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OB Reiter verkündet

Entscheidung gefallen! Trotz vieler Bedenken: Wiesn 2022 findet ohne Auflagen statt

OB Dieter Reiter gibt am Freitag bekannt, ob das Oktoberfest 2022 stattfinden darf.
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OB Dieter Reiter gab am Freitag bekannt, dass das Oktoberfest 2022 stattfinden darf.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat am Freitag (11. April) die mit Spannung erwartete Entscheidung über das diesjährige Oktoberfest verkündet. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause hofften viele auf grünes Licht für das größte Volksfest der Welt. Um kurz nach 12.30 Uhr war es dann soweit: Die Wiesn 2022 wird ohne Auflagen und Beschränkungen stattfinden - wenngleich OB Reiter mehrere Bedenken äußerte.

Update, 13.16 Uhr - Erleichterung bei Schaustellern - Freude bei Söder

Die Erleichterung bei Wirte-Sprecher Inselkammer und Schausteller-Sprecherin Heckel ist groß. „Es wird ein gigantisches Oktoberfest“, freut sich Heckel im BR24-live-Stream. Auch Ministerpräsident Markus Söder freut sich über die Entscheidung der Stadt München: „Ein gutes Signal, gerade auch in schwerer Zeit“, schreibt er auf Twitter. Das Oktoberfest stehe wie kein anderes Volksfest für Lebensfreude und Weltoffenheit. „Ich werde gerne hingehen und freue mich auf die erste Mass“, so Söder.

Update, 12.44 Uhr - Wiesn 2022 in München findet statt

Nach zweijähriger Corona-Zwangspause findet in diesem Jahr wieder das Oktoberfest in München statt. Das teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Freitag mit. Zugangsbeschränkungen soll es demnach nicht geben. Auch wenn Reiter für eine 1G- oder 2G-Zugangs-Regelung plädiert habe, gebe es auch nach Rücksprache mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach keine rechtliche Handhabe dies durchzusetzen. Er hoffe nun, dass sich die Corona-Lage nicht im Herbst so zuspitze, dass eine kurzfristige Absage nötig werde.

Neben der Thematik „Corona“ war zuletzt auch nach einem Auftritt des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko im Münchner Stadtrat per Live-Schalte debattiert worden, ob angesichts des Krieges und des Leidens der Menschen fröhlich gefeiert werden könne. Die Wiesnwirte hatten entgegnet, es trage zur Völkerverständigung bei, wenn Menschen aus aller Welt friedlich zusammen feierten. Argumentiert wurde auch, eine Absage spiele eher Kremlchef Wladimir Putin in die Hände, weil dies seine Macht zeige. Reiter selbst habe eigenen Aussagen zufolge aufgrund des Krieges bislang auf das Frühlingsfest in München verzichtet.

Jetzt live: Die Entscheidung zum Oktoberfest 2022

Vorbericht:

München - Immer lauter waren in den vergangenen Tagen die Stimmen für eine Wiesn 2022 geworden. Eine erneute komplette Absage scheint unwahrscheinlich. Die geplanten Termine für das Oktoberfest stehen schon auf der Seite der Stadt: Der Start ist für den 17. September geplant, bis 3. Oktober soll das Fest dauern.

2020 und 2021 war das Oktoberfest wegen der Pandemie abgesagt worden. Längere Pausen gab es in der über 200-jährigen Geschichte des Volksfestes nur in Kriegszeiten. Um die sechs Millionen Besucher aus aller Welt lockte das größte Volksfest der Welt vor der Pandemie regelmäßig an, 6,3 Millionen waren es 2019.

Oktoberfest 2022: Nachfrage steigt

Die Münchner Wiesnwirte rechnen bei einer positiven Entscheidung der Stadt für dieses Jahr mit ähnlichen Besucherzahlen. „Die Nachfrage ist sehr gut“, sagte Peter Inselkammer, einer der beiden Sprecher der Wiesnwirte, kürzlich. „Ich kann mir vorstellen, dass es so wird wie 2019.“ Die Münchner hätten eine tiefe Sehnsucht danach.

Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) erwartet unter Umständen sogar mehr Gäste als 2019 - vielleicht sogar eine Rekord-Wiesn. Die Sehnsucht nach einem unbeschwerten Volksfest zeige sich auf dem Münchner Frühlingsfest, das gerade einen Besucheransturm erlebe.

Mittlerweile sind im Freistaat sämtliche Corona-Auflagen auch für Volksfeste weggefallen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte klargestellt, dass das Oktoberfest „zumindest nach rechtlichen Gesichtspunkten“ stattfinden müsse. Die Entscheidung, ob und wie Volksfeste stattfinden, treffen allerdings die Kommunen.

Aiwanger: Endlich grünen Haken dahinter setzen

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte die Stadt diese Woche aufgerufen, „jetzt endlich den grünen Haken dahinter zu setzen und sich zum Oktoberfest, zum wichtigsten bayerischen Volksfest zu bekennen“. Die Wiesn habe auch eine „Leitfunktion“ für ganz Bayern. Auch für die Wirtschaft sei die Wiesn wichtig. „Von der Bedienung bis zum Taxifahrer, vom Hotel bis zum Gastronomen brauchen wir dieses Fest.“ „Ich betone es, bei aller Sensibilität der Themen: Weder Corona noch der Ukraine-Konflikt sollten jetzt als Begründungen herangezogen werden, Feste dieser Art abzusagen“, sagte Aiwanger. 

Jüngst hatte es auch wegen des Krieges in der Ukraine Zweifel an der Durchführung gegeben. „Das ist etwas, was ich nicht ganz aus dem Kopf kriege. Ob ich wirklich darüber nachdenken will, ein riesengroßes, weltweites Volksfest zu machen, wenn wir gleichzeitig vor einem vielleicht noch größeren Krieg stehen, den wir hoffentlich alle nicht erleben müssen“, hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) vor wenigen Wochen in einem Fernsehinterview bei „München TV“ in Bezug auf die russische Invasion gesagt.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Besucher - wenn es eine Wiesn gibt - für Bier, Hendl und Co. tiefer in die Tasche greifen müssen. Derzeit schnellen die Preise allerorten nach oben. Schon früher stieg der Preis für die Maß Bier pro Jahr um etwa drei Prozent. Die Stadt prüft den Maß-Preis und gibt ihn meist etwa Anfang Juni bekannt.

mz/dpa

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