Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Happy End bei Vermisstensuche in Tschechien

„Anspruchsvollstes Ehrenamt, das es gibt“: Rosenheimer Hundestaffel half bei der Suche nach Julia (8)

Die Rosenheimer Hundestaffel der Johanniter ist bei der Suche nach Julia (8) dabei.
+
Die Rosenheimer Hundestaffel der Johanniter ist bei der Suche nach Julia (8) dabei.
  • Julia Volkenand
    VonJulia Volkenand
    schließen

Waldmünchen - Große Sorge herrscht derzeit an der bayerisch-tschechischen Grenze. Dort verschwand am Sonntag (10. Oktober) ein achtjähriges Mädchen bei einer Wanderung. Erst am Dienstag konnte sie lebend gerettet werden. Auch die Hundestaffel der Rosenheimer Johanniter ist vor Ort und versucht unter Hochdruck das Mädchen zu finden. Im Gespräch mit rosenheim24.de berichtet Gerhard Bieber, Pressesprecher des Ortsverbands Wasserburg von den Umständen der Suche.

Update, 14.16 Uhr - Happy End in Tschechien: Vermisste Julia lebt

Was lange währt, wird endlich gut! Die achtjährige Julia, die seit Sonntag am Schwarzkopf vermisst wurde, konnte wohl lebend gefunden werden. Das teilte die tschechische Polizei auf Twitter mit. Damit geht eine mehrtägige große Suchaktion zu Ende, Julias Familie kann aufatmen. Auch die Helfer aus Rosenheim können heimfahren.

Update, 13.30 Uhr - So lief der Einsatz der Rosenheimer Hundestaffel

Gegen 19 Uhr ging die Rosenheimer Hundestaffel am Montag auf die Suche nach der vermissten Julia, erzählt Gerhard Bieber im Gespräch mit rosenheim24.de am Dienstag. Dabei waren die Hunde und ihre Führerinnen bis spät in die Nacht auf deutscher und tschechischer Seite im Einsatz. Später wurden sie dann von der Münchener Hundestaffel der Johanniter unterstützt. Inzwischen sind die Rosenheimer Hunde und ihre Besitzerinnen wieder Zuhause, von der kleinen Julia fehlt weiter jede Spur. Die Hunde haben während ihrer Suche nicht angeschlagen.

„Es gibt zwei Arten von Spürhunden“, erklärt Bieber. „Einmal gibt es Mantrailer, die einen Gegenstand, der nach dem Vermissten riecht, vor die Nase gehalten bekommen und so seiner Spur folgen. Unsere Hunde sind aber Flächensuchhunde. Die Suchen ein bestimmtes Gebiet nach allen lebenden menschlichen Witterungen ab.“ Man könne daher das entsprechende Gebiet auch nur entweder mit Hunden oder mit Menschen absuchen, um die Hunde nicht durcheinander zu bringen. Nach der Suche könne man dann also feststellen, dass sich in dem betroffenen Gebiet kein lebender Mensch aufhalte. So sei das in dem Fall von Julia gewesen. Das sei beispielsweise auch hilfreich, wenn nach Unfällen jemand einfach weglaufe und gesucht werden müsse. Nach Leichen suchen die Hunde aus Rosenheim dagegen nicht.

In welchem Gebiet die Tiere speziell suchen, das lege immer der Einsatzleiter fest. Die verschiedenen Rettungshundestaffeln ergänzen sich bei der Suche dann. Das sei bei eigentlich jedem Einsatz gleich, so Bieber. Das sei deshalb möglich, weil Rettungshunde alle die gleiche Ausbildung erfahren. Diese sei sehr anspruchsvoll und dauere zwei Jahre. Daher befinden sich zwei Drittel der Staffel auch meist in der Ausbildung. Auch die Hundeführer selbst seien hilfsorganisationsübergreifend alle ähnlich ausgebildet.

