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Sanierung der Hans-Stethaimer-Schule in Burghausen

Herzblut-Projekt Schule: Sanierung und Wiederherstellung des Originalzustands

Im Sommer 2024 soll mit den Arbeiten begonnen werden.
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Im Sommer 2024 soll mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden.
  • Daniela Haindl
    VonDaniela Haindl
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Viele kennen und lieben sie: Die Hans-Stethaimer Grundschule in der Burghauser Altstadt. Endlich ist es so weit und die Sanierung geht in die Vorplanung. Wann mit den Arbeiten gestartet wird und was genau gemacht wird, wurde am 16. November dem Stadtrat präsentiert.

Burghausen – Sie ist benannt nach dem Burghauser Baumeister und Bildhauer Hans Stethaimer, der im 15. Jahrhundert lebte: Die Grundschule neben der St. Jakobskirche am Burghauser Stadtplatz. Es gibt sie schon seit 1930. Aktuell beherbergt sie 74 Schüler in vier Klassen sowie Schüler der Pestalozzi-Schule. Nicht nur diese Kinder werden künftig an ihre Schulzeit in den schönen Gebäuden zurückdenken können, sondern auch viele weitere Schülergenerationen: So hat es der Stadtrat am 16. November beschlossen. Zwar ist die Schulsanierung bereits länger Thema und wurde immer wieder verschoben. Doch jetzt wird angepackt. Und auch wenn die Stadt dafür gewaltig in die Taschen greifen muss: Die Sache lohnt sich – darin war sich der Stadtrat einig.

„Schatzkästchen“ Schule

Julia Schumergruber, die Rektorin, nennt ihre Schule ein „Schatzkästchen.“ Angefangen bei der Prunkfassade am Stadtplatz, über ein Original Junghans-Gemälde und eine hölzerne Wendeltreppe hat die Schule viel Zauberhaftes zu bieten – auch wenn keine „Harry-Potter-Schule“ ist. Die vielen verschiedenen Türen und Fenster, verschieden Ebenen, Treppchen und verwundenen Wege muten geradezu lebendig an. Schnell verliert ein Laie bei einem Gang durch das Gebäude die Orientierung. Doch auch die beauftragten Münchner Architekten staunten nicht schlecht, als sie die Schule zum ersten Mal besichtigten.

Herzblut-Projekt Schule: Sanierung und Wiederherstellung des Originalzustands

Verwinkelte Treppchen und Originalgemälde: Die Hans-Stethaimer-Schule hat viel zu bieten.
Verwinkelte Treppchen und Originalgemälde: Die Hans-Stethaimer-Schule hat viel zu bieten.
Verwinkelte Treppchen und Originalgemälde: Die Hans-Stethaimer-Schule hat viel zu bieten.
Verwinkelte Treppchen und Originalgemälde: Die Hans-Stethaimer-Schule hat viel zu bieten.
Herzblut-Projekt Schule: Sanierung und Wiederherstellung des Originalzustands

Die jeweils unterschiedlich alten Gebäude waren nachträglich durch abenteuerliche Konstruktionen, Treppchen und Durchbrüche miteinander verbunden und mit Trockenbau-Elementen ausgestattet worden. Obwohl sowohl Stadtplaner Manfred Winkler als auch das Architekturbüro Kampik einer „Mammutaufgabe“ gegenüberstehen, zeigt sich Schulleiterin Schumergrube begeistert von deren Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Schule: „Schon von Anfang an, wurde ich in Gespräche eingebunden. Man hat sich viel Zeit genommen und es ging immer darum, darum, dass das Ergebnis am Ende praktisch für die Schule ist.“

Ein Beispiel der Arbeiten des Restaurateurs: Im Schulhaus soll es wieder aussehen wie früher.

Verwendung der Originalfarben für außen und innen

So war auch die Präsentation der Architekten bei der Stadtratssitzung am 16. November ein voller Erfolg und wurde begeistert angenommen. Originalfotos zeigten den ursprünglichen Zustand der Fassaden und Fenster, und mit vielen Plänen wurde das vielschichtige und komplexe Vorhaben der Architekten anschaulich dargestellt. Auch wenn die Planung und Umsetzung herausfordernd werden dürfte, wurden keine halbe Sache gemacht: Schon bei den ersten Terminen im Schulhaus war ein Restaurateur mit von der Partie, um Farbproben von den untersten Schichten zu entnehmen und herauszufinden wie die Schule früher einmal gestaltet war. „Jedes Stockwerk hatte eine eigene Farbe, ein gedämpftes Rot, Blau und Grün. Alles Holz eines Stockwerkes war in diesen Farben gestrichen“, so Christian Kampik. „Wir wollen die Originalfarben benutzen und auch das Gemälde von Junghans soll in seiner Gänze erhalten bleiben.“

Die Original-Terrasse der Schule aus früheren Zeiten.

Wiederherstellung der Schulterrasse

„Der älteste Teil der Schule befindet sich am Stadtplatz“, erklärte Christian Kampik, „dann schließt die Erweiterung aus den 1920er Jahren an, um schließlich zu den Barock-Bürgerhäusern und dem jüngsten Teil – der Turnhalle – überzugehen.“ Im Innenhof hinter dem Stadtplatz-Gebäude soll das Schulgebäude nun mit einem Aufzug ausgestattet werden. Ansonsten wird eher entfernt als hinzugefügt, denn vorrangig gilt, den ursprünglichen Zustand der Gebäude wiederherzustellen und deren Funktionalität zu erhöhen. Vor allem der Stadtplatz-Teil wieder so gestaltet werden wie er einst aussah – und störende Stromkästen verschwinden.

„Besonders freue ich mich ja auf die Terrasse“, schwärmt die Rektorin. Auf dem Dach der Schule soll nämlich die Schulterrasse wiederhergestellt werden. Außerdem soll der Speiseraum aus dem „Keller“ nach oben wandern, während im Keller Lehrmittel untergebracht werden. Die Verwaltung wird nach vorne Richtung Stadtplatz umziehen und im hinteren Teil der Schule – in den einstigen Bürgerhäusern – wird ein Raum für das Schulmuseum und die Schulbibliothek eingerichtet. „Beim Dach werden wir statisch eingreifen und Material wegnehmen müssen“, so Christian Kampik. „Auch die nachträglichen Trockenbau-Einbauten werden wir rausnehmen und die ursprüngliche Struktur wiederherstellen.“

Wegen Rissen im Putz wurden alte Bögen wieder entdeckt. Diese werden freigelegt, die Türen entfernt und mit Glastüren ersetzt.

Klassenzimmer werden „weiße Leinwände“

Auch das „postmoderne“ Müllhäuschen im Schul-Innenhof erregte die Aufmerksamkeit der Münchner Architekten. Es soll einem Zugang zum Ganztagesbereich Platz machen. Weitere zugemauerte Türen werden wieder geöffnet. Dort, wo Brandschutztüren notwendig werden, greifen die Architekten in die Trickkiste und setzen Glastüren in die ursprünglichen Rundbögen ein. „Die Schule muss modern sein in altem Gewand“ ergänzt Andreas Kampik. „Die Räume brauchen die Qualität eines Neubaus und der Energieverbrauch muss gesenkt werden. Aus diesem Grund wird eine Lüftungsanlage in Einbauschränken der Klassenzimmer versteckt. „Die Klassenzimmer werden eine ‚weiße Leinwand‘“, beschreibt Rektorin Schumergruber treffend, denn die Klassenzimmer selbst werden wenig Zier und Farbe erhalten. „Wenn ich an Grundschulen denke, möchte ich sie möglichst ruhig gestalten“, so Christian Kampik „Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht steril, aber sobald Kinder in den Räumen sind, bringen sie selbst die Buntheit rein.“

So sollen die Klassenräume in den unterschiedlichen Etagen aussehen.

Im April 2024 soll‘s losgehen

„Es muss im April 2024 begonnen werden“, so der Erste Bürgermeister Florian Schneider. „12,5 Millionen Euro ist ein Haufen Geld, aber es sollte uns das Wert sein. Und wenn wir unsere letzte Burghauser Grundschule hergerichtet haben, dann kommt vielleicht auch die Maria-Ward-Schule vorbei und zeigt sich animiert die Sache anzugehen.“ „Das war ein nostalgischer Streifzug zurück in die Anfänge“, fasste der Zweite Bürgermeister Norbert Stranzinger nach der Präsentation die Eindrücke zusammen. „Da kommen alte Erinnerungen – schön aber nicht mehr zeitgemäß. Es ist natürlich eine Menge Geld, aber in Bezug auf das, was wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren vorhaben, kann man jetzt gleich in die Vollen gehen. Ich glaube auch, dass wir aus dem Platz vor der Schule noch viel herausholen können.“

Das Ingenieurbüro Wagner-Weilbuchner am Stadtplatz übernimmt die Bauleitung bei dem Projekt. Norbert Wagner sagt: „Wenn ich aus meinem Schlafzimmerfenster schau, seh‘ ich direkt auf die Baustelle rüber. Es ist die Schule meiner Kinder und da steckt wirklich Herzblut drin.“ Laut dem Ingenieur wird das Architekturbüro im Frühjahr 2023 mit den Planungen beginnen. Im Herbst 2023 soll dann ausgeschrieben werden sodass im Sommer 2024 mit den Arbeiten gestartet werden kann.

Der Bereich zum Stadtplatz soll wieder Fenster und Tür bekommen.

Wohin mit den Klassen während der Sanierung?

Wo die Schüler während der Sanierung untergebracht werden, ist bisher noch nicht klar. Es gebe schon einige Ideen, so die Rektorin. Überlegungen die Klassen im Kumax, im Mautnerschloss oder in Containern unterzubringen – davon sei aber noch nichts spruchreif. „Jedenfalls möchten wir in die Diskussion mit einbezogen werden“, sagt die Schulleiterin „Es muss vieles bedacht werden, wie bspw. Schulwege und Schulsprengel. Ich möchte außerdem unbedingt, dass alle Klassen zusammenbleiben.“

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