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Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters

Von Corona bis Ukraine: Darüber sprach Hannes Holzner in der Bürgerversammlung Piding

Am Donnerstagabend (31. März) lauschten rund 50 Pidinger dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Hannes Holzner.
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Am Donnerstagabend (31. März) lauschten rund 50 Pidinger dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Hannes Holzner.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Bauhofbrand, Ukraine-Flüchtlinge und Corona: In der ersten Bürgerversammlung seit Pandemiebeginn spricht Bürgermeister Hannes Holzner über die letzten drei Jahre in der Gemeinde Piding. Die Eckpunkte aus dem Rechenschaftsbericht:

Piding - Knapp 50 Interessierte lauschen am Donnerstagabend (31. März) im Saal des Altwirts dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Hannes Holzner (CSU). Wegen der Corona-Pandemie sind die letzten beiden Bürgerversammlungen ausgefallen. Deswegen hat der Bürgermeister in rund eineinhalb Stunden auf ein paar Folien die letzten drei Jahre zusammengefasst.

Bürgerversammlung Piding: Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Holzner

Die Pandemie hat der Gemeinde „ziemlich viel abverlangt“, so Holzner gleich zu Beginn seines Berichts. Jetzt stehe man vor der nächsten Herausforderung: dem Krieg in der Ukraine und all seinen Auswirkungen. Das „wird uns sehr viel abverlangen“.

Eine sehr präsente Auswirkung des Kriegs ist die Fluchtbewegung zahlreicher Ukrainer in die Europäische Union. Derzeit sind 16 ukrainische Staatsangehörige in der Gemeinde gemeldet, die in den letzten Wochen nach Piding gekommen sind. „Dieser Anteil wird sicherlich in den nächsten Monaten wesentlich mehr. Erste Hochrechnungen für dieses Jahr zeigen, dass wir im Berchtesgadener Land zwischen 1500 und 2000 Flüchtlingen aufnehmen müssen.

Einwohnerstatistik in Piding: Hohe Sterbezahlen

Holzner präsentiert auch die Einwohnerzahlen für die Gemeinde. 2021 zählt Piding 5431 Personen mit Erstwohnsitz und circa 1400 Arbeitsplätze. Die Geburten bleiben in den letzten Jahren relativ stabil. 2019 kommen 47 Babys mit Wohnsitz in Piding zur Welt. 2020 sind es 41, 2021 wieder etwas mehr mit 53.

Hoch sind hingegen die Sterbefälle in der Gemeinde. 2019 sind 60 (20 im Seniorenheim) Tote in Piding zu verzeichnen. 2020 sind es 83 (23 im Seniorenheim) und 2021 95 (28 im Seniorenheim) Todesfälle. „Ob das auf Corona zurückzuführen ist oder von der Überalterung kommt, lässt sich nicht bewerten. Man sieht aber eine deutliche Steigerung in den Sterbefällen.“

„Erfreulich“ ist die Seitwärtsbewegung bei der Anzahl der Kleinsten in der Gemeinde. 191 Kinder unter drei Jahren und 150 Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren wohnen 2021 in Piding.

Von den 5431 Einwohnern haben insgesamt 748 Personen, also 13,8 Prozent der Bevölkerung, eine andere Staatsangehörigkeit. 295 Bewohner kommen aus Österreich. Ebenso in Piding vertreten sind kroatische (59), kosovarische (40), rumänische (36), afghanische (28), ungarische (27), italienische (21) und bosnische (20) Staatsangehörige.

Corona-Pandemie: Turnhalle wird zur Notunterkunft

Im März 2020 wird die Schulturnhalle durch das Landratsamt schnell zur Notunterkunft umgewandelt. Der Grund: Die Länder schließen ihre Grenzen. So mancher strandet am Grenzübergang Walserberg und kommt nicht mehr weiter. Zwischenzeitlich müssen die Schulen schließen. Somit brauchen zumindest die Kinder die Halle nicht mehr akut für den Sportunterricht. Später befindet sich eine Teststation in den Räumlichkeiten.

Neue Gemeinderatsmitglieder

Bereits am 4. Mai 2020 werden nach der Wahl neue Gemeinderatsmitglieder vereidigt. Hubert Brüderl (Grüne), Michael Leirer (SPD), Markus Schmidtmeier (FWG), Christian Wagner (FWG) und Anton Wieser (FWG) stoßen neu in das Gremium dazu.

Andreas Argstatter (CSU), Georg Dufter (FWG), Helmut Grünäugl (SPD), Erni Schönherr (CSU) und Bernhard Staller (FWG) hingegen verlassen den Gemeinderat.

Trauer um Norbert Titze

Bürgermeister Holzner gedenkt in seinem Bericht auch Norbert Titze, der am 10. Januar 2022 im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Er sei durch sein ehrenamtliches Engagement eine große Stütze für die Gemeinde gewesen und werde schwer vermisst. Norbert Titze hat sich jahrelang für den Bergblumengarten eingesetzt. Bereits seit 2003 war er der ehrenamtliche Betreuer des Gartens.

Von Bauhofbrand bis Kindergärten

In den letzten drei Jahren ist in Piding einiges geschehen. Im Oktober 2019 wurde der Bauhof nach dem verheerenden Brand am 18. Januar 2018 fertig saniert. Statt der ursprünglich angenommen Schadenshöhe von 150.000 Euro, kosteten der Bau und das Inventar rund 728.000 Euro. Die Versicherung übernahm nur einen Teil der Schadenssumme. Die Gemeinde bezahlte am Ende rund 412.000 Euro.

Bisher kamen die Pidinger Bürger bei den Trinkwassergebühren noch günstig davon. Knapp 1,14 Euro kostete der Kubikmeter Wasser. Ab 2022 steigen die Gebühren auf 2,03 Euro. Der Grund für die Preissteigerung sind Investitionen in das Abwassersystem in Millionenhöhe. So muss etwa die Kläranlage saniert werden.

Rund eine halbe Million Euro pro Jahr investiert die Gemeinde in die Kindertageseinrichtungen, Investitionen oder die Instandhaltung der Gebäude nicht mit eingerechnet. Bei den Kindern wird nicht gespart. So wurde die Schulküche um knapp 94.000 Euro saniert und zahlreiche Lüftungsanlagen zum Schutz der Kinder gekauft und eingebaut. Und bereits 2023 sollen die Bauarbeiten einer neuen Kindertageseinrichtung starten, um auch weiterhin jedem Kind in der Gemeinde einen Platz zu ermöglichen.

Ausblick für 2022

Die Planungen des Kindergartenneubaus weiterzuführen, steht ganz oben auf der Prioritätenliste für 2022. Auch der Neubau des Feuerwehrhauses soll weitergeführt werden. Weiter saniert wird das Kanalnetz. Außerdem stehen Projekte wie die Kläranlage, das Wasserwerk und der Neubau des Rathauses an.

Weitere Projekte:

Gemeindefinanzen

Schuldenstand 1. Januar 2008854.303 Euro
Schuldenstand 31. Dezember 20211.199.575 Euro
Pro Kopf Verschuldung220 Euro
Rücklagen 1. Januar 2008974.797 Euro
Rücklagen 31. Dezember 202113.086.267 Euro

ce

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