Oberster BOB-Chef verspricht Besserung

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Beim Krisengespräch stellte sich Veolia-Geschäftsführer Christian Schreyer den Fragen von Bürgermeistern und der zuständigen Stimmkreisabgeordneten Ilse Aigner. Foto: Andreas Leder

Holzkirchen – Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) soll künftig von zwei Geschäftsführern geleitet werden. Wer die Posten übernimmt, wird voraussichtlich kommende Woche bekanntgegeben.

Bei einem Krisengespräch in Holzkirchen, zu dem Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in ihrer Eigenschaft als Miesbacher Stimmkreisabgeordnete eingeladen hatte, stellte sich Christian Schreyer, Geschäftsführer vom Mutterkonzern Veolia Verkehr, den kritischen Fragen der Bürgermeister aus dem Landkreis Miesbach.

Anlass waren die massiven Probleme bei der Oberlandbahn in den vergangenen Monaten. Nicht nur Zugausfälle und Verspätungen machen den BOB-Kunden zu schaffen, immer wieder kommt es auch zu Beschwerden übers Zugpersonal (wir berichteten). Schreyer versicherte, dass der Konzern die Probleme ernst nehme. Vielfach liege die Ursache aber auch bei der DB Netz AG. Er stellte Verbesserungen und mehr Pünktlichkeit für die zweite Hälfte dieses Jahres in Aussicht.

Mittlerweile habe sich die Oberlandbahn auf 92 Prozent Pünktlichkeit gesteigert, 94 bis 95 Prozent seien das realistische Ziel. Mehr Pünktlichkeit und Kundenakzeptanz lägen auch im Interesse des Unternehmens selbst: „Die Probleme kosten uns einen Haufen Geld.“ Teil der Qualitätsoffensive ist die Einstellung von zwei Geschäftsführern. Bekanntermaßen verlässt Kai Müller-Eberstein nach nur eineinhalb Jahren das Unternehmen. Einer der künftigen Chefs soll sich ausschließlich darum kümmern, die technischen Probleme in den Griff zu bekommen. Der andere übernimmt den Bereich Vertrieb und Kunden. Namen nannte Schreyer noch nicht, so viel steht aber fest: Die beiden kommen von außerhalb des Konzerns.

Auf die vehemente Forderung des Fischbachauer Bürgermeisters Josef Lechner (CSU), den früheren BOB-Geschäftsführer Heino Seeger zurückzuholen, wird Veolia wohl nicht eingehen. „So etwas ist manchmal nicht die beste Lösung“, sagte Schreyer. Einen Beratervertrag schloss Seeger selbst aus. Der frühere BOB-Chef war nach Querelen mit der Konzernleitung im Dezember 2012 ausgeschieden. Derzeit ist er Geschäftsführer der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft.

Der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (CSU) richtete beim Krisentreffen in Holzkirchen scharfe Worte an den Veolia-Geschäftsführer. Es verfestige sich der Eindruck, dass der Konzern, nachdem er die Ausschreibung fürs Oberlandnetz geholt hatte, kräftig nachgelassen habe. Radwan: „Ich werde mich auf Landes- und Bundesebene dafür einsetzen, dass bei zukünftigen Ausschreibungen sehr genau darauf geschaut wird, wie sich ein Unternehmen vor und nach einer Ausschreibung verhält.“ Stephen Hank

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