Rikscha-Rebellen

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Diese Rikscha-Fahrer suchen sich ihren eigenen Stellplatz: Mit Wasser markieren sie, wo sie in Zukunft gerne ihre Radl-Taxen abstellen würden. foto: Reinhard Kurzendörfer

legen eigenes Stellplatz-Konzept vor

Kreisverwaltungsreferat verbietet Radl-Taxen am Marienplatz

Was den Plan des Kreisverwaltungsreferats für einen offiziellen Rikscha-Stellplatz am Rindermarkt angeht, ist man sich unter den Rikscha-Fahrern einig: abgelehnt. Man hätte sich eine „gemeinsame Lösungsfindung mit dem KVR gewünscht. Stattdessen wurden wir schlichtweg nicht gefragt“, so Dominic Staat, Geschäftsführer der Rikscha-Firma Pedalhelden.

Als Antwort auf das „forsche Vorgehen“ der Behörde hat sich der „Rikscha-Anführer“ deshalb auch mit Fahrern anderer Firmen zusammengesetzt und ein eigenes Stellplatzkonzept für den Marienplatz erarbeitet. Und dieses soll nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dafür sind Staat und vier seiner Kollegen gestern Morgen mit ihren Rikschas vorgefahren, und haben sie demonstrativ auf dem Marienplatz abgestellt. Begleitet vom Rathausglockenspiel, packen sie eifrig Wassereimer und Tapezierroller aus und malen ihre Vorstellung von der perfekten Lösung auf den Asphalt. Und das sieht so aus: Insgesamt sollen vier Rikscha-Abstellzonen für jeweils drei Fahrzeuge entstehen. Drei Parkmöglichkeiten möchten die Fahrer entlang der Südost-Seite des Platzes, zwischen Fischbrunnen und Hugendubel. Der vierte Stellplatz soll auf die gegenüberliegende Straßenseite.

„In unseren Augen ist das eine allgemeinverträgliche Lösung. Als wir das Konzept gestern ausprobiert haben, wollten ein Lastwagen und ein Notarztwagen an uns vorbei. Das klappte problemlos“, so der Fahrer Maximilian Zwez. Auch werde man an dieser Stelle von keinem Touristen übersehen. Das sei nicht nur gut für das Geschäft der Fahrer, sondern bringe auch Vorteile für die Urlauber. Diese profitierten nämlich in zweifacher Hinsicht: Für sie sei ein Rikscha-Fahrer nämlich Kurzstreckentaxi und „Tourist-Guide“ in einem. Letztlich sei das „Radl-Taxi“ auch als „Markenbotschafter“ für München zu sehen. „Unser Vorschlag bedeutet in mehrfacher Hinsicht eine klare Win-Win-Situation“, so Zwez.

Das KVR sieht Fußgänger durch die jetzige Situation beeinträchtigt. Deshalb hat die Behörde ab kommenden Samstag das Abstellen von Rikschas auf dem Marienplatz verboten. Stattdessen sieht sie einen verbindlichen Stellplatz am Rindermarkt entlang der Buchhandlung Hugendubel vor. Die Rikscha-Fahrer fürchten allerdings, an diesem Platz von Kunden übersehen zu werden. Auch erschwere die Hanglage am Rindermarkt das Losfahren aus dem Stand.

Dominic Staat will seinen Plan trotz KVR-Beschluss umsetzen. „Wir hoffen auf die Kulanz von Polizei und KVR. Wir sind jederzeit für ein Gespräch mit dem KVR offen. Bekommen wir aber eine Abmahnung, werden wir uns rechtlichen Beistand holen.“ Man darf also gespannt sein. Stefan Stelzl

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