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Streit um die Corona-Hilfsprogramme: Tausende Anträge von Unternehmen aus der Region

Fliegen die deutschen Banken einer Krise entgegen?
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Unternehmer können im Corona-Lockdown jeden Euro gut gebrauchen.
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Eine „Bazooka“ hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) im Kampf gegen die Lockdown-Folgen versprochen, lediglich eine Steinschleuder ohne Stein erkannte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kürzlich in den Hilfsmaßnahmen.

München / Berlin – Auch auf höchster Ebene ist man sich über die Wirksamkeit der diversen Corona-Soforthilfen, November- und Dezemberhilfen sowie der Überbrückungshilfen nicht einig. Was viele Selbstständige in der Region beklagen, ist das zögerliche Anlaufen der Hilfe. Zudem sei die Antragsstellung umständlich.

Das muss einen bei der Beantragung der Überbrückungshilfe allerdings nicht weiter interessieren – dafür muss man ohnehin einen Steuerberater bemühen. Die Zahlen aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium belegen, dass der Geldfluss langsam auf Touren zu kommen scheint. Die Anträge auf Novemberhilfe sind – Stand diese Woche – zu zwei Dritteln bearbeitet, das beantragte Geld entsprechend ausbezahlt.

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Bei der Dezemberhilfe ist man bei der Hälfte angelangt. Insgesamt gilt: Wer nicht ein Polster angespart hat, das für drei Monate reicht, häuft da schon Schulden an. Weiter ist man bei den Überbrückungshilfen, mit denen der Staat Fixkosten von Betrieben übernimmt. Dort sind die Anträge zu rund 90 Prozent bearbeitet.

Deutliche Mehrheit der Einzelhändler und Gastronomen beantragt Hilfen

Ein Problem der verschiedenen Programme liegt darin, dass bestimmte Berufsgruppen durchs Raster fallen können. Die November- und die Dezemberhilfe ersetzen einen gewissen Anteil des Umsatzes in den betreffenden Monaten des Vorjahres. Aber was ist mit dem Freiberufler, der eben spät im Jahr 2019 eine Flaute erlebte?

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Grundsätzlich werden die Hilfsprogramme gelobt und angenommen. Vergangenes Jahr etwa nahmen laut einer Umfrage des Rosenheimer City-Managements 75 Prozent der Einzelhändler und gar 93 Prozent der Gastronomen Hilfe in Anspruch. Unsere Übersicht gibt übrigens nur einen Zwischenstand wieder: Die letzten Antragsfristen laufen erst Ende April aus.

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