Razzia in der Sponsoring-Affäre

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Miesbach – Im Zuge von Ermittlungen zur Sponsoring-Affäre der Miesbacher Kreissparkasse hat es eine groß angelegte Razzia gegeben. 13 Staatsanwälte und 75 Kripobeamte durchsuchten am Dienstag 27 Wohnungen und Geschäftsräume hauptsächlich im Landkreis Miesbach, wie die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt (LKA) in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten.

Nicht nur im Landratsamt Miesbach und bei der Kreissparkasse beschlagnahmten die Ermittler Unterlagen – sondern auch bei amtierenden und ehemaligen Vorständen und Verwaltungsräten der Bank. Der frühere Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (CSU) ebenso wie Ex-Sparkassenchef Georg Bromme erhielten gegen 7 Uhr Besuch von den Ermittlern in ihren Privathäusern in Fischbachau und Waakirchen. Ebenso erging es ihren Nachfolgern, dem neuen Landrat Wolfgang Rzehak und Sparkassenchef Martin Mihalovits.

Kreidl war im Frühjahr 2014 vor allem wegen der Finanzierung seiner überteuerten Geburtstagsfeier durch das kommunale Geldinstitut unter Druck geraten und hatte sich aus der Politik zurückgezogen. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen Untreue gegen den 62-Jährigen. Ermittlungsverfahren richten sich in der Sponsoringaffäre neben Ex-Funktionsträgern auch gegen aktive Mitglieder und Verwaltungsräte der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Es geht um mehrere Verdachtsfälle von Untreue in den Jahren 2008 bis 2013. Im Raum stehen auch Vorteilsgewährung, Vorteilsannahme, Bestechung und Bestechlichkeit. Die Ermittlungen umfassen zwölf Komplexe mit einem Volumen von zusammen mehr als einer Million Euro. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II erließ das Amtsgericht Durchsuchungsbeschlüsse gegen 16 Beschuldigte.

Das Geldinstitut fordert mehr als sechs Millionen Euro von Kreidl, Bromme sowie weiteren Ex-Vorständen und -Verwaltungsräten zurück. Ihnen wird vorgeworfen, durch Immobilienkäufe, gesponserte Ausflüge von Kommunalpolitikern und teure Renovierungen von Büros ihre Pflichten grob fahrlässig verletzt zu haben.

Die Ermittler stellten bei der Razzia in dem Geldinstitut und im Landratsamt Unterlagen sicher. „Die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee hat selbstverständlich alle Unterlagen übergeben“, teilte ein Sprecher dazu mit. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) sagte: „Ich setze mich dafür ein, dass alle im Raum stehenden Vorwürfe und Sachverhalte lückenlos aufgeklärt werden.“ Andere Beteiligte reagierten geschockt. „Es ist ein sonderbares Gefühl“, sagte ein Betroffener. „Mit so etwas bin ich im ganzen Leben noch nicht konfrontiert worden.“ sh

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