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Polizeistatistik zu Verkehr und Kriminalität

Piding „eine der sichersten Regionen Deutschlands“ - aber ein Verkehrstoter

  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Verkehr, Unfälle und Kriminalität: Peter Huber, Leiter der Polizeiinspektion Bad Reichenhall, stellte am Donnerstagabend (31. März) auf der Bürgerversammlung die polizeiliche Statistik für Piding vor. Den Bürgern waren Raser ein besonders Anliegen.

Piding - 2021 hat die Polizei insgesamt 125 Unfälle im Gemeindebereich Piding registriert. „Davon waren 29 mit Personenschaden. 32 waren sogar schwerwiegende Unfälle und 64 sogenannte Kleinunfälle“, so Peter Huber, Leiter des zuständigen Reviers in Bad Reichenhall. Von 2017 bis 2019 steigen die Unfallzahlen an, dann gibt es einen „Corona-Knick“. Durch die Corona-Beschränkungen wird das Verkehrsaufkommen geringer. Dadurch kommt es auch zu weniger Unfällen.

Verkehrsunfälle 2021 in Piding - ein Toter

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Personen, die bei einem Verkehrsunfall verletzt wurden. „Hier haben wir auch wieder im Quervergleich zunächst eine ansteigende Tendenz, dann wieder einen Rückgang mit der geringeren Verkehrsbelastung während Corona. 2021 haben wir wieder einen leichten Anstieg verzeichnen müssen.“

Insgesamt werden 2021 44 Personen bei einem Unfall im Gemeindegebiet verletzt. 33 davon schwer und elf leicht. „Schwer verletzt ist bei uns jemand, der nach einem Verkehrsunfall stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden muss“, so Huber. „Leider haben wir 2021 wieder einen Verkehrstoten beklagen müssen. Der ist nachträglich im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen nach einem Verkehrsunfall im Gemeindebereich Piding erlegen.“ In den beiden Vorjahren gab es keine Verkehrstoten.

Der größte Anteil der registrierten Unfälle, insgesamt 60, ist auf Gemeindestraßen geschehen. „Auf der Bundesstraße waren es 55 Verkehrsunfälle, auf Staatsstraßen acht und auf der Kreisstraße zwei Unfälle.“ Die Autobahn ist nicht in der Statistik mit aufgenommen. Die meisten Verletzten (28) gab es auf der Bundesstraße. Danach folgen die Gemeindestraßen.

„Die Geschwindigkeit ist leider eine Hauptursache bei schweren Unfällen mit Personenschaden“, so Huber. Die Polizei führte 2021 im Gemeindegebiet Piding 20 Geschwindigkeitsmessungen durch. Ziel ist dabei, schwere Unfallfolgen zu verhindern. Insgesamt sind über 26.000 Fahrzeuge die Messungen durchlaufen. Dabei hat es laut Huber 681 Beanstandungen gegeben, also 2,6 Prozent.

„Tatort Piding“: Anzahl der Straftaten wegen Kinderpornographie wird steigen

„Piding im Herzen des Berchtesgadener Lands kann aus meiner Sicht als eine der sichersten Regionen Deutschlands bewertet werden“, so Huber. 2020 gab es insgesamt 256 Straftaten, rund 20 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

„Piding ist an der Grenze. Straftaten sind sehr stark geprägt durch die Tätigkeiten der Bundespolizei bei der Einreisekontrolle, aber auch durch die Schleierfahrender, die hier die größte und personalstärkste Dienststelle der bayerischen Polizei im Landkreis ist.

In Hubers Statistik geht es um den „Tatort Piding“. Verstöße nach dem Ausländerrecht hat Huber außen vor gelassen. Der kleinste Teil der Straftaten im Gemeindegebiet fällt mit vier Fällen auf den Aspekt „sexuelle Selbstbestimmung“.

„Ein großer Schwerpunkt ist hier die Verbreitung kinderpornographischer Schriften. Hier war eine Gesetzesänderung, insbesondere bei der Internetkriminalität“, so Huber. „Die Anzahl der Straftaten wird in diesem Bereich noch viel stärker steigen, weil zwischenzeitlich die Internetanbieter gesetzlich dazu verpflichtet sind, uns alle Verdachtsfälle mitzuteilen.“

Weitere Straftaten im Jahr 2020 sind gewesen: Körperverletzungen (26), Diebstahl (28), Vermögens- und Fälschungsdelikte, Sachbeschädigung (16), Rauschgift (37) und sonstige Straftaten.

Die Aufklärungsquote lag 2020 bei 77,7 Prozent, etwas niedriger als noch 2019 (83,5 Prozent). Im Vergleich zum Landkreis, aber auch zum Freistaat Bayern ist Piding eine sichere Gemeinde. Die Polizei nutzt dazu eine Häufigkeitszahl mittels einer Hochrechnung auf 100.000 Einwohner. Pidings Vergleichszahl ist für 2020 3784. Im Berchtesgadener Land: 4650. Im Freistaat Bayern: 4291.

Pidings Bürger diskutieren: „Verkehr inzwischen unerträglich!“

Auch in der Diskussion der anwesenden Bürger ging es hauptsächlich um den Verkehr in der Gemeinde. In der Bahnhofsstraße „ist der Verkehr inzwischen unerträglich“, so Hubert Stängle. Gerade ab 18 Uhr würden die Autos mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort fahren. Teilweise kommen „die Leute gar nicht mehr über die Straße“. Peter Huber versichert, dass sich die Polizei die Bahnhofsstraße noch einmal ansehen werde.

Auch Barbara Häusler spricht die Verkehrsdramatik im Ort an. „Normal müsste bei der Sparkasse am Wolfgruber vorbei auch schon Tempo 30 sein, weil den ganzen Tag über die Leute zu schnell fahren. Und die Kurve ist nicht einsehbar. Wenn man aus der Watzmannstraße kommt, sieht man nicht bis zur Sparkasse rum. Da ist auch noch ein Briefkasten aufgestellt in der Kurve, wo manche stehen bleiben. Da sind Kranke und Menschen, die Hilfe brauchen, die beim Wolfgruber ausparken oder einparken müssen. Das ist wirklich teilweise kriminell, was da in der Bahnhofstraße passiert.“

Sorgen macht sich Häusler insbesondere um die weitere Verdichtung rund um die Watzmannstraße. Freistehende Häuser würden abgerissen und größere hingebaut. Dann kommen „noch mehr Autos hinzu“. Bürgermeister Hannes Holzner versteht die Sorgen, dennoch befinde sich der Gemeinderat hier in einer Zwickmühle. „Wir leben in dem Spannungsfeld, Wohnraum zu schaffen, Gewerbegrund zu schaffen und die Leute, die hier wohnen, zu schützen. Wir haben aber nicht viel Fläche.“

ce

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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