Luxus-Tesla geht bei Schleching in Flammen auf – wegen gechmolzener Batterie will keiner das Wrack entsorgen

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Nachdem die Flammen gelöscht waren, packte die Feuerwehr den erhitzten Wagen in einen Spezialcontainer, wo das Wrack 72 Stunden mit Wasser gekühlt werden musste.
  • Moritz Kircher
    vonMoritz Kircher
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  • Janina Sgodda
    Janina Sgodda
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  • Markus Christiandl
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Die Fahrt in einem Tesla endete Anfang Oktober in einem flammenden Inferno. Der Fahrer kam nur knapp mit dem Leben davon, die Überreste mussten 72 Stunden in ein Wasserbad. Doch die Geschichte ist damit nicht vorbei: Denn für das explosive Wrack des Luxuswagens will jetzt keiner verantwortlich sein. 

Update 18.11. 

Nicht nur das Löschen des brennenden E-Autos, sondern auch die Entsorgung des über 100.000 Euro teuren Teslas scheint ein enormer Aufwand zu sein. 

Wie der ORF berichtet, steht das Wrack, nachdem es nach dem Totalschaden über 72 Stunden in einer überdimensionalen Wanne und unter einem Kostenaufwand von rund 6.000 Euro abgekühlt wurde, immer noch an Ort und Stelle. Das bestätigte auch ein Sprecher der Polizei Kössen in Tirol auf Anfrage der OVB Heimatzeitungen. 

Der Grund: Die üblichen Abschlepp- und Entsorgungsbetriebe trauen sich nicht zu, die Überreste und vor allem die Batterie im Wagen fachgerecht weiterzuverarbeiten. Auch Experten zeigen sich auf Nachfrage des ORF ratlos – allein schon, weil die genaue Zusammensetzung der Batterie geheim sei. Es könne sogar zu weiteren Explosionen kommen.

Der Eigentümer des Wagens hofft bis jetzt darauf, dass Tesla selbst das Autowrack entsorgt. Das habe ein Ansprechpartner im Unternehmen auch schon zugesichert – dann aber, so berichtet der Münchner Autofahrer dem ORF, habe sich niemand mehr gemeldet. 

Update 5.11., 17.26 Uhr: 

Kreisbrandrat über die Gefahren bei E-Auto-Bränden

Die Tiroler Nachbarn waren bei dem E-Auto-Unfall sogleich mit einem Spezial-Container zur Stelle, um das Wrack, insbesondere den hochexplosiven Akku, abkühlen zu lassen. Wie ist der Landkreis Rosenheim für diese Art von Einsätzen gerüstet?

„Bei uns gibt es Überlegungen, einen derartigen Behälter für E-Autos anzuschaffen“, erklärt der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Kostenpunkt für einen „Abrollbehälter“ mitsamt Seilwinde: zwischen 6000 und 7000 Euro. In erster Linie sollen damit aber liegengebliebene E-Autos abtransportiert werden können – und weniger in Wasser getränkt, wie auf Tiroler Seite geschehen.

Grundsätzlich steht der Kreisbrandrat dem Thema E-Auto-Unfall gelassen gegenüber: „Der Brand eines E-Autos ist auch nicht viel anders zu löschen als bei einem normalen Auto“, betont er. „Alles Hirngespinste, dass E-Autos Wunder wie gefährlich sind bei einem Unfall.“

Nach 15 bis 20 Minuten sei der Spuk in der Regel vorbei. Schrank: „Man muss sich das wie eine Feuerwerksbatterie vorstellen.“ Einzig der Flug der Leichtmetallfunken erfordere einen gewissen Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern. „Aber den braucht man bei einem normalen Fahrzeugbrand auch.“ Zum Löschen an sich reiche Wasser völlig aus. Ebenso, um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Bis dato blieben die Landkreis-Feuerwehren allerdings von einem E-Auto-Brand verschont.

Ist der Akku eines E-Autos nach einem Unfall angeschlagen, bestehe natürlich die Gefahr einer Reaktion, weiß Schrank. Das sei aber in der Regel Sache der Abschleppunternehmen, die Unfallwagen entsprechend separiert abzustellen. Dem Einsatz eines Wasser-Containers steht er skeptisch gegenüber: „Man kann ja nicht ein Auto mit 15.000 Euro Unfallschaden einfach so versenken und damit womöglich einen Schaden in Höhe von 100.000 Euro produzieren“, gibt der Kreisbrandrat zu bedenken. Und Schrank weiter: „Den Schuh wollen wir uns gar nicht anziehen, das entscheiden zu müssen.“

Weitaus mehr Sorgen als die E-Autos bereiten dem erfahrenen Feuerwehrler mit Gas betriebene Fahrzeuge. „Der mögliche Gasaustritt bei einem Auffahrunfall ist meiner Meinung nach wesentlich gefährlicher“, gibt Schrank zu bedenken. „Die Entzündungsgefahr ist dann unheimlich hoch.“

Das Thema E-Autos sieht der Kreisbrandrat in den nächsten Jahren in ganz anderer Hinsicht auf die Feuerwehren zukommen: Wenn es zur Überhitzung an den Schnell-Ladestellen in Tiefgaragen kommt. „Hier sind dann massive Brände zu befürchten“, sagt Schrank. Eine Herausforderung auch deshalb, weil diese Brände aufgrund der Edelmetalle in den E-Auto-Akkus wesentlicher heißer und damit auch intensiver würden als ein „normales“ Feuer. „Das wird ein großes Problem.“

5.10.:

Die Erstmeldung zum Tesla-Brand bei Kössen

Kössen – Es sollte nach Salzburg gehen, am Brückentag nach dem 3. Oktober. Doch für den Münchner Dominik Freymuth (57) endete der Trip mit einem Aufenthalt auf der Intensivstation – und dabei hatte er Glück: Vier Lebensretter hatten ihn aus seinem brennenden 520-PS-Tesla gezogen, als dieser Feuer gefangen hatte.

