Unsere Ärzte rufen um Hilfe: Sie brauchen Atemschutzmasken und Kittel

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Atemschutzmaske FFP-2
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Eine Atemschutzmaske FFP-2 – Mangelware bei den Ärzten und Pflegediensten in der Region. 
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Die Corona-Krise hat die Region inzwischen fest im Griff, die Lage spitzt sich weiter zu: In den Hausarztpraxen geht die Schutzausrüstung zu neige, sie brauchen dringend Nachschub – und warten seit Tagen vergebens darauf.

Deshalb nun der Aufruf der Hausärzte aus Rosenheim und Umgebung an die Bevölkerung, darunter insbesondere an Handwerker, Fußpfleger, Zahnärzte, Apotheker etc.: alle Atemschutzmasken, die sie nicht dringend benötigen, an die Ärzte abzugeben.

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Sammelstelle für Atemschutzmasken in Rosenheim 

Die Hausärzte aus der Region, untereinander vernetzt, haben dazu eigens eines Sammelstelle eingerichtet: in der Praxis Dr. Fritz Ihler (zugleich Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes) in Rosenheim, Erlenaustraße 11. Dort können die Masken (FFP2 und FFP3) Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 11 Uhr im Sekretariat abgegeben werden. „Wir benötigen alles, was nur möglich ist, und verteilen es von dort nach Dringlichkeit an die anderen Praxen weiter“, erklärt Dr. Nikolaus Klecker, Bezirksvorsitzender im Bayerischen Hausärzteverband, das geplante Procedere.

Dr. Nikolaus Klecker, Bezirksvorsitzender im Bayerischen Hausärzteverband

"Die Lage ist dramatisch", sagen die Hausärzte

Diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ der Ärzte im Kreisverband Rosenheim ist Klecker zufolge mehr als notwendig: „Die Lage ist dramatisch, wir haben nicht mehr genügend Schutzausrüstung und werden komplett im Regen stehen gelassen.“ 

Denn: Sobald Lieferungen an Schutzausrüstung im Landkreis Rosenheim ankommen, zuletzt am Montag, 23. März, gibt es bei der Verteilung eine klare Prioritätenliste.

Zu wenig Atemschutzmasken auch an Kliniken geliefert 

Nummer 1 und damit allerhöchste Prio haben: die Kliniken und Krankenhäuser. Das bestätigt auch der Sprecher des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Michael Fischer, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Und er zeigt an einem Beispiel die inzwischen sehr dramatische Lage im Landkreis auf: „Die letzte Lieferung am Montag hat 2000 Mund- und Nasenschutzmasken umfasst. Das ist der tägliche Bedarf der Romed-Kliniken, nur um die Größenordnung klar zu machen.“

 Atemschutzmasken (partikelfiltrierende Halbmaske) der Schutzklasse FFP2 (r, Filtering Face Piece) und FFP3. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt als wirksamen Schutz vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus für das medizinische Personal mindestens eine FFP2-Maske. 

Zuständig für die Verteilung der Lieferung – die nächste ist für Dienstag, 24. März, geplant – ist das Gesundheitsamt Rosenheim. Und hier hält man sich strikt an die Vorrangliste: erst Kliniken und Krankenhäuser, dann ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Altenheime, ambulant tätige Ärzte und der öffentliche Gesundheitsschutz, darin inbegriffen auch das Gesundheitsamt. „Alles, was danach kommt, wie Zahnärzte, Hebammen und so weiter werden nicht mehr als vorrangig behandelt“, erläutert Fischer.

Das Vorgehen in der Behörde: Die Mitarbeiter versuchen per Telefon, den Bedarf festzustellen, und ordnen entsprechend die Verteilung an. Doch Fischer bestätigt mit Ernüchterung in der Stimme die düsteren Beschreibungen an der Hausärzte-Front: „Es reicht bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken.“

Schutzanzüge fehlen – Maler- oder Plastikkittel als Ersatz

Die Hausärzte rund um Dr. Klecker und Dr. Ihler gehen gar noch einen Schritt weiter – und erweitern ihren Hilferuf noch um Schutzanzüge: Falls vorhanden, sollen auch lange Maler- und leichte Plastikkittel an der Sammelstelle Ihler abgegeben werden. „Aber nur neue Kittel, die oben am Hals geschlossen sind und ganz wichtig, nur lange“, unterstreicht Dr. Klecker die dringende Bitte der Ärzteschaft. 

Pflegedienste schlagen auch Alarm 

Ähnlich dramatisch ist die Situation bei den Pflegediensten in der Region. Auch hier fehlt es an Schutzkleidung, wie unter anderem Karsten Hoeft von „Die mobile Krankenpflege“ in Rosenheim beklagt. Das kann Dr. Inge Ilgenfritz als Vorsitzende von „Pro Senioren Rosenheim“, die in einem Arbeitskreis mit einer Vielzahl ambulanter Pflegedienste aus Stadt und Landkreis Rosenheim zusammenarbeitet. Dr. Ihler: „Die ambulanten Pflegedienste stehen in der Corona-Krise an vorderster Stelle, sie bezeichnen sich selbst als Deich, der das Schlimmste von den Kliniken abhält. Wenn sie nicht mehr arbeiten können, dann kommen schlagartig auf das Klinikum ca. 1500 Patienten mehr zu. Aber die Pflegedienste leiden unter dem akuten Mangel an persönlichem Schutzmaterial.“ 

Genug Schutzausrüstung ist nicht in Sicht

Die zuletzt zugewiesenen Materialien reichten bei Weitem nicht aus. Dr. Ihler weiter: „Man darf ja nicht vergessen, dass die Pflegedienste im Allgemeinen an der sogenannten Risikogruppe arbeiten.“ Wie drastisch die Lage in den Kliniken ist, zeigt ein Aufruf der Schön-Kliniken Bad Aibling an die Unternehmen im Mangfalltal: Sie bitten die örtlichen Firmen, die unter anderem in den Bereichen Holzverarbeitung, Lacke, Autoindustrie tätig sind und mit FFp-Masken arbeiten, um Unterstützung. Denn: Leider sei eine „ausreichende Lieferung über die Lieferanten der Klinik derzeit nicht in Sicht“.

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