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In Bayern endet die Isolationspflicht

Raus aus dem Corona-Modus: Fällt schon bald die Masken-Pflicht im Nahverkehr?

Die Maske fällt - bald auch im Nahverkehr, kündigt Markus Söder an.
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Die Maske fällt - bald auch im Nahverkehr, kündigt Markus Söder an.
  • Christian Deutschländer
    VonChristian Deutschländer
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  • Sebastian Horsch
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Am Mittwoch, 16. November, fällt die Isolationspflicht. Markus Söder - einst Gründungsmitglied des „Team Vorsicht“ - führt Bayern als eines der ersten Länder aus dem Corona-Modus. Fällt bald auch die Maskenpflicht in Bus und Bahn?

München – Was der Bundesgesundheitsminister von all dem hält, passt in einen einzigen Satz. „Derzeit kann ich keine Notwendigkeit erkennen, die Empfehlung der Bundesregierung anzupassen“, schreibt Karl Lauterbach (SPD) in einem knapp gehaltenen Brief, der am Montag auch in der Poststelle des bayerischen Gesundheitsministeriums eingeht. Es ist Lauterbachs Antwort auf die Aufforderung der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein, die geltende Isolationspflicht für Corona-Infizierte zu beenden. Ein klares Nein.

Doch Klaus Holetschek (CSU) braucht Lauterbachs Zustimmung nicht. Als bayerischer Gesundheitsminister hat er bereits angekündigt, dass eine Covid-Infektion im Freistaat ab Mittwoch kein zwingender Grund mehr ist, daheim zu bleiben. Wer sich gesund fühlt, muss dann auch mit einem positiven Testergebnis nicht mehr mindestens fünf Tage in Isolation verbringen, sondern darf mit Maske das Haus verlassen. Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein planen Ähnliches.

Fällt bald auch die Maskenpflicht im Nahverkehr?

Und auch die Tage der Maskenpflicht in Bus und Bahn scheinen in Bayern gezählt. Noch im Sommer hatte Holetschek damit gerechnet, dass im Winter sogar wieder eine Verschärfung auf FFP2-Pflicht nötig werden dürfte. Nun kommt es wohl ganz anders. „Angesichts sinkender Zahlen ist eine generelle Vorgabe bald nicht mehr angemessen“, sagt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag unserer Zeitung. Die aktuelle Verordnung gilt noch bis 9. Dezember – danach könnten die Masken im Nahverkehr recht bald fallen. „Im Dezember, spätestens im Januar, könnte die obligatorische Maskenpflicht bei gleichbleibender Lage in eine freiwillige Empfehlung umgewandelt werden“, stellt Söder in Aussicht.

Sorge, in eine mögliche Winterwelle hinein zu lockern, hat Söder offenbar nicht. „Es ist genau das eingetreten, was wir erwartet haben: Nach der Wiesn sind die Zahlen gestiegen und dann auch wieder rasch gefallen“, sagt er. 

Zudem hätten die Menschen in Bayern mittlerweile „eine höhere Grundimmunität gerade gegen schwere Verläufe“ aufgebaut. „Wir kommen hoffentlich von der Pandemie in die Endemie“, sagt Söder. Und Hinweise auf neue, gefährlichere Mutationen gebe es nicht. 

Für Maskenpflicht in Fernzügen ist der Bund zuständig

Auch wenn sich der Wind im Falle einer solchen gefährlicheren Variante also auch schnell wieder drehen kann, plant Bayern mit dem Ende der Maskenpflicht absehbar den Ausstieg aus dem Corona-Modus im öffentlichen Raum. Denn was dann noch bleibt an Auflagen, sind Masken- und teils Testpflichten im Gesundheitswesen und in Pflegeeinrichtungen. Selbst die Krankenhaus-Betretungsverbote für Infizierte sollen beim Personal wohl künftig nur noch dort zwingend greifen, wo vulnerable Patienten in Gefahr sind. Für die weiter bestehende Maskenpflicht in Fernzügen ist der Bund zuständig – Söder hat bereits klargemacht, dass er am liebsten auch hier auf Freiwilligkeit setzen würde. 

Doch im Bundesgesundheitsministerium sieht man Lockerungen in Nah- und Fernverkehr ähnlich skeptisch wie bei der Isolationspflicht. Nachdem am Montag – kurz vor Bayern – schon Schleswig-Holstein ankündigt, die Masken im Nahverkehr mit Jahresende fallen zu lassen, kommt prompt ein Rüffel aus Berlin. Ohne diesen Schutz drohe eine „massive Welle“ von Infektionen, sagt Lauterbach dem Sender Welt. Er warnt zudem vor einem „Flickenteppich“, wenn einzelne Länder die Maskenpflicht im Nahverkehr aufheben und andere nicht. 

Bayerns Gesundheitsminister Holetschek will sich das nicht gefallen lassen. „Es geht nicht, dass man sich in Berlin bei unangenehmen Fragen davonstiehlt und immer nur sagt, die Länder sollen entscheiden“, sagt er unserer Zeitung. „Und wenn sie dann entscheiden, ist es auch wieder nicht recht.“ 

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