INTERVIEW

Ein Polizist erklärt, wie man sich vor Einbrechern schützen kann

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Thomas Schelshornvom Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Thomas Schelshorn vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärt, wie die Polizei gegen Einbrecher vorgeht – und warum man lieber einmal zu oft die 110 wählen sollte.

-Herr Schelshorn, gibt es in Ihrem Präsidium eine Ermittlungsgruppe für Wohnungseinbrüche?

Eine spezielle Ermittlungsgruppe für Wohnungseinbrüche gibt es bei uns nicht. Im Einzelfall, etwa bei einer Einbruchsserie, kann aber eine eingerichtet werden. Schwerpunktmaßnahmen werden oft im Präsidium durch eine eigens eingerichtete Koordinierungsstelle auf den Weg gebracht und von den Kripo-Dienststellen und den örtlichen Inspektionen umgesetzt. Da geht es um Prävention, etwa um verstärkte Polizeipräsenz und die Aufklärung der Bürger sowie um professionelle Ermittlung und Spurensicherung, wenn es wirklich zu einem Einbruch kam. Dafür werden die Kollegen auch besonders geschult.

-Wie läuft die Aufklärung der Bürger ab?

Bei den örtlichen Kriminalpolizeidienststellen gibt es sogenannte kriminalpolizeiliche Fachberater, die die Bürger aufklären und sicherheitstechnisch beraten – neutral und kostenlos. Die kommen auch mal vor Ort vorbei, wenn es um bauliche Maßnahmen geht. Außerdem gibt es in jeder Polizeidienststelle Info-Broschüren, in denen steht, wie man sich schützen kann.

-Hilft es wirklich, wenn man beim Verlassen des Hauses das Licht anlässt?

Wenn mich jemand aus dem Bekanntenkreis fragt, wie man sich schützen kann, sage ich immer: Ich stelle mir vor, ich bin ein Einbrecher auf der Suche nach einem geeigneten Haus. Natürlich suche ich dann ein Objekt, in das ich ungesehen einsteigen kann. Also kann es schon helfen, das Umfeld baulich so zu gestalten, dass das Haus von allen Seiten einsehbar ist – oder einfach das Licht brennen zu lassen. Nicht umsonst haben wir in den Wintermonaten besonders hohe Einbruchsquoten, weil es dann früh dunkel wird. Hundertprozentigen Schutz gibt es aber nie.

-Ein aufmerksamer Nachbar kann aber auch nicht schaden, oder?

Hier möchte ich unbedingt auf unsere „Notrufoffensive 110“ hinweisen: Wenn jemand etwas Verdächtiges hört oder sieht, rufen Sie uns an! Und zwar lieber zu oft, als einmal zu wenig – da muss auch niemand Kosten fürchten. Wir konnten nach solchen Hinweisen schon mehrere Einbrecher auf frischer Tat fassen. Aber leider hören wir nach einem Einbruch oft von den Nachbarn: Ja, gehört habe ich schon etwas, aber ich habe mich nicht getraut, anzurufen. Nur keine Scheu! Wir sind froh um jeden Hinweis.  dg

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