NEUE SOZIALMINISTERIN

Schreyer: „Ein-Eltern-Familien“ besser helfen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Kerstin Schreyer(46, CSU): „Lieber ehrlichsein als nur gut klingen“

München – Bayerns neue Sozialministerin Kerstin Schreyer ruft die Politik auf, nicht mehr von „Alleinerziehenden“ zu reden, sondern von der „Ein-Eltern-Familie“.

Der Begriff „alleinerziehend“ klinge „immer nach reduziert und erscheint weniger wert. Aus dieser Stigmatisierung müssen wir raus“, sagte die CSU-Politikerin unserer Zeitung. „Diese Form der Erziehung ist nicht weniger, sie ist nur anders.“

Schreyer (46) ist seit einem Monat im Amt, eines von sechs komplett neuen Kabinettsmitgliedern der Regierung Söder. Die Unterhachingerin will sich als Ministerin darum kümmern, wie die Politik „unterschiedliche Familienformen besser unterstützen“ könne. Zudem wolle sie den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken. „Unsere Aufgabe ist, Ansprechpartner zu sein für diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“ Im Sozialbereich müsse man sich stärker das Thema Armut und Obdachlosigkeit anschauen: „Liegt es an sozialen Härten? Oder sind diese Menschen psychisch so beeinträchtigt, dass sie den Weg in die Gesellschaft nicht mehr gefunden haben?“

Persönlich kündigt Schreyer an, weiter ab und zu anecken zu wollen. „Wir haben zu viele Politiker, die jedem alles recht machen wollen. Ich gehöre zu denen, die offen und ehrlich sagen, wenn etwas nicht geht.“ Damit mache sie bisweilen Menschen nicht glücklich. „Wir müssen uns als Gesellschaft entscheiden: Wollen wir ehrliche Politiker haben – oder solche, die zwar gut klingen, aber am Ende des Tages knapp an der Wirklichkeit vorbeilaufen.“

Kurios: Schreyers Karriere wäre fast an ihrer Schüchternheit gescheitert. Das erste Treffen der Jungen Union 1988 hatte sie wieder verlassen, weil sie sich nicht getraut hatte, die jungen Politiker anzusprechen. „Man kann es sich heute nicht vorstellen, aber ja: Ich war mal sehr schüchtern.“ Martin Becker

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare