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„Durch den Verband geht ein Riss“

Revolte im Bayerischen Jagdverband? Präsident Weidenbusch geht in die Offensive

Geht in die Offensive: Ernst Weidenbusch, Präsident des Bayerischen Jagdverbands, im Haus der bayerischen Jäger in Feldkirchen.
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Geht in die Offensive: Ernst Weidenbusch, Präsident des Bayerischen Jagdverbands, im Haus der bayerischen Jäger in Feldkirchen.
  • Dominik Göttler
    VonDominik Göttler
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Es brodelt mal wieder im Bayerischen Jagdverband. Nach anonymen Vorwürfen gegen das Präsidium und einer Anzeige gegen den Präsidenten selbst, verteidigt sich Ernst Weidenbusch. Und erhebt ebenfalls schwere Vorwürfe gegen seine Kritiker

Feldkirchen – Ernst Weidenbusch kann ein sehr schlagfertiger Redner sein. Doch auf die Frage, ob er in seiner bisherigen Amtszeit als Jägerchef Fehler gemacht habe, schweigt er einige Zeit. Und sagt schließlich: „Ich habe unterschätzt, dass die Geschwindigkeit, mit der wir den Verband in die Zukunft führen wollen, vielleicht zu schnell war. Es ist nicht gelungen, alle mitzunehmen.“ 

Das ist durchaus vorsichtig formuliert, angesichts der Turbulenzen, die den Verband in diesen Wochen mal wieder erschüttern. In einem anonymen offenen Brief berichten angebliche ehemalige Mitarbeiter von einem Klima des Misstrauens und der Angst in der Geschäftsstelle in Feldkirchen. Und der Dachauer Jägerchef Ernst-Ulrich Wittmann, der zuletzt gegen Weidenbusch angetreten und unterlegen war, zeigte den Präsidenten wie berichtet wegen Beleidigung auf einer Jagdmesse an. Eine Gruppe von Mitgliedern plant offenbar, Weidenbusch zu stürzen. Mit ihm sei es unmöglich, die Spaltung im Verband zu überwinden, heißt es. 

„Durch den Verband geht ein Riss“

Es gibt also Redebedarf im Haus der Jäger in Feldkirchen. Gestern hat Weidenbusch zur Pressekonferenz geladen. Zunächst wird dargelegt, dass sich der Verband seit Weidenbuschs Wahl inhaltlich und finanziell aufgestellt habe. Tenor: Man habe eine schwierige Lage vorgefunden, sei jetzt aber wieder schlagkräftig.

Und dann macht Weidenbusch klar, was er von den Vorwürfen, die teils anonym, teils namentlich von Mitgliedern über die Presse vorgetragen wurden, hält. Weidenbusch spricht von einer Rufmordkampagne – und gibt Einblicke in die verbandsinternen Debatten der vergangenen Monate. „Durch den Verband geht ein Riss.“ Der Versuch, beide Seiten zusammenzuführen, sei überhaupt nicht erfolgreich gewesen. Es gebe eine Gruppe rund um Wittmann und weitere Kreisgruppen-Chefs, die in Totalopposition gegangen sei. „Jeder Versuch, diese Gruppe einzubinden, ist gescheitert“, sagt Weidenbusch. Stattdessen werde das Präsidium mit diffusen Vorwürfen überzogen. Das habe Methode. „Der Gruppe geht es um Macht und Geld.“ Und teilweise sei es wohl auch eine persönliche Sache. 

Weidenbusch bestreitet die Vorwürfe

Weidenbusch bestreitet erneut die Vorwürfe. Bedrohung? „Klare Lüge.“ Beleidigung? „Unwahr.“ Wutausbrüche? Er könne sich an keine erinnern. Die Behauptung, es hätten schon reihenweise Mitarbeiter in der Geschäftsstelle aus Protest gegen den Führungsstil gekündigt, sei ebenfalls nicht von den Zahlen gedeckt. Weidenbusch listet auf: Neun Kündigungen, aber aus diversen Gründen (unter anderem: Lottogewinn). Dreimal Ruhestand. Drei auslaufende Verträge. Reagieren will man im Verband aber trotzdem. Angekündigt wird eine Whistle-Blowing-Stelle, über die sich Hinweisgeber im Verband anonym oder mit Namen an die Justiziarin wenden können – anwaltliche Verschwiegenheit sei garantiert.

Für Weidenbuschs Gegner ist das nicht genug. „Wir brauchen einen Neuanfang“, sagt etwa Ernst-Ulrich Wittmann. „Ich sehe keinen anderen Ausweg, als eine außerordentliche Landesversammlung.“ Zehn Prozent der Kreisgruppen müssten sich dafür aussprechen. Für eine Abwahl des Präsidenten wären dann die Stimmen von mehr als 50 Prozent der Teilnehmer nötig. Wittmann sieht gute Chancen. Die Kreisgruppe Nürnberg Land forderte gestern Weidenbuschs Rücktritt.

Auch Weidenbusch will nicht ausschließen, dass es zur Abstimmung kommt. „Dann entscheiden die Mitglieder, ob sie weiter voran in die Zukunft oder zurück ins Schlamassel wollen.“ Er wolle an seinem Kurs festhalten, auch wenn ihn die kritische Gruppe dabei bremse. Deshalb schließt er mittlerweile auch nicht mehr aus, 2026 für eine weitere Amtszeit anzutreten. Für seine Gegner dürfte das wie eine Drohung klingen.

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