„Unsere Leute sind immer auch Sanitäter und für den Katastrophenschutz ausgebildet“, so Bieber. Die Suchhunde und ihre Hundeführer haben ein sehr enges Verhältnis, die Hunde sind die Familientiere der Führer, leben bei ihnen und trainieren bei jedem Gassigang. „Für Hund und Besitzer ist das ein 24-Stunden-Job“, erklärt Bieber. Dazu kommen zwei Trainings in der Woche und die Einsätze. „Das ist denke ich das anspruchsvollste Ehrenamt, das es gibt.“

Künftig bekommt die Rosenheimer Hundestaffel nun auch Mantrailer, ein Hund ist bereits ausgebildet. Diese werden besonders in Fällen wie aus dem Pflegeheim vermissten Personen häufig eingesetzt.

Neben der Hundestaffel der Johanniter sind auch zahlreiche Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd an der Suche nach Julia beteiligt. So sind nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Sonntag elf Mitglieder der Alpinen Einsatzgruppe, zwei Diensthundeführer mit ihren Hunden sowie rund 20 Polizisten, die derzeit ihren Bergführerlehrgang in der Region absolvieren, ins bayerisch-tschechische Grenzgebiet gereist, um die dortigen Suchtrupps zu unterstützen.

Erstmeldung

Waldmünchen/ Rosenheim - Die Suche nach der seit Sonntag vermissten achtjährigen Julia läuft auf Hochtouren. Das Mädchen war mit seinen Eltern, seinem Bruder und einem Cousin kurz hinter der bayerischen Grenze in Tschechien im Urlaub. Dort machten die Urlauber am Sonntag (10. Oktober) eine Wanderung auf den Cerchov (Schwarzkopf). Beim Spielen entfernten sich die Kinder, die Eltern konnten nach einem Notruf nur noch den Bruder und den Cousin finden. Von der Achtjährigen fehlt seither jede Spur. Mehrere Hundert Polizisten und Feuerwehrleute, ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Hundestaffeln sind derzeit im Einsatz.

Auch die Hundestaffel Rosenheim der Johanniter ist an der tschechisch-bayerischen Grenze vor Ort, um zu helfen. Im Gespräch mit rosenheim24.de berichtet Gerhard Bieber, Pressesprecher des Ortsverbands Wasserburg, von dem Einsatz. Insgesamt seien zwei Hundeführerinnen, zwei Helfer und drei Hunde (unter anderem ein Australian Shepherd) zur Suchaktion aufgebrochen. Sie seien allesamt ehrenamtlich im Dienst und haben ihre Jobs und Familien daheim gelassen, um bei der Suche zu helfen. Am Montag seien sie im Standby-Modus gewesen und haben vor Ort auf ihren Einsatz gewartet. Denn die verschiedenen Teams werden nach und nach abwechselnd eingesetzt, um auch Ruhepausen zu ermöglichen. Erst am Abend, gegen 19.30 Uhr haben die Hunde und ihre Führer dann ihren Einsatz gehabt.

Durch eine überregionale Suchanfrage seien die Johanniter aus dem Landkreis Rosenheim zu dem Einsatz gekommen. Das sei Standard, aber dass man zur Unterstützung von so weit weg angefragt werde, sei schon ungewöhnlich, so Bieber. „Normalerweise bewegen wir uns eher im Radius von zwei Landkreisen“, ergänzt er im Gespräch.

Die Frage, ob das ungewohnte Terrain den Hunden die Suche erschweren könnte, verneint er. „Wald ist Wald“, betont Bieber. Für die Hunde mache das keinen Unterschied. Für die sei die Personensuche ein Spiel, an dessen Ende eine Belohnung winke.

Neben der Hundestaffel ist seit Dienstag auch die alpine Einsatztruppe aus Rosenheim im Einsatz bei der Suche nach Julia. Von einem Verbrechen gehe die Polizei derzeit nicht aus, berichtet der bayerische Rundfunk, man vermute eher, dass das Mädchen sich verlaufen habe.

jv

Kommentare