Quote ist kein Allheilmittel

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. . . bei Angelika Niebler. Foto: Marcus Schlaf

Nachgefragt . . . Mit 98,6 Prozent ist die Vorsitzende der Frauen-Union Bayern, Angelika Niebler (54), am Samstag in ihrem Amt bestätigt worden.

Die Europaabgeordnete führt die Frauen-Union bereits seit 2009, sie ist zudem stellvertretende CSU-Parteivorsitzende. Auch wenn in Sachen Frauenförderung in den vergangenen 20 Jahren viel erreicht worden sei, gebe es auch Bedauerliches: So sinkt nun nach der Wahl die Frauenquote im Bundestag von 37 auf 30 Prozent. Niebler will weiter für mehr Frauen in politische Spitzenpositionen kämpfen.

-Glückwunsch zu Ihrer Wiederwahl. Sehen Sie sich in Ihrer Arbeit bestätigt?

Das super Ergebnis freut mich riesig, es ist ein großer Vertrauensbeweis meiner Frauen und ist ein Ausdruck großer Geschlossenheit. Wir haben als Frauen-Union große Fortschritte gemacht, weil heute weit mehr Frauen für ein politisches Mandat antreten als vor 20 Jahren. Nicht zufriedenstellen kann uns aber, dass der Frauenanteil nach der Bundestagswahl geschrumpft ist. Wir sind ja eine Partei, die ihre Sitze über Direktmandate holt. Bei der Bundestagswahl 2013 zogen noch sieben Frauen über die Liste ein, sodass wir in der CSU-Landesgruppe 15 Frauen hatten. Das ist heuer nicht gelungen, und so bleibt es bei den acht Direktabgeordneten. Frauen in der CSU sind aber erfolgreich. So holte Emmi Zeulner im Wahlkreis Kulmbach mit 55,4 Prozent das beste Ergebnis Bayerns.

-Wie sieht es aus bei den Spitzenämtern? Gibt es Frauen, die nachfolgen können? Etwa auf Gerda Hasselfeldt, bislang Chefin der CSU-Landesgruppe?

Wir haben im Bundestag eine super Mannschaft, alle Frauen sind für ein Spitzenamt qualifiziert. Beispielsweise hat Dorothee Bär als Parlamentarische Staatssekretärin einen guten Job gemacht.

-Braucht es in Bayern neben der Frauenquote für Bezirk und Parteivorstand auch eine für Orts- und Kreisverbände?

Die Quote ist kein Allheilmittel, auf den unteren Ebenen muss das meiner Meinung nach von selbst wachsen. Die Beteiligung von Frauen ist von Region zu Region unterschiedlich, an der Basis wie auch in Spitzenämtern. So sind drei der fünf Bundestagsabgeordneten aus Unterfranken Frauen. In Nürnberg, München, der Oberpfalz und Schwaben sind dagegen nur Männer in den Mandaten.

-Helfen sich Frauen eigentlich gegenseitig oder gibt es die berühmte Stutenbissigkeit tatsächlich?

Stutenbissigkeit habe ich persönlich nie erlebt. Ich habe gerade auch von Frauen immer viel Unterstützung erhalten. Ich kenne jedoch auch Frauen mit anderen Erfahrungen. Meine Einschätzung ist aber, dass kluge Frauen Netzwerke bilden und sich gegenseitig unterstützen. Programme wie das Mentoring, bei dem Berufspolitikerinnen Frauen über die Schulter blicken lassen, schweißen zusammen. Ein Signal, dass wir Frauen zusammenhalten, war für mich auch, dass alle Ministerinnen unsere Landesversammlung besucht haben. Die Frauen in der CSU zeigen Geschlossenheit. Interview: Susanne Sasse

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