Neulich in der Zeitungsredaktion: „Paula, was machst du denn da unten?

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Neulich in der Zeitungsredaktion: „Paula, was machst du denn da unten? “, rief eine meiner menschlichen Kolleginnen.

Sie hatte meinen Schnabel unter dem Schreibtisch einer Praktikantin hervorblitzen sehen. Als sie sich zu mir hinabbeugte, bemerkte sie, dass ich auf den Füßen der jungen Frau hockte. Falls ihr euch wundert: Ich wollte eurer armen Artgenossin nur helfen. Völlig durchgefroren war die Praktikantin aus dem Schneetreiben zurückgekommen. „Ich hab eiskalte Zehen“, jammerte sie. „Wie macht ihr Enten das bloß: barfuß herumwatscheln und trotzdem keine kalten Füße kriegen?“ Dabei ist das Gegenteil der Fall: „Wir Enten haben immer kalte Füße“, quakte ich. Wäre es anders, würden wir ständig Unmengen an Energie verlieren. Ist der See mal zugefroren, müssten wir zudem aufpassen. Denn dann würden unsere Füße das Eis antauen und danach im Schmelzwasser festfrieren.

Ich bin darum froh, dass meine Füße gerade mal um die sechs Grad warm sind. Die sind zudem wenig durchblutet. Zum anderen wird das Blut auf dem Weg in meine Füße sehr schnell abgekühlt. Fließt es zurück, erwärmt es sich langsam wieder – übrigens auf etwa 40 Grad, meine normale Körpertemperatur. Der armen Praktikantin half meine Erklärung wenig. Doch wer Eier ausbrüten kann, kriegt auch Menschenfüße warm: Ich hockte mich einfach darauf. Eure Paula

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