Plötzlich Hochwasser

Er hat Straßen und Schienen geflutet. Einige Keller mussten ausgepumpt, Sommerfeste abgesagt werden. Der starke Regen hat manchen Teilen Oberbayerns ein unerwartetes Hochwasser beschert. Ein Überblick.

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Er hat Straßen und Schienen geflutet. Einige Keller mussten ausgepumpt, Sommerfeste abgesagt werden. Der starke Regen hat manchen Teilen Oberbayerns ein unerwartetes Hochwasser beschert. Ein Überblick.

München – Wasser en masse. Der Dauerregen hat das südliche Oberbayern heftig durcheinander gewirbelt. Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz, um überflutete Straßen zu säubern und Keller auszupumpen.

Besonders heftig schlugen die Wassermassen im Kreis Garmisch-Partenkirchen zu. Die Isar, die Loisach, die Ammer und die Partnach – überall schnellten die Pegel hoch. Schon in der Nacht zu Donnerstag wurde die B 2 zwischen Murnau und der Abzweigung nach Ohlstadt gesperrt, gestern vormittag weiteten die Einsatzkräfte die Sperrung bis nach Eschenlohe aus. Auch die Staatsstraße zwischen Schwaiganger und Murnau war überflutet.

Nahe Linderhof, auf der Straße von Ettal nach Reutte, ging sogar eine Mure ab und bedeckte die Fahrbahn auf Tiroler Seite mit Schlamm und Geröll. Sogar die Bahn stellte zwischen Oberau und Murnau zeitweise auf Schienenersatzverkehr um. Und wer gestern golfen wollte, musste es in Oberau nicht versuchen. Der dortige Platz ging nämlich in großen Teilen unter.

Auch im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen schlug der Regen zu. In Tölz wurden Teile der Isar-Promenade gesperrt, ein Kinderspielplatz stand unter Wasser. Auf der B 11 zwischen Urfeld und Walchensee ging zeitweise nichts mehr. Allerdings verhinderte der Sylvensteinspeicher Schlimmeres. „Ohne ihn hätten in Bad Tölz die Schutzmauern nicht mehr gereicht“, sagte Tobias Lang vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim gestern.

Verantwortlich für den starken Regen waren zwei Wetterlagen: ein Tief, das von der Adria aus nach Norden zog und eine Kaltfront, die aus Nordwesten kam. „Beide Prozesse haben sich im südlichen Oberbayern zum Dauerregen vereint“, sagt Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Im Schnitt seien zwischen zehn und 40 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen, in Reit im Winkl (Kreis Traunstein) sogar bis zu 114 Liter.

Auch Feierlustigen hat der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gemeinden rund um den Tegernsee mussten ihre Sommerfeste absagen – das „uferlos“-Fest in Gmund, das am Wochenende hätte stattfinden sollen, ist genauso betroffen wie das Seefest in Tegernsee, das gestern dem über die Ufer gegangenen Alpbach zum Opfer gefallen ist. Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) musste die Strecke zwischen Schliersee und Bayrischzell für vier Stunden sperren. Die Aussicht für die kommenden Tage ist durchwachsen. Heute wird laut Wolz der schönste Tag. Mit Gewittern sei aber bald wieder zu rechnen.  matt/va/mmä/lby

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