Mit dem Tesla-Autopilot von der Straße abgekommen

Freymuth hat einen Wohnsitz am Walchsee (Tirol). Wenn er nach Salzburg will, nimmt er die Bundesstraße über Kössen und fährt von dort auf deutscher Seite über Schleching auf die A8. An jenem Freitag kam er aber nicht weit. „Ich hatte seit Tagen eine leichte Bronchitis“, berichtet er, „deshalb wollte ich mir aus dem Handschuhfach ein Hustenguadl holen.“ Auf gerader Strecke stellte er das mehr als 100.000 Euro teure Elektroauto – das Allradmodell S 85D – auf Autopilot. „Bückte mich rüber, und sah mich plötzlich auf der Gegenfahrbahn.“

Die Feuerwehr löscht den brennenden Tesla, der nach einem Unfall Feuer gefangen hatte.

In Panik riss er am Lenker, das Auto brach nach rechts aus und krachte mit Tempo 60 gegen einen Baum. „Es ging blitzschnell, ich bemerkte von vorne Rauch, dann Flammen, ich konnte mich aber nicht befreien, hing schräg im Gurt fest. Mir schoss durch den Kopf: ,Hier komme ich nicht mehr lebend raus‘.“

Helfer befreien den Fahrer aus dem lodernden Tesla

Hinter ihm hatte aber sofort Josef Blösl (70) angehalten. Der riss die Tür auf – und musste sofort zurückweichen. „Da war ein Knall, wie wenn ein Schütze geschossen hätte“, sagt der Tiroler. Blösl wagte sich wieder nach vorne ins verqualmte Innere des Elektroautos. Dabei dachte er sich: „Jetzt sind wir bald beide im Himmel.“ Doch es gelang ihm, den verletzten Freymuth trotz der immer stärker lodernden Flammen aus dem Gurt zu befreien.

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Vor dem Tesla standen drei weitere Ersthelfer, zu viert schleppten sie den Münchner ein paar Meter weg, „Dann explodierte wieder etwas“, erinnert sich Freymuth, Flammen schlugen bis zum Wipfel des Baums.

Die Feuerwehr löscht den brennenden Tesla, der nach einem Unfall Feuer gefangen hatte.

Zwei Wochen lang lag er im Krankenhaus von St. Johann, davon vier Tage auf der Intensivstation, unter anderem mit Rippenbrüchen. Weil er viel Rauch eingeatmet hatte, war die Sauerstoffkonzentration in seinem Blut stark gesunken.

11.000 Liter Wasser, um den Tesla zu kühlen

Auch jetzt hüstelt Freymuth immer wieder. Der Tesla war nur noch ein Wrack. Die Feuerwehren hatten ihn mit Wasser durchtränkt. Um den Akku weiter abzukühlen, kam das Auto für 72 Stunden in einen speziellen Container der Feuerwehr, der mit 11.000 Litern Wasser gefüllt war. Das gilt als kontaminiert – eine Entsorgung soll pro 1000 Liter 250 Euro betragen.

Das ausgebrannte Wrack des Tesla.

Freymuth hatte sich den Tesla zugelegt, weil er fürchtete, wegen der Feinstaubdiskussion nicht mehr in die Münchner Innenstadt zu kommen. Bis jetzt hat er keine Ahnung, weshalb es zum Inferno kam. „Ich habe deswegen einen Anwalt eingeschaltet.“

Der Mechaniker, bei dem zurzeit das Wrack steht, fand vorne ein durch den Aufprall abgedrücktes Kabel, möglicherweise ein Hinweis auf einen Kurzschluss. Von E-Autos hat Freymuth die Nase jedenfalls gestrichen voll. „Ich kaufe mir nie wieder eins. Das könnte ich schon alleine gegenüber meinen Lebensrettern nicht verantworten.“

Akku des Tesla hatte noch kein Feuer gefangen

Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen schildert der Kössener Feuerwehrkommandant Andreas Paluc die Besonderheit eines solchen Einsatzes an einem brennenden Elektroauto. "Der Akku hat zum Glück noch kein Feuer gefangen", sagt er. Ein Akkubrand lasse sich kaum noch löschen.

Aber weil die brennenden Bauteile eines Elektroautos sich immer weiter erhitzen können, habe die Kössener Feuerwehr den Spezialbehälter angehordert, der in Schwaz stationiert ist und den Feuerwehren in ganz Tirol zur Verfügung steht. Mit einem Kran beförderte die Feuerwehr das Autowrack schließlich noch vor Ort ins Wasserbad, um den Wagen zu kühlen.

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