Schutzmasken in der Region Rosenheim Mangelware - Stadt und Landkreis schließen Millionen-Deal

Schutzmasken von Hand genäht – auch diese Spenden sind im Katastrophenfall gefragt.
  • Rosi Gantner
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Die Corona-Pandemie ist auf dem Vormarsch - und in der Region Rosenheim fehlt es extrem an Schutzausrüstung. Ärzte wie auch Pflegekräfte sind davon massiv betroffen. Stadt und Landkreis haben nun in ihrer Not einen Millionen-Deal geschlossen - und sich 1 Million Atemschutzmasken gesichert. Das steckt dahinter.

Rosenheim – Die Schutzausrüstung für Ärzte und Pflegekräfte in Stadt und Landkreis ist knapp, der Mangel extrem. Das bestätigt auch einer der örtlichen Einsatzleiter Katastrophenschutz, Kreisbrandrat Richard Schrank: „Wir benötigen dringend Schutzausrüstung, es reicht bei Weitem nicht.“

Lieferungen: Zumeist Fehlanzeige

Lieferungen von Seiten des Bundes in die Region: zwischen sporadisch und Fehlanzeige. Seit Tagen sind keine Schutzgüter mehr im THW-Lager in Heufeld (Marktgemeinde Bruckmühl), von wo aus sie unter Polizeischutz verteilt würden, angelangt. „Die letzte Lieferung kam Anfang der Woche“, sagt Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes, auf Anfrage.

Millionen-Deal von Stadt und Landkreis

Die Materialbeschaffung ist deshalb auch ein bedeutender Punkt im Katastrophenmanagement geworden. So konnten Stadt und Landkreis offenbar kurzfristig und auf Vermittlung der beiden CSU-Abgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer, gleichzeitig künftiger Landrat, eine Million Atemschutzmasken erwerben. Stückpreis: 1,87 Euro – und damit gesamt 1,87 Millionen Euro. Wobei die Rechnung erst mit Erhalt der Ware beglichen werden soll, wie sowohl im Rosenheimer Stadtrat (neu: „Pandemie-Ausschuss“) wie auch von Seiten des Landratsamtes ausdrücklich betont wurde. „Wir haben versucht, uns abzusichern, wo es nur geht“, unterstreicht Behördensprecher Fischer. „Uns ist bewusst, dass es derzeit diverse Personen gibt, die Kapital aus dem Mangel schlagen wollen, deshalb müssen wir jetzt abwarten, was bei uns ankommt.“

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Sollten die Masken geliefert werden, gingen 300 000 Stück an die Stadt, 500 000 Stück an den Landkreis Rosenheim und die übrigen 200 000 nach Miesbach, da in einem Rettungszweckverband zusammengefasst.

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Bis dahin sind die Ärzte und Einrichtungen weiter auf Spenden angewiesen. Um die vielen freiwilligen Helfer zu vernetzen, speziell was das Nähen von Masken anbelangt, hat der Kreisfeuerwehrverband Rosenheim eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Sie lautet maskenhilfe@kfv-rosenheim.de. Auf diesem Weg wird versucht, die Näher zu vernetzen.

Aiwanger-Stoffrollen endlich angekommen

Auch die von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger angekündigten Stoffrollen sind inzwischen im Landkreis angekommen, bestätigt Fischer auf Anfrage. Vorerst vier Stück, weitere acht seien zugesagt. Pro Rolle ließen sich etwa 2000 Masken fertigen.

Unternehmen helfen und spenden

Des Weiteren hebt Fischer hervor, dass viele Unternehmen in der Region mit ihren Möglichkeiten helfen. Aktuelles Beispiel: Clariant in Bruckmühl habe 2000 Liter Händedesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Die notwendigen PET-Flaschen kämen von Krones, Mühlberger in Raubling fülle die Flaschen ab.

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