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Jahresbericht der IHK

Mehr Firmen trotz Corona: In welchen Bereichen es in der Region die meisten Neugründungen gibt

Trotz der Corona-Einschränkungen gab es in der Region zuletzt mehr Neugründungen als in den Jahren zuvor.
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Trotz der Corona-Einschränkungen gab es in der Region zuletzt mehr Neugründungen als in den Jahren zuvor.

2021 suchten mehr Menschen in der Region trotz der Corona-Einschränkungen den Weg in die Selbstständigkeit als in den Jahren zuvor. Vor allem der Handel, der Dienstleitungsbereich und das Nebengewerbe haben einen Zuwachs an Firmen zu verzeichnen.

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf am Inn – Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie haben viele Existenzgründer in Stadt und Landkreis Rosenheim den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Die Zahl der Neugründungen ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr in der Stadt um 2,6 Prozent auf 650 zurückgegangen und im Landkreis um 4,2 Prozent auf 2260 Firmengründungen gestiegen, so Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. Diese Zahlen beruhen auf Daten des bayerischen Landesamts für Statistik.

Handel und E-Commerce wächst

Neugegründet wurde vor allem im Handel sowie im Dienstleistungsbereich. Neben den Neufirmen gab es 2021 in Rosenheim zudem mehr als 70 Firmenübernahmen, vor allem im Bau- und Gastgewerbe. Im Landkreis waren es fast 120, ebenfalls vorwiegend im Handel und Gastgewerbe. Grundsätzlich sieht die IHK einen starken Trend zu Gründungen im E-Commerce und in digitalen Dienstleistungen.

In fast allen Regionen nahmen 2021 die Neugründungen von Firmen im Vergleich zum Vorjahr zu.

Der Kampf gegen Corona hat zudem den Neueinstieg in den Gesundheitssektor befördert. Selbstständige in Bereichen wie stationärem Handel, Gastronomie oder Veranstaltungswirtschaft haben nur teilweise Neuanfänge gewagt.

Auch im Landkreis Traunstein haben sich so viele Menschen wie lange nicht mehr selbstständig gemacht. Die Zahl der Neugründungen ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 1360 gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit mehreren Jahren erreicht. Der Dämpfer aus dem ersten Pandemie-Jahr 2020 setzte sich laut IHK damit nicht fort.

„Start-Ups und neue Unternehmen stehen für Innovationen und Dynamik.“

Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Mühldorf

Auch hier gebe es die meisten Gründungen im Handel und Dienstleistungsbereich sowie im verarbeitenden Gewerbe. Zusätzlich wurden fast 150 Firmen, hauptsächlich aus dem Handel und Gastgewerbe, übernommen.

In Landkreis Mühldorf ist ebenfalls ein Anstieg zu erkennen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2021 8,2 Prozent mehr und damit insgesamt 950 Neugründungen. Das sei der höchste Stand seit sechs Jahren, so die IHK. Auffällig war neben den 60 Firmenübernahmen, dass im Landkreis Mühldorf auch im Baugewerbe wieder mehr den Sprung in die Selbstständigkeit riskierten.

„Hochkonjunktur hat zudem wie in den Vorjahren das Gründen im Nebenerwerb. Im vergangenen Jahr dürfte die verbreitete Kurzarbeit diese Entwicklung noch einmal beflügelt haben“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim. Er setzt sich mit Nachdruck für eine stärkere Kultur der Selbstständigkeit ein. Dazu gehöre ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. „Bereits in der Schule müssen außerdem die Chancen und der Wert des Unternehmertums für die Gesellschaft deutlich gemacht werden“, fordert auch Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf.

Die Ausschussvorsitzende betont zudem die herausragende Rolle der Existenzgründer innerhalb der regionalen Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen stehen für Innovationen und Dynamik. Sie legen das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge.“

Bessere Vorbereitung als früher

Bensegger macht zudem deutlich, dass es in der Region Rosenheim bereits regionale Projekte zur Förderung von Jungunternehmen und Start-Ups gibt. „Diese Projekte, etwa das Rosenheimer Stellwerk 18, müssen wir weiter ausbauen und stärken.“

Positiv sieht die IHK den Trend zur besseren Vorbereitung einer Gründung, der durch die Beratungsangebote der Kammer befördert wird. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass viele Gründer den Sprung in die Selbstständigkeit zunächst mit weniger Risiko ausprobieren und sich langfristiger vorbereiten.

Ratgeber, Informationen und Tipps für Gründerinnen und Gründer finden sich unter www.ihk-muenchen.de/de/Service/Gründungsberatung.

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