 39 Grad schlicht und einfach zu heiß.

Trotzdem wurlt es in der Stadt. Grüppchen gut gelaunter Strohhutträger fluten schon seit Samstag die Parks, Gassen und U-Bahnen, wo sie sich von Brunnen zu Brunnen und Schattenplätzchen zu Schattenplätzchen retten. Sie sind jung und sie sind viele: 60 000 Ministranten aus 18 Ländern sind wie eine friedliche Invasion über die Stadt gekommen.

Mittendrin im Getümmel: Anna Matejka und Benedikt Luberstetter. Die 17-jährige Schülerin und der 18-jährige angehende Kunstschmied sind mit ihrer Ministrantengruppe der Pfarrei St. Sebastian Ebersberg Teil der Pilgerreise. „Das Highlight sind die anderen Ministranten“, sagt Luberstetter. Ob am Kolosseum, am Pantheon oder in der Eisdiele: Ständig begegnen die zwölf Ebersberger, die zwischen 14 und 21 Jahre alt sind, ihren Kollegen – allesamt erkennen sie sich an ihren Strohhüten, Pilgertüchern und Armbändern, deren bunte Aufstecker die jungen Pilger der verschiedenen Nationen fleißig untereinander tauschen. „Wir haben alle etwas gemeinsam. So kommt man gut miteinander ins Gespräch“, sagt Matejka. „Egal ob auf Deutsch, Englisch oder mit Händen und Füßen.“

Was sie alle verbindet, die Großen und die Kleinen, die Ungarn, Deutschen und Franzosen, zeigte sich gestern Nachmittag, als die 60 000 Teilnehmer zu einer großen Herde verschmolzen: bei der Audienz und dem gemeinsamen Gebet mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz. „Wann sonst hat man schon mal diese Gelegenheit“, sagt Benedikt Luberstetter, der von der Wallfahrt im Vorjahr so begeistert war, dass er gleich noch ein zweites Mal mit seiner Truppe nach Rom gereist ist.

Auch wenn der Schweiß fließt und die Füße ob des römischen Kopfsteinpflasters schmerzen – schon jetzt haben sich die Ebersberger bei den Spieleabenden im Hotel viel zu erzählen. Das Rom-Erlebnis schweißt sie zusammen. Es wird wohl ein bisschen Wehmut aufkommen, wenn es nach dem gemeinsamen Abschlussgottesdienst der 5500 Ministranten der Diözese München und Freising am Freitag wieder nach Hause geht. Ein Fazit wagt Anna Matejka schon jetzt: „Wunderbar!“

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare