Schnee stoppt Berufsverkehr

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Das Schneetreiben wirbelte den bayerischen Verkehr gestern ordentlich durcheinander: Flugzeuge landeten in Nürnberg statt in München. Über hundert Unfälle gab es alleine in Oberbayern, Staus auf sämtlichen Autobahnen. Auf der A 8 rutschte ein Auto in einen Sattelschlepper – mit Sommerreifen.

Viele Unfälle auf glatter Fahrbahn

München – Der bittere Höhepunkt der bayerischen Unfallserie am Montagmorgen ereignete sich auf der A 8 kurz nach der Anschlussstelle Odelzhausen: Ein Lkw-Fahrer (35) kam auf der A 8 auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern und prallte in die Leitplanke. Ein britischer SUV mit Sommerreifen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr frontal in den Laster. Mehr als drei Stunden dauerte die Bergung des Sattelzugs, der die gesamte Fahrbahn in Richtung Stuttgart blockierte. Schaden: rund 90 000 Euro. Die Insassen des Geländewagens wurden leicht verletzt in eine Augsburger Klinik gebracht.

Kaum eine Autobahn rund um München war gestern sicher vor langen Staus. Insgesamt 30 Unfälle verzeichnete die Polizei im nördlichen Oberbayern am frühen Morgen, im Süden waren es sogar 75. Die Bilanz: überwiegend Blechschäden, aber auch mehrere Leichtverletzte. Nach Aussage einer Polizeisprecherin waren viele Autofahrer auf Schnee und Eis zu schnell unterwegs.

Auf der A 99 bei München-Allach kam ebenfalls ein Lastwagen von der Fahrbahn ab und blockierte diese stundenlang. Wie die Branddirektion München berichtet, wurde der Tank beschädigt. Das Auslaufen hunderter Liter Diesel verhinderte die Feuerwehr mit speziellen Dichtkissen. Zu einem neun Kilometer langen Stau kam es auf der A 92 Richtung München – wieder nach Unfallbeteiligung eines Lkw, der mit einem Pkw nahe der Anschlussstelle Freising Ost (Landkreis Erding) kollidiert war. Zeitweise komplett gesperrt werden musste die Bundesstraße 15 zwischen Dorfen und Taufkirchen, wo ein Auto auf Schnee in ein anderes geschleudert war.

Gleich viermal innerhalb von nur 30 Minuten krachte es auf der A 70 östlich von Bamberg – sogar auf Einfädelstreifen und Parkplätzen. In der Oberpfalz sowie in Franken und in Schwaben blieb es bei mehreren Auffahrunfällen. In Niederbayern behinderten einem Polizeisprecher nach lediglich einige Äste und Bäume, die unter der Schneelast auf die Fahrbahn gefallen waren, den Verkehr.

Auswirkungen hatte das Wetter auch auf den Flugverkehr. Wegen des Schneefalls legten fünf Flugzeuge auf ihrem Weg nach München eine Zwischenlandung in Nürnberg ein – auch ein amerikanisches Großraumflugzeug aus Philadelphia. Wie ein Flughafensprecher mitteilte, blieben die Maschinen am Vormittag jeweils zwei bis drei Stunden auf dem fränkischen Airport, bis sie ihre Reise in die bayerische Landeshauptstadt fortsetzten. Die meisten Passagiere seien solange in den Maschinen geblieben.

Die Bahnfahrer waren gestern vergleichsweise gut dran. Nur bei Riem und auf der Linie S 7 zwischen Baierbrunn und Wolfratshausen kam es morgens kurzzeitig zu Einschränkungen – wegen Eisblöcken, die sich von Zügen gelöst hatten und auf die Weichen gefallen waren. „Sie müssen manuell entfernt werden“, sagte ein Bahnsprecher. „Das schafft unsere Weichenheizung nicht.“ So kam es zu Verspätungen.  ham/lby/mm

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