ELTERN, LEHRER UND SCHÜLER SOLLEN ÜBER LOCKERUNGEN DISKUTIEREN – EINE TOTALE FREIGABE IST ABER NICHT IN AUSSICHT

Runder Tisch zum Handyverbot kommt nach Ostern

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München – Nach wachsendem Druck auch von Eltern- und Lehrerverbänden hat die Landtags-CSU bekräftigt, dass auch sie beim Handyverbot an Schulen gewisse Lockerungen anstrebt.

Es werde aber sicher keine totale Freigabe geben, sagte der CSU-Bildungspolitiker Manfred Ländner im Bildungsausschuss des Landtags. Bei einem geplanten Runden Tisch, den Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bereits im November angekündigt hatte, werde es aber um Anpassungen gehen. „Ich bin sicher, dass wir eine gute Lösung finden werden“, sicherte Ländner zu.

Der Runde Tisch wird ein relativ großes Unterfangen. An ihm sollen Vertreter der Eltern, Lehrer, Direktoren und Schüler Platz nehmen, dazu Funktionäre der Eltern- und Lehrerverbände sowie eventuell Experten. „Nach den Osterferien“ werde die erste Sitzung stattfinden, erklärte das Kultusministerium. Die Verzögerung geschieht offenbar nicht grundlos: Derzeit ist Kultusminister Spaenle durch die Koalitionsverhandlungen in Berlin gebunden, das erschwere in den nächsten Wochen eine feste Termingebung, hieß es.

Das bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz legt fest, dass Handys, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, im Schulgebäude und auf dem Schulgelände auszuschalten sind.

SPD, Freie Wähler und Grüne bezeichneten das Handyverbot in dieser Form als überholt und nicht mehr zeitgemäß. Mit den Geräten umgehen zu können, sei aber heute eine „Kulturtechnik“, ähnlich wie Lesen, Schreiben und Rechnen, sagte der Grünen-Politiker Thomas Gehring. Leopold Herz (Freie Wähler) argumentierte: „Wir müssen die Digitalisierung vorantreiben – auch in der Schule.“ Bayerns designierter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich für einen gelasseneren Umgang mit den digitalen Medien in der Schule aus. Der Umgang mit den Geräten müsse dort „pädagogisch eingeordnet werden“, sagte Söder zu „Antenne Bayern“. Alle Eltern versuchten, ihre Kinder mit den Geräten auszustatten, schon um die Kinder zu erreichen, wenn die Schule aus ist. „Insofern sollte man noch mal überlegen, wie man das Gesamte im Rahmen einer digitalen Bildungsoffensive vernünftig angehen kann.“

Wahrscheinlich wird es eine neue feste bayernweite Vorgabe zu den Handys geben. Die Regelung jeder Schule selbst zu überlassen, sei nicht sinnvoll, erklärte der CSU-Politiker Ländner. Auch der Philologenverband hält das für sinnvoll.  dw/lby

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