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Kultusminister Piazolo gegen CSU

Streit um die Maskenpflicht an den Schulen

Kein Zutritt ohne Maske: Bayerische Schüler müssen sie derzeit (noch) tragen.
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Kein Zutritt ohne Maske: Bayerische Schüler müssen sie derzeit (noch) tragen.
  • Dirk Walter
    vonDirk Walter
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Soll mit sinkenden Corona-Inzidenzzahlen auch die Maskenpflicht an den Schulen fallen? Die bayerische Politik ist uneins.

München – Wie sich die Dinge gleichen: „Kultusministerium: Masken an Schulen nicht nötig“, wurde im April 2020 getitelt. Wir erinnern uns: Damals war es noch medizinisch umstritten, ob und wie Masken an Schulen die Pandemie eingrenzen – mit der Folge, dass jeder seine eigene Weisheit erfand.

Manche verordneten als Schulträger Masken für Schüler und Lehrer, andere nicht. Das Kultusministerium („aus medizinischer Sicht grundsätzlich nicht erforderlich“) schwenkte bald um, stellte Starter-Pakete zur Verfügung – keine FFP2-Masken freilich, sondern waschbare Exemplare der Marken „Transtextil“ und „Cosmira“, die heute allenfalls fürs Museum taugen.

Streit um Masken entbrennt neu

Das ist Geschichte – der Streit um die Maske jedoch nicht. Im Gegenteil: Er entbrennt jetzt erneut: Schulminister Michael Piazolo klingt wie ein FDP-Politiker, wenn er sagt, die Maskenpflicht sei „ein großer Eingriff in die Freiheit“, den man „immer wieder kritisch hinterfragen“ müsse.

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Viele Eltern dürfte der Schulminister auf seiner Seite haben, wenn er jetzt eine Lockerung im Freien auf dem Schulgelände und am Sitzplatz fordert (nicht aber beim Bewegen im Schulhaus). BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann berichtet von einer „Flut von E-Mails“ aus der Elternschaft, dass sich ihr Verband doch bitteschön für die Abschaffung der Masken einsetzen solle.

Thema beschäftigt Eltern

Es gab sogar schon Gerichtsurteile – etwa am Amtsgericht Weilheim –, durch die einzelne Eltern die Maskenbefreiung für ihr Kind durchsetzen konnten. Das Thema treibe Eltern zum Teil wahnsinnig um, berichtet Henriek Paede vom Bayerischen Elternverband. „Viele berichten uns, dass ihre Kinder unter der Maske leiden.“

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Doch man müsse differenzieren: „Wir wissen nicht, ob das die Mehrheit ist.“ Klar sei aber, dass die Kinder jetzt mit dem Anstieg der Temperaturen unter den Masken schwitzen. Auch der Unterricht sei erschwert, „man sieht ja die Mimik der Kinder nicht“. Simone Fleischmann, die ja die zum Teil noch nicht geimpften Lehrer vertritt, ist trotzdem vorsichtig.

Masken weglassen: Folgen medizinisch unklar

„Es ist medizinisch doch noch nicht klar, ob man die Masken im Klassenzimmer weglassen kann“, sagt sie vorsichtig. Das führe „zur Unsicherheit bei den Lehrern“. Ähnlich drückt es Michael Schwägerl vom Philologenverband aus. Er rät zu „schrittweisem“ Vorgehen und will Beratung durch die Wissenschaft über verbleibende Infektionsrisiken. Ob sich Piazolo durchsetzen wird, ist ohnehin ungewiss.

Er kündigte an, das Thema im Ministerrat zur Sprache zu bringen. Die CSU tritt aber schon auf die Bremse. „Der Präsenzunterricht hat in vielen Schulklassen erst vor zwei Tagen wieder begonnen – und in manchen noch gar nicht“, sagt Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU). Hektik sei unangebracht.

Lockerungen trotz CSU-Widerstand denkbar

Gleichwohl scheinen Lockerungen vorstellbar – dass die CSU sich zu 100 Prozent durchsetzt: unwahrscheinlich. Verschiedene Lockerungs-Varianten sind denkbar: Möglich ist, dass die Maskenpflicht zunächst an den Grundschulen entfällt. Diese Versuche gab es schon einmal, kurz nach Einführung der Maskenpflicht an Bayerns Schulen im September.

Damals hob Münchens OB Dieter Reiter (SPD) den Maskenzwang an Grundschulen vorübergehend auf. Möglich wäre auch ein anderer Kompromiss: die Maske im Schulhof fällt, die im Klassenzimmer bleibt.

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