Polizei erschießt tobenden Rottweiler

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Kampfhund-Attacke am Hauptbahnhof: Am Samstagabend hat ein eineinhalbjähriger Rottweiler auf der Bayerstraße Passanten und Polizisten angegriffen und verletzt. Beamte erschossen das aggressive Tier.

Kampfhund fällt Passanten an 

VON Stefanie wegele

Jaqueline M. (30) arbeitet gerade an der Rezeption des Intercity Hotels, als draußen der Tumult losbricht. Plötzlich hört sie direkt vor dem Fenster Schüsse. „Es waren mindestens vier oder fünf“, erzählt sie. „Eine Frau hat draußen geschrien. Zuerst hatte ich Angst. Ich dachte, ein Krimineller ist getötet worden.“ Auch Gäste sind verängstigt. „Einige riefen an und wollten wissen, was passiert ist. Manche vermuteten einen Terroranschlag.“

Tatsächlich sorgt aber ein Kampfhund für Aufregung im Bahnhofsviertel. Gegen 18.30 Uhr gehen bei der Polizei mehrere Notrufe ein. Zeugen berichten, ein Rottweiler greife in einem Hinterhof an der Bayerstraße Passanten an.

Ermittlungen des Präsidiums ergeben später, dass eine Hundehalterin (26) den Kampfhund Pascha ohne Leine auf dem Parkplatz im Innenhof neben dem Intercity Hotel aus dem Auto gelassen hatte. Sie will ihm etwas zu trinken geben. Doch ein Fußgänger weckt den Jagdtrieb des Hundes. Er greift an, beißt ihn.

Die Hundehalterin bringt den Rottweiler zunächst mit ihrem Freund (49) wieder ins Auto, in dem auch ihr Kind sitzt. Sie will wegfahren. Doch eine Zeugin (63) verhindert das und fordert die 26-Jährige auf, ihre Personalien zu hinterlassen. Das will die Berlinerin offenbar nicht. Stattdessen das Unglaubliche: Sie lässt Pascha wieder ohne Leine aus dem Auto. Warum, ist noch unklar. Der Rottweiler geht sofort auf zwei weitere Passanten los. Die Hundehalterin, ihr Freund und Polizisten versuchen nun, das Tier anzuleinen, einzukesseln beziehungsweise einzufangen. Ein Polizist (37) stellt sich schützend vor einen Passanten, doch Pascha läuft um den Beamten herum und setzt dem Fußgänger weiter nach. „Der Hund ließ sich nicht mehr beruhigen, eine Gefährdung der Umstehenden war nicht auszuschließen“, sagte eine Polizeisprecherin. Pascha reißt sich immer wieder los.

Augenzeugen berichten von Jagdszenen, Menschen laufen panisch davon, lassen Popcorn und Spielsachen fallen. Jetzt attackiert das Tier zwei Polizisten (20, 28). Als das Schussfeld frei ist, schießen ein 37-jähriger Polizist und eine Bundespolizistin. Der Hund ist sofort tot. Die fünf Verletzten werden mit Bissen an Armen und Beinen und Kratzern in Kliniken gebracht. Allein der 20-jährige Polizist muss mit 27 Stichen am Arm genäht werden.

Der Hund wird nun in einer Tierklinik untersucht. Es wird geprüft, ob er ein reinrassiger Rottweiler war und laut Hundeverordnung einen Maulkorb hätte tragen müssen. Gegen die Halterin wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

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