Schnulzn-Report

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Herbert Schneider
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Herbert Schneider

An dieser Stelle schreibt jeden Samstagunser Turmschreiber

Heimatkolumne

Wenn der arme schöne

Lumpensammler,

der die Lumpen sammelt

und die Flaschen auch,

Liebeslieder in die

Höhe stammelt

bei den Aschentonnen,

wo die Reichen wohnen, denn er liebt die junge

Erbin Olga Schulze: -

dann is des

a schöne Schnulze.

***

Aber mia braucha heit alle,

weil die Blume der

Romantik nimmer blüaht,

irgendan Ersatz fürs Gmüat,

so a Art seelische

Schweinskopf-Sulzn.

Und des san de Schnulzn!

***

Armer Lumpensammler,

schmachtest du vergebens?

Sind nur Lumpen, Flaschen,

Abfall Inhalt deines Lebens?

Nein, ach nein,

das darf nicht sein!

Olgas Augen

ruhen hold auf dir!

Unterm Mieder wird ihr

und sie weiß nicht wia!

***

Sowas gfreit uns,

weil de Gschichtn,

de de Schnulzn-

Fabrikantn dichtn,

müaßn konsequent

als Schnulzn weitergeh.

Weil sunst waar ja

ois umsunst

und des Ganze

vielleicht Kunst

und dann bloß mehr

halb so schee!

***

Und sie wirft ihm

eine rote Rose

aus dem Fenster

vor die zrissne Hose.

Ehrfurchtsvoll drückt er

sie an die Lippen

und verwahrt sie unterm

Hemd an seinen Rippen.

***

Was a Schnulzn is,

der graust vor nix

und si arwat aa

mit alle Trix.

Uns iss recht, mir wolln

nix anders ham

als wia Schmalz

nach Pfund und Kilogramm!

Grausam ist der Vater

und dagegen,

Olga weinet bis zu

seinem Segen.

***

Lumpensammler,

es ist ausgelumpt,

lass das Sammeln

von dem alten Glump!

Millionär wirst du,

mit froher Miene

fährst du vor

in einer Limousine.

Hochzeit ist mit

Sekt und Kavia-ar

und nun lieben sie sich

            immerda-ar!

***

So a Schnulzn braucht da

Mensch von Zeit zu Zeit,

weil’n sunst des Scheenste

nimmer gfreit!

Jeder Mensch möcht schließle

manchmoi woana,

denn aa heit ham d’Leit

no Herzn – koane Stoana!

Maßgeschneidert

An dieser Stelle schreibt jeden Samstag

unser Turmschreiber

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