Rohe Ostern

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Angst im Biedersteiner Tunnel: Im dichten Qualm sah man die Hand vor Augen nicht. Foto: privat

An Ostern ist die Polizei zu wenig beschaulichen Einsätzen gerufen worden. Am Sonntag setzte eine Hochzeitsgesellschaft den Biedersteiner Tunnel unter Qualm. Bereits am Samstag stieg eine illegale SM-Party in einer Giesinger Lagerhalle.

Spektakuläre Polizeieinsätze

Von Johannes Heininger

Dichter Qualm, dröhnende Motoren, Hupkonzerte und Geschrei – für 90 lange Sekunden spielten sich am Sonntag im Biedersteiner Tunnel unter dem Englischen Garten angsteinflößende Szenen ab. Eine türkische Hochzeitsgesellschaft hatte mit ihren Sportwagen den Verkehr blockiert.

Es ist 14.45 Uhr, als eine vierköpfige Münchner Familie in den Tunnel einfährt. Nach wenigen Metern geht es nicht mehr weiter: Mehrere Autos – wie die Polizei später mitteilt, größtenteils BMW – versperren den Weg. Dann wird es laut. Einige lassen ihre Motoren aufheulen. Immer wieder röhren die PS-Protze. Andere lassen durch quietschende Reifen dichten Rauch im Tunnel aufsteigen – unter lautstarken Anfeuerungen der übrigen Anhänger des Autokorsos. „Wir wurden regelrecht begast“, schreibt der Vater, der die Szenen mit seinem Smartphone filmte. Er machte sich Sorgen um Frau und Nachwuchs: „Als Familie saßen wir verängstigt mit zwei Kindern mittendrin.“ Die Polizei ermittelt wegen mehrerer Delikte. Diese könnten vom Verstoß gegen das Umweltschutzgesetz bis zum gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr reichen.

Bereits am Karsamstag waren die Beamten in einen Giesinger Hinterhof ausgerückt. In einer ehemaligen Lagerhalle stieg eine illegale Sado-Maso-Party. Der Veranstalter, 52, hat das Gebäude an der Aschauer Straße angemietet. Für derartige Großveranstaltungen fehlt ihm aber die Genehmigung. Grund: Mängel am Brandschutz und an der Bausubstanz. Gegen 22.30 Uhr war Schluss mit der wilden Sause. Etwa 115 Gäste mussten nach Hause. „Das läuft hier jedes Wochenende so“, sagt eine Anwohnerin unserer Zeitung. „Die feiern freitags und samstags. Dass seine Partys illegal sind, ist dem Veranstalter egal.“ Diesmal wurde er allerdings vom Vermieter höchstpersönlich erwischt. Als der 61-Jährige auf einem späten Spaziergang den Lärm in der Halle wahrnahm, wurde er stutzig. Als ihn schließlich einer der Partygäste ansprach, ob er denn auch mitmachen wolle, war alles klar – er holte die Polizei.

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare