Unternehmer aus der Region sprechen der Politik die Wählbarkeit ab

Corona-Protest: „Freiheit und Selbstbestimmung muss vor Regulierung und Zwang stehen“

Am Samstag haben sich 100 Unternehmer aus der Region Miesbach und Rosenheim in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg getroffen, um ihrem Ärger über das Corona-Management Luft zu machen.
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Am Samstag haben sich 100 Unternehmer aus der Region Miesbach und Rosenheim in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg getroffen, um ihrem Ärger über das Corona-Management Luft zu machen.
  • Jennifer Bretz
    vonJennifer Bretz
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Am Samstagnachmittag trafen sich Firmeninhaber und Geschäftsleute aus der Region Rosenheim und Miesbach, um einen Corona-Protestbrief zu veröffentlichen und um sich offen gegen das Corona-Management der Politik zu bekennen.

Irschenberg - „Wir stehen zusammen“ ist das erklärte Motto von mittlerweile 161 namhafte Unternehmen mit insgesamt 7412 Arbeitsplätzen (Stand 27.2.2021, 14 Uhr) aus den Landkreisen Rosenheim und Miesbach. Deshalb haben sich 100 Unternehmer am Samstagnachmittag, 27. Februar um 14 Uhr in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg versammelt, um ihre Standpunkte zu den Corona-Maßnahmen der Politik deutlich zu machen und einen offenen Brief an die Volksvertreter des Bayerischen Landtages zu veröffentlichen.

„Freiheit und Selbstbestimmung muss vor Regulierung und Zwang stehen“

„In der Corona-Krise wurden durch zwanghafte Eingriffe, einseitige Darstellungen und inzwischen offensichtliche Hinhalte-Strategien, unter Ausblendung von gesellschaftlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgeschäden, Vertrauen und Glaubwürdigkeit vollständig verspielt“, so die gemeinsame Haltung der Unternehmer. „Aus diesen Gründen sind die hier angesprochenen Politiker für uns nicht mehr wählbar. Wir fordern, dass die Politik in Bayern, Deutschland und Europa eine positiv gestimmte Grundhaltung annimmt.

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Freiheit und Selbstbestimmung muss vor Regulierung und Zwang stehen. Unsere Freiheit und unser Wohlstand stehen auf dem Spiel. Wirtschaft und Gesellschaft florieren nur dann, wenn die Gesellschaft frei in ihren Gedanken und Handlungen ist, sie gehen zugrunde, wenn Vorschriften und Bürokratie die Überhand gewinnen. Wir befinden uns an einem kritischen Punkt der gesellschaftlichen Entwicklung und bekennen uns dazu, unsere Wahlentscheidung in Abhängigkeit eines Einsatzes für echte Freiheit und eine positiv gestimmte Zukunft zu treffen“, so der Inhalt des offenen Briefes.

Die Unternehmer wenden in dem offenen Brief mit konkreten Forderungen an die politischen Vertreter der Region:

  • Eigenverantwortung und Selbstbestimmung im Umgang mit gesundheitlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken
  • Reduzierung von staatlicher Regulierung und Rückkehr zur freien sozialen Marktwirtschaft
  • Umgehende Wiedereröffnung der Betriebe
  • Rückgabe der persönlichen und unternehmerischen Freiheit

Eine Liste aller Unterzeichner des Offenen Briefes, gibt es hier.

Der Gründer der Firma Bora in Raubling, Willi Bruckbauer sagt: „Ich wünsche mir eine Daten- und faktenbasierte Entscheidung, das geht mir von Tag Eins an ab. Und ich kritisiere auch den Zickzackkurs der Politik“, so der Geschäftsführer. „Es wird irgendwas aufgebaut, was auf einem Test beruht, von dem man weiß, dass er fehlerhaft ist. Und wen wir massiv vergessen in dieser Pandemie, sind die Kinder.“ Bruckbauer habe auch etwa 50 Grenzpendler in seiner Firma beschäftigt. „Das ist ein Chaos, das kann man sich gar nicht vorstellen.“ Corona sei mittlerweile Wahlkampf geworden, so der Unternehmer.

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Die Unternehmer machen deutlich, dass die aktuelle Politik gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht nachhaltig ist und erklären, dass daher auch die Politiker der Region, die sie im Landtag und Bundestag vertreten, nicht wählbar sind, wenn nicht eine Abkehr von staatlicher Überfürsorge zugunsten von Eigenverantwortung und Selbstbestimmung stattfindet. Zitat Willi Bruckbauer: “Wir wollen unsere unternehmerische und persönliche Freiheit zurück“.

Der Erste Bürgermeister von Irschenberg, Klaus Meixner, der selber über Jahrzehnte eine Zimmerei führte, findet: „Die ganze Gesellschaft leidet unter den Kontaktbeschränkungen und die Kinder können den Verlust nicht mehr aufholen.“ Auch sei er der Meinung, dass die Betriebe und Vereine alle wieder aufmachen müssen.

„Kann nicht angehen, dass die machen, was sie gerne hätten.“

Mitinitiator Markus Dettendorfer, der die Firma Dettendorfer Maschinenbau in Söchtenau betreibt, findet deutliche Worte: „Man kann doch nicht Samthandschuhe von jemandem fordern, den ich zuerst knechte. Die Mehrheit hat den Politikern die Macht übertragen und die müssen diese Macht im Sinne des Volkes ausüben. Es kann nicht angehen, dass die machen, was sie gerne hätten oder was manche Multimillionäre wollen.“ Er betont, dass die Unternehmer keine Coronaleugner oder Querdenker seien. „Wir müssen daran glauben, dass wir es schaffen können“, motiviert er die Anwesenden. „Unser Spielfeld ist doch unser Land und auf unserem Spielfeld spielen andere ihr Spiel?“

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Der Vorstandsvorsitzende Franz Richter von der Kafferösterei Dinzler kritisierte die aktuelle politische Führung: „Wir werden in Deutschland katastrophal schlecht regiert. Wenn Franz Joseph Strauß sehen würde, was Markus Söder gerade macht, würde er sich im Grab umdrehen“, so Richter. „Was jetzt passiert ist furchtbar schlimm“, sagt er, will das Virus aber nicht verharmlosen.

Weitere Schritte geplant

Der offene Brief ist der erste Schritt. Neben der Vernetzung sind weitere Schritte nach dem Auftakt zum unternehmerisch-politischen Diskurs sind geplant. „Wenn wir den Brief heute veröffentlichen, wird hoffentlich ein Echo kommen“, sagt Markus Dettendorfer abschließend. „Und wir müssen andere dazu animieren, es uns gleich zu tun.“

Vertreter einer ähnlichen Unternehmerinitiative aus dem Raum Augsburg waren am Samstag ebenfalls anwesend und gaben Einblicke in ihre Erfahrungen und Erfolge im Kampf um politische Mitbestimmung und die Einforderung von Grundrechten. Aufgrund geltender Kontaktbeschränkungen waren nur 100 Personen zur Versammlung zugelassen. Die Polizei war vor Ort und hat die Veranstaltung kontrolliert.

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