St. Nikolaus in Murnau

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Die barocke Pfarrkirche von Murnau. Wassily Kandinsky hat sie 1910 auf einem farbenprächtigen Ölgemälde verewigt. Foto: Sehr

Unsere Schönsten Kirchen . Der Name Murnau hat bei Kunstfreunden einen guten Klang.

Am landschaftlich reizvollen Staffelsee und am Murnauer Moos gelegen, lockte der Ort ab 1907 die beiden Künstlerpaare Wassily Kandinsky und Gabriele Münter sowie Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin zum Malen an. Die berühmte expressionistische Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ nahm von hier aus ihren Anfang. Das Münterhaus und das Schlossmuseum mit Werken der Künstler sind die Hauptanziehungspunkte kunstinteressierter Touristen, doch verdient auch die barocke Pfarrkirche St. Nikolaus unbedingt einen Besuch.

Kandinsky hat sie 1910 auf einem farbenprächtigen Ölgemälde dargestellt, das man im Lenbachhaus in München bewundern kann. Die auf einem Hügel gelegene Kirche mit ihrem stattlichen Turm, der von einer Zwiebelhaube bekrönt wird, ist von weit her sichtbar. Derzeit wird das Bauwerk restauriert und am 20. Dezember mit einem festlichen Gottesdienst wieder eröffnet. Die barocke Kirche ist Nachfolgerin einer gotischen Kirche, die baufällig und zu klein geworden war. 1717 legte der Abt von Kloster Ettal, zu dem Murnau als Filialkirche gehörte, den Grundstein für den Neubau. Der Architekt der Kirche ist unbekannt.

Durchschreitet man den niedrigen Eingangsraum, so gelangt man in den achteckigen Gemeinderaum von erhabener Weite und triumphaler Architektur. Acht rundbogige Arkaden tragen die kreisrunde Flachkuppel, durch die der Raum nach oben hin nicht als Oktogon, sondern als Rotunde, also als Kreis, erscheint. An diesen Hauptraum schließt, einige Treppenstufen erhöht, der kreuzförmige Chorraum mit dem Hochaltar an. Wegen Geldmangels erfolgte die Ausstattung erst sukzessive in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die Deckenfresken stammen gar erst aus dem späten 19. Jahrhundert.

Das Hochaltarblatt zeigt den heiligen Nikolaus vor Christus. Gerahmt wird der Altar von den heiligen Bischöfen Benno und Ulrich, ersterer ein Schutzpatron von Bayern, letzterer der des Bistums Augsburg, zu dem Murnau gehört. Prachtvoll sind die beiden Seitenaltare: links unter einem Baldachin eine Anna-Selbdritt-Gruppe, also die Mutter Marias, Anna, die Muttergottes und das Jesuskind, gerahmt vom Ehemann Annas, Joachim, und dem Ehemann Marias, Joseph. Neben der eleganten, weiß-gold gefassten Rokokokanzel, die der Kanzel von Kloster Ettal ähnelt, verdienen die kühn geschwungenen Rokokobeichtstühle besondere Beachtung. Wilfried Rogasch

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