Ansturm auf das Riesenrad im Priener Hafen: „Der Blick ist einfach wunderbar“

Gute Aussichten: In der Höhe ist der Chiemsee in seiner ganzen Weite zu überblicken.
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Gute Aussichten: In der Höhe ist der Chiemsee in seiner ganzen Weite zu überblicken.
  • vonMartin Tofern
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Die neue Attraktion im Priener Hafen begeistert schon am Donnerstag, 18. Juni, Einheimische und Touristen gleichermaßen. Auch der Bürgermeister Andreas Friedrich hält das markante Gebilde für eine gute Sache.

Prien – Rentnerin Angelika Cretnik aus Prien, 66, ist begeistert: „Der Blick ist einfach wunderbar, das ist wirklich eine Superidee.“ Das neue Riesenrad am Hafen kommt bei den Einheimischen und den Touristen gut an. Viele haben am schon den Aufbau beobachtet und sind jetzt, da das mächtige Fahrgeschäft in Betrieb ist, neugierig. Bereits am Vormittag um 11 Uhr standen die Leute schon Schlange an der Kasse, um einmal eine Fahrt zu wagen und über die schöne Aussicht zu staunen. „Bei uns herrschte ein reger Verkehr, für den ersten Tag sind wir zufrieden“, erklärt Betreiber Maik Landwermann.

Am frühen Nachmittag hat sich der erste Schwung aufgelöst, aber immer wieder kommen Passanten einzeln oder in Gruppen vorbei, um das große Rad zu betrachten.

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In nächster Nähe legen die Schiffe tuckernd an und ab, die Chiemseebahn gibt ihr unverwechselbares Pfeifen von sich. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, ein leichtes Lüftchen weht hier unten am See. Noch ist es hier nicht zu voll, es herrscht eine angenehme Stimmung. Manche Schaulustige bleiben auf Abstand, weil sie großen Respekt vor der Höhe haben. Sie schauen dem Treiben lieber nur zu und machen fleißig Fotos.

Kinder stürmen auf die Attraktion zu

Andere kommen im Familienverband und stürmen auf das Riesenrad zu, vor allem die Kinder. Bei diesen Familien herrscht klare Arbeitsteilung: Der Großvater stellt sich an der Kasse an, selbstverständlich mit ordnungsgemäß angelegter er Maske, und kauft Karten für alle außer der Großmutter. Denn die bleibt mit dem Baby lieber auf dem Boden. Großvater, Kinder und Kinderkinder stiegen ins Riesenrad ein und winken der Großmutter. Alle haben sichtlich ihren Spaß. Das Verhältnis von Einheimischen zu Touristen ist fast gleich. Jetzt sind es sogar etwas mehr Einheimische, die das Riesenrad in den Hafen gezogen hat.

Für die Nöte Verständnis

Für die Nöte der Schausteller haben die Fahrgäste viel Verständnis. „Gerade nach Corona ist es doch wichtig, dass die ein bisschen Geld reinkriegen“, sagt Ute Rosenberger, 61, Energiemaklerin aus Osnabrück. Und fünf Euro sei doch ein faires Angebot. Sie macht mit ihrem Mann Thomas, 57, Urlaub am Chiemsee. „Wir verschaffen uns durch die Fahrt einen Überblick über den See und seine Attraktionen. Und außerdem ist die Fahrt eine schöne Kindheitserinnerung“, erklärt sie.

Maik Landwermann, der das Riesenrad zusammen mit seinem Bruder Ludwig betreibt, erklärt: „Mich freut das einfach sehr, dass die Leute hier so positiv und aufgeschlossen sind.“

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Der Platz im Priener Hafen sei „optimal“, weil hier wegen des Sees und der Schifffahrt sehr viel Laufkundschaft vorbeikomme. Von einem Standort in einer Großstadt hält er nichts, weil dort der Neuigkeitswert schon nach ein paar Tagen aufgebraucht sei. Am Chiemsee dagegen kämen immer wieder neue Gäste.

Deshalb ist er zuversichtlich, hier auch für einen längeren Zeitraum gut im Geschäft zu sein. Doch zunächst wird das Riesenrad für etwa vier bis sechs Wochen hier stehen. Sollte der Zuspruch groß sein, dann bleibt es vielleicht länger.

Eine besondere Perspektive

Priens Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) erklärte der Chiemgau-Zeitung, er finde das Riesenrad toll. „Das ist eine gute Sache, ein sehr markantes Gebilde und ein guter Werbefaktor, vor allem für die Schifffahrt. Er finde es logisch, dass das Riesenrad zunächst einmal getestet wird und „dass es bei Erfolg länger stehenbleibt.“

Riesenrad eine Perspektive

Was ihn für die Schausteller freuen würde. „Wir mussten in Prien ja schon drei Märkte absagen, das trifft das Gewerbe ja extrem, weil die Schausteller heuer nirgendwo die Gelegenheit haben, Geld zu verdienen.“

Das Riesenrad falle auf und biete eine Perspektive, die man am Ufer des Chiemsees sonst nicht habe. Unter der Woche schaffe er es vermutlich nicht wegen der vielen Termine. Aber am Wochenende will sich Friedrich aufs Fahrrad setzen und zum Hafen fahren. „Da werde ich mir das mal aus der Nähe anschauen“, erklärt er.. Und mit dem Rad werde er deshalb fahren, weil „der Parkplatz vermutlich ziemlich voll sein wird“.

Für Andrea Hübner, die Geschäftsführerin der Prien Marketing Gesellschaft, bedeutet das Riesenrad eine zusätzliche Attraktion für Prien. „Ich bin mir sicher, dass es sehr gut angenommen wird und dass es eine schöne Werbung für die Stadt sein wird“, sagt Hübner. Es sei weithin sichtbar und lenke die Aufmerksamkeit direkt auf die Marktgemeinde.

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