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Regisseurin verliert gegen Wikipedia

Das Amtsgericht München hat die Klage einer Münchner Drehbuchautorin und Regisseurin gegen Wikipedia abgewiesen. Die Dokumentarfilmerin hatte von dem Online-Lexikon verlangt, ihr Geburtsdatum aus einem Eintrag über sie zu entfernen.

von Katharina Mutz. Weil Wikipedia sich weigerte, klagte die Regisseurin. Mit ihrem Schritt wollte sie erreichen, dass der Artikel über sie entfernt würde.

Die Regisseurin argumentierte, dass ihr durch die Veröffentlichung ihres Alters Nachteile entstünden, weil die Medienbranche von deutlich jüngeren Menschen geprägt werde. Gerade im Hinblick auf Fernsehsender sei die Angabe problematisch, weil Intendanten es bevorzugten, junge Regisseure zu engagieren, um ein junges Publikum zu gewinnen. Zudem sei sie keine prominente Person. Auch wenn sie an Arbeiten mitgewirkt habe, die öffentliche Aufmerksamkeit erfahren hätten, mache sie das nicht zu einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, so die Regisseurin.

Das Gericht musste also das Persönlichkeitsrecht gegenüber dem öffentlichen Interesse abwägen: Das Persönlichkeitsrecht „verleiht dem Einzelnen die Befugnis, grundsätzlich selbst darüber zu bestimmen, wann und innerhalb welcher Grenzen persönliche Lebenssachverhalte offenbart werden. Hierunter fällt auch das Recht, grundsätzlich selbst darüber zu bestimmen, ob und welche Informationen über seine Person auf der streitigen Internetseite der Beklagten veröffentlicht werden“, zitiert das Urteil eine Entscheidung des Landgerichts Tübingen. Das Geburtsjahr, so der Richter, gehöre zur Privatsphäre eines Menschen. Andererseits seien personenbezogene Daten aber auch Teil der sozialen Realität einer Person. Deshalb müssten Persönlichkeitsrechte regelmäßig hinter der Meinungsfreiheit zurückstehen – wenn die betreffenden Tatsachen richtig seien, an der Veröffentlichung ein öffentliches Interesse bestehe und die Folgen der Veröffentlichung für den Betroffenen nicht schwerwiegend seien.

Aus diesen Gründen wies der Richter die Klage ab. „Die Klägerin ist eine renommierte, in der Öffentlichkeit bekannte und stehende Dokumentarfilm-Produzentin. Insoweit ist es für die Öffentlichkeit von Interesse, in welchem Alter sie welchen Film produziert hat“, so das Gericht. Zudem sei „nicht nachvollziehbar, inwieweit [...] der [...] Eintrag eine Rolle bei der Produktionsvergabe spielen kann“. Darüber hinaus sei das Geburtsdatum im Zusammenhang mit früheren Filmen mehrfach veröffentlicht worden. Wikipedia hatte sich in dem Eintrag auf die Dissertation der Regisseurin bezogen, in der das Geburtsdatum genannt wird.