Randvoll Zur Wiesn-Halbzeit zieht die Festleitung Bilanz: Mehr Besucher, mehr Appetit

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Was für ein Ansturm: 3,3 Millionen Menschen schlenderten bislang über die Festwiese. Hier ein Bild vom Samstag aus der Bierstraße. Foto: Oliver Bodmer

Randvoll. Zur Wiesn-Halbzeit zieht die Festleitung Bilanz: Mehr Besucher, mehr Appetit.

VON SARAH BRENNER

Ein Meer aus Menschen schiebt sich durch die Wirtsbudenstraße – Münchner, Mexikaner, Touristen aus aller Welt. Keine Spur von Stress, kein Anflug von Hektik, auf dem Festgelände regieren Ruhe und Respekt. Die Festleitung, die Schausteller, die Polizei, sie alle sprechen von einer bislang „ausgesprochen harmonischen Wiesn“. Allein der Tod eines 58-Jährigen am Freitag überschattete die Feierlaune der Festgäste.

Mehr Familien, mehr Kinder, weniger Straftaten – so lautet die erfreuliche Halbzeitbilanz. Schätzungen zufolge tummelten sich während der ersten Wiesn-Woche gut 3,3 Millionen Besucher auf der Theresienwiese – und damit rund 300 000 mehr als im Vorjahr. Kein Wunder! Schließlich sind die Bedingungen perfekt. Sonne satt bei spätsommerlichen Temperaturen. Selbst der Orkan, der in der vergangenen Woche durch München fegte, tat der fröhlichen Stimmung keinen Abbruch. „Fabienne“ wehte weder Zelte, Karussells noch die Faszination der Festgäste weg.

Die haben heuer vor allem eins: einen Bären-, oder besser gesagt, Ochsenhunger. 70 Ochsen und 29 Kälber landeten bislang auf den Tellern. Ebenfalls hoch im Kurs: Kasspatzn und Kaiserschmarrn. Nach Zeltschluss waren vor allem Bratwurst- und Haxnsemmeln heiß begehrt. Außerdem feierte die gute alte Zuckerwatte ein Revival.

Ebenfalls erfreulich: Trotz des großen Andrangs registrierte die Polizei deutlich weniger Straftaten als im Vorjahr. „Die Zahlen sind bei fast allen Delikten rückläufig“, verkündete Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Münchner Polizei. Eine deutliche Tendenz nach unten verzeichnete beispielsweise der Bereich der Sexualdelikte. Bislang wurden 21 Fälle zur Anzeige gebracht – und damit 13 weniger als im Vorjahr. 14 Täter konnten festgenommen werden. Darunter auch zwei mutmaßliche Vergewaltiger.

Im Vergleich zum Vorjahr ist auch die Zahl der Körperverletzungen gesunken. „Die Besucher haben heuer deutlich weniger Masskrüge geschwungen“, verkündete da Gloria Martins, „es sei denn, zum Anstoßen“.

Pro Kopf tranken die Festgäste während der ersten Wiesn-Woche in etwa so viel Bier wie im Vorjahr. Konkrete Zahlen hat die Festleitung noch nicht vorgelegt. Klar ist: Im Rausch wurden rund 50 000 Masskrüge entwendet – so viele wie im Vorjahr.

Diebe haben es heuer besonders auf abgelegte Kleidung abgesehen. Diebstähle aus Handtaschen? Laut Polizei kaum vorhanden. „Dies dürfte am Taschenverbot auf dem Festgelände liegen“, sagte da Gloria Martins. Außerdem sind auch heuer speziell ausgebildete Taschendiebfahnder im Einsatz.

Genau wie die Festleitung spricht auch die Aicher Ambulanz von einer ausgelassenen wie harmonischen Wiesn. Der private Rettungsdienst hat das Bayerische Rote Kreuz nach 133 Jahren auf der Wiesn abgelöst. Aicher hatte ein kostengünstigeres Angebot abgegeben.

Bislang haben die Sanitäter 2782 Patienten behandelt. Schnitte, Prellungen, Alkoholvergiftungen. 1544 Festgäste bedurften einer ärztlichen Betreuung. Diejenigen, die in Flipflops über die Festwiese schlenderten und dabei in Scherben stiegen, landeten in der „Nähstube“. 270 Wunden mussten chirurgisch versorgt werden. Außerdem wanderten am Info-Point 321 Blasenpflaster, 667 normale Pflaster und 26 Hygieneartikel über die Theke.

Was wäre die Wiesn ohne Skurrilitäten? Richtig, bloß halb so schön. 865 Gegenstände wurden bislang auf dem Festgelände gefunden – darunter ein Badmintonschläger, ein Tenorhorn, ein Blutzuckermessgerät und – man glaubt es kaum – eine Wärmflasche.

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