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Prügel-Attacke in der S-Bahn

Franz Josef Bachhuber ist am Freitagabend von zwei Jugendlichen in der S-Bahn zusammengeschlagen worden. Er hatte sie aufgefordert, ihre Zigaretten auszumachen. Hilfe von anderen Fahrgästen bekam der 55-Jährige nicht.

Jugendliche schlagen Moosburger

Franz Josef Bachhuber ist am Freitagabend von zwei Jugendlichen in der S-Bahn zusammengeschlagen worden. Er hatte sie aufgefordert, ihre Zigaretten auszumachen. Hilfe von anderen Fahrgästen bekam der 55-Jährige nicht.

Von Mieke Meimbresse

Neufahrn – Drei Tage danach geht es Franz Josef Bachhuber immer noch schlecht. Er hat Prellungen am ganzen Körper, sein linkes Auge ist geschwollen. Beim Sprechen stockt er immer wieder. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an diesen Freitag.

Es ist 19.30 Uhr: Der Kreisvorsitzende der Piraten im Kreis Freising sitzt in der S 1 Richtung Freising. Er kommt von der Arbeit. Der 55-Jährige ist Einkäufer bei BMW in München. Täglich fährt er die Strecke, doch diesmal ist alles anders. Ein paar Meter hinter ihm, berichtet er, sitzt eine Gruppe von Jugendlichen und hört laut Musik. „Es war richtige Partystimmung“, sagt der Moosburger. Der Boden sieht wüst aus, Säfte sind ausgelaufen, Pappbecher liegen herum.

Als Bachhuber bemerkt, wie sich die Jugendlichen eine Zigarette anzünden wollen, reicht es ihm: Er steht auf und bittet sie, die Zigarette auszumachen. Sofort folgen Beleidigungen. Bachhuber werden Prügel angedroht. Als die Situation immer brenzliger wird, zieht er die Notbremse. Da ist der Zug gerade in Neufahrn eingefahren und zum Stillstand gekommen. Zwei der Jugendlichen versuchen, die Notbremse wieder reinzudrücken. Als das nicht geht, wollen sie ihr Opfer aus der Bahn zerren. Bachhuber wehrt sich. Daraufhin schlägt ihm einer der Angreifer ins Gesicht. Mit voller Wucht. Immer wieder. Irgendwann gelingt es Bachhuber, den Schläger in den Schwitzkasten zu nehmen. Doch der kann sich befreien. Auf dem Bahnsteig wirft einer der Jugendlichen eine volle Wodkaflasche auf Bachhuber. Die verfehlt ihr Ziel. Sie schlägt in einer S-Bahn-Scheibe ein. Die Angreifer rennen schließlich davon.

Unfassbar: Im Abteil saßen mehrere Fahrgäste, erwachsene Männer. Doch keiner war dem 55-Jährigen zu Hilfe gekommen, berichtet er. „Die Leute sind sitzengeblieben, haben nur zugeschaut.“ Nachdem die Polizei den Vorfall aufgenommen hat, fährt Bachhuber weiter nach Freising – in die Notaufnahme. Wegen seiner Verletzung musste er am Samstag in eine Münchner Augenklinik. Die Ermittlungen zur Identifizierung der Täter laufen inzwischen, hieß es gestern aus dem Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Einer der Jugendlichen hat auf der Flucht sein Handy verloren. Bachhuber hat es aufgehoben und der Polizei übergeben.

Die Prügelattacke in der S 1 war nicht der einzige Vorfall: Am Pfingstsamstag um 0.50 Uhr gerieten in der S 2 kurz vorm Hauptbahnhof zwei Jugendliche aneinander. Eine 16-Jährige aus Dachau und eine 17-Jährige aus München zogen sich an den Haaren. Ein 24-jähriger, der kurz zuvor eingestiegen war, mischte sich ein. Er soll die 16-Jährige gewürgt haben. Alle drei waren erheblich betrunken. Gegen alle, teilte die Bundespolizei mit, wird nun wegen Körperverletzung ermittelt.