„Respekt? Ja, Bitte!“: Kampagnen-Film thematisiert Gewalt gegen Einsatzkräfte

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Filmvorstellung im Mathäser-Kino: Siegfried Maier, Landesgruppen-Vorsitzender der Feuerwehr-Gewerkschaft erläuterte die Hintergründe der Kampagne. Foto: Oliver Bodmer

Zwei Maskierte packen einen Feuerwehrmann von hinten, werfen ihn um und drücken seinen Kopf zu Boden.

Der Mann, der eigentlich anderen helfen will, bleibt regungslos liegen: So beginnt der Kurzfilm „Respekt? Ja, bitte!“, den die Landesgruppe Bayern der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft am Mittwochnachmittag im Münchner Mathäser-Kino vorstellte. Der dreiminütige Trailer soll auf Gewalt gegen Einsatzkräfte aufmerksam machen. Zu sehen war auch eine Kurzversion. Sie wird nun vier Wochen im Vorprogramm in den Kinos der Kinopolis-Gruppe in Aschaffenburg, Landshut, Rosenheim und eben München gezeigt.

Die Leinwand-Kampagne ist eine Reaktion auf die immer härtere Realität bei Einsätzen, die kürzlich in der Silvesternacht nicht nur Polizisten erleben mussten. Körperliche Attacken auf Feuerwehrkräfte nehmen laut der Gewerkschaft zu. Sie werden mit Böllern beworfen, von Autofahrern absichtlich angefahren oder nach Unfällen am Reanimieren gehindert.„Es wird immer schlimmer“, sagte der Landesgruppen-Vorsitzende Siegfried Maier. Die Idee für den Film sei seit 2015 gereift. „Jetzt ist das Thema richtig akut“, so Maier. Die Freiwillige Feuerwehr Erding stellte ihre Wache als Hauptdrehort zur Verfügung, außerdem spielten Männer und Frauen der Berufsfeuerwehren München, Augsburg, Regensburg und Nürnberg ihren Alltag nach.

Zur Vorstellung kam auch die Kriminalwissenschaftlerin und Juristin Janina Dressler. In einer vierjährigen Studie hat sie 1600 Feuerwehrler Fragebögen ausfüllen lassen und über 100 interviewt. Ihrer Aussage nach erlebt jede Einsatzkraft in München im Schnitt zwei körperliche Angriffe pro Jahr, in Hamburg und Berlin seien es sogar drei – ganz zu schweigen von Pöbeleien und Beleidigungen. Im ländlichen Bereich seien die Übergriffe seltener, aber auch vorhanden. Ein Problem: Viele Fälle werden nicht angezeigt, und ein bundesweites Register der Attacken gibt es nicht. Der Landesgruppen-Vorsitzende Maier betonte, dass es sich um Gewalt gegen freiwillige Helfer handelt. „97 Prozent der Einsatzkräfte in Bayern arbeiten ehrenamtlich.“ Auf der Kinoleinwand erschien eine Liste mit zehn Forderungen an die Politik. Am wichtigsten ist der Gewerkschaft die konsequente Strafverfolgung. Maier: „Die nötigen Gesetze wären da.“  gma

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