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Sieben Verletzte und bis zu 200.000 Euro Schaden

Flammeninferno auf bayerischem Campingplatz: Kripo vermutet Heizgerät als Auslöser

Nach einer Verpuffung auf einem Campingplatz im Rother Ortsteil Wallesau standen 17 Parzellen in Vollbrand.
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Nach einer Verpuffung auf einem Campingplatz im Rother Ortsteil Wallesau standen 17 Parzellen in Vollbrand.
  • Benjamin Schneider
    VonBenjamin Schneider
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  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
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Wallesau - Flammeninferno in der Nacht auf Sonntag (15. Mai) auf einem Campingplatz im Rother Ortsteil Wallesau. Nach einer Verpuffung standen 17 Parzellen in Vollbrand. Insgesamt gab es sieben Verletzte. Darunter ein schwer verletzter Vater, eine Mutter mit schwerer Rauchgasintoxikation und ein Kind mit leichten Verletzungen. 

Update, 16. Mai, 16.48 Uhr - Polizei: Heizgerät hat Großbrand auf Campingplatz ausgelöst

Ein Heizgerät ist nach Erkenntnissen der Polizei Auslöser einer rund 50 Meter hohen Feuersäule auf einem Campingplatz im mittelfränkischen Roth gewesen. Als dessen Besitzer an dem sogenannten Katalytofen diesen bewegt habe, sei eine Stichflamme entstanden, teilten die Ermittler am Montag mit. Den Sachschaden schätze die Polizei derzeit auf 150.000 bis 200.000 Euro.

Ein 39-jähriger Mann und eine 38 Jahre alte Frau wurden schwer verletzt. Der Mann erlitt Verbrennungen, die Frau eine Rauchvergiftung. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt wurden bei dem Unfall in der Nacht zum Sonntag sieben Menschen verletzt. Das Feuer habe bis zu 17 Parzellen inklusive der dort abgestellten Fahrzeuge zerstört, sagte eine Polizeisprecherin.

Drei Männer, die in der Nähe standen, hörten zunächst ein Pfeifen und sahen dann die Stichflamme, wie die Polizei mitteilte. Sie brachten die beiden Schwerverletzten und deren Kind nach draußen. Die Flammen griffen laut Polizei schnell auf die benachbarten Parzellen über. Immer wieder sei es zu weiteren Verpuffungen gekommen.

18 Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Wasserwacht, Polizei und Rettungsdienste waren im Einsatz.

Update, 19.23 Uhr - Meterhohe Feuersäule über Campingplatz - sieben Verletzte

Eine um die 50 Meter hohe Feuersäule, mehrere brennende Wohnwagen und sieben Verletzte - ein Feuer auf einem Campingplatz in Mittelfranken hat die Einsatzkräfte in der Nacht über längere Zeit in Atem gehalten. Das Feuer habe bis zu 17 Stellplätze inklusive der Fahrzeuge zerstört, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag.

Ein 39-Jähriger kam mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus. Eine 38-Jährige erlitt eine schwere Rauchvergiftung. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Brand von dem Wohnwagen der beiden Schwerverletzten auf dem Campingplatz in Roth ausgegangen.

Bei Arbeiten an einem mit Gas betriebenen Ofen sei es zu einer Stichflamme gekommen, die den ganzen Wohnwagen in Brand setzte, sagte die Polizeisprecherin. Ein Zeuge habe den Knall gehört und den 39-Jährigen, seine ein Jahr jüngere Frau und deren Kind aus dem brennenden Wagen gerettet.

Die Flammen hätten schnell auf die benachbarten Parzellen übergegriffen, sagte die Polizeisprecherin. Immer wieder sei es zu weiteren Verpuffungen gekommen. 18 Feuerwehren aus dem Landkreis, Technisches Hilfswerk, Wasserwacht, Polizei und Rettungsdienste waren im Einsatz, um das Feuer zu löschen und Menschen zu retten.

Ein Polizeihubschrauber suchte den Wald nach Campern ab, die dorthin vor den Flammen geflohen waren. Der Rettungsdienst versorgte fünf Menschen mit leichten Rauchvergiftungen auf dem Campingplatz. Die Kriminalpolizei ermittelt nun, wie es zu dem Feuer kommen konnte.

Erstmeldung, 11.29 Uhr - Flammeninferno auf bayerischem Campingplatz

Maik K. ist Dauercamper auf dem Campingplatz Waldsee in der Nähe von Wallesau, einem Ortsteil von Roth in Mittelfranken. Zusammen mit seiner Frau sitzt er in der Nacht zu Sonntag (15. Mai) in seinem Wohnwagen. „Haben Fernsehen geschaut und auf einmal hörte ich ein helles Pfeifen und einen Schlag, also einen richtig derben Schlag“, berichtet er noch sichtlich fassungslos. Sofort eilt Maik nach draußen auf den Weg, von dem er den ganzen Campingplatz übersehen kann und sieht im hinteren Bereich eine Brandstelle. „Dann hat es noch ein, zwei, drei Schläge gegeben. Ich vermute das waren Gasflaschen und dann ging das ganz schnell, dann hat sich das so schnell ausgebreitet. Also durch die Gasflaschen vermutlich, weil wir haben es ja immer pfeifen hören und explosionsartig ist eine Flasche nach der anderen hoch“, berichtet der Camper weiter.

Nach Verpuffung: Flammeninferno auf bayerischem Campingplatz

Nach einer Verpuffung auf einem Campingplatz im Rother Ortsteil Wallesau standen 17 Parzellen in Vollbrand.
Nach einer Verpuffung auf einem Campingplatz im Rother Ortsteil Wallesau standen 17 Parzellen in Vollbrand.
Nach einer Verpuffung auf einem Campingplatz im Rother Ortsteil Wallesau standen 17 Parzellen in Vollbrand.
Nach einer Verpuffung auf einem Campingplatz im Rother Ortsteil Wallesau standen 17 Parzellen in Vollbrand.
Nach Verpuffung: Flammeninferno auf bayerischem Campingplatz

Auch jetzt ein paar Stunden später steht Maik noch unter dem Schock des Erlebten: „Ich zittere jetzt noch“. Zwar sagt er: „Man denkt zuerst an sich“, aber trotzdem ist er zu den Wochenendcampern, einer Gruppe von 20 jungen Leuten aus Neumarkt gelaufen, um da nach dem Rechten zu sehen und hat geklärt, dass alle wegkommen. Danach gibt es für ihn kein halten mehr, denn er hatte Angst, dass die Flammen bis zu seinem Wohnwagen vordringen. Der Dauercamper schnappt sich seine Frau und das Auto und will nur noch weg, doch raus kommt er nicht mehr, weil sich an der Einfahrt ein Stau gebildet hat und dann kommt auch schon die Feuerwehr.

Mehrere Wohnwagen in Vollbrand

Bei Dr. Matthias Liebl dem Leitenden Notarzt geht der Alarm über die Verpuffung mit unklarer Lage um 23.53 Uhr am Samstagabend ein. Als Liebl ankommt, findet er folgende Lage vor: „Es waren mehrere Wohnwagen in Vollbrand, einige Explosionen schon am Laufen. Wir haben immer wieder Einsätze, aber das jetzt so extrem viel Feuer ist, wenn man herkommt, das ist eher selten. Normalerweise, wenn wir dazu kommen, dann ist das alles schon relativ vorbei“. In der Nacht ist noch von vier Verletzten die Rede, einem schwer verletzten 39-jährigen Vater, einer 38-jährigen Mutter mit schwerer Rauchgasintoxikation, einem leicht verletzten Kind und einem Camper mit Kollaps aufgrund der Aufregung. Am Sonntagmorgen spricht die Polizei von sieben Verletzten, alle weiteren mit Rauchgasintoxikation.

Trotz dem Flammeninferno am Campingplatz, es brannten 15 - 17 Parzellen, hatten die Gäste noch Glück im Unglück, dass weiß auch Dr. Matthias Liebl: „Da waren ja unheimlich viele Brandsituation mitten in der Nacht, wo die Bewohner teilweise schon im Bett sind, in ihren Wohnwagen schlafen und das brennt natürlich alles rasend schnell ab, weil es auch sehr trocken ist, das Wetter war schön. Das hat natürlich sehr, sehr hohes Potential, dass da noch mehr passiert“. Trotzdem gab es noch einen anderen großen Schutzengel, wie Janine Mendel von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken berichtet: „Ein Zeuge, der auf dem Campingplatz war, hat einen Knall wahrgenommen, ist dann zu einem Wohnwagen geeilt und hat Vater, Mutter und das Kind aus dem Wohnwagen, aus dem brennenden Wohnwagen, rausgezogen“.

„Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand ist der Brand in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz ausgebrochen, der mit drei Personen bewohnt war, nämlich einer kleinen Familie, einem 39-jährigen Vater, der 38-jährigen Mutter und einem Kind. Es wurde dort wohl an einem Ofen gearbeitet, wo eben auch eine Gasflasche in Betrieb war und hier kam es dann zu dem Brand, der sofort auf den Wohnwagen übergegriffen hat. Das Feuer hat übergegriffen, sehr schnell, auf die anderen Wohnwagen“, so die Pressesprecherin weiter. Der Kriminaldauerdienst ist noch in der Nacht vor Ort und beginnt mit den Ermittlungen. Für die Brandfahnder ist das Brandgut noch zu heiß, aber die Kriminalpolizei aus Schwabach hat die Ermittlungen bereits übernommen. Im Tageslicht ist von Außen am Campingplatz micht mehr viel von dem Flammeninferno zu sehen.

vifogra/mz

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