Neujahrsblasen anno 1948

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Musiker der Philharmoniker auf dem Rathaus. Im Hintergrund die Zuhörer und der ausgebombte Marienplatz. Foto: DENA

Winter 1948, München ist vom Krieg gezeichnet. München ist ein Trümmerhaufen.

München ist voller Flüchtlinge. München hungert.

7500 Gramm Brot, 75 Gramm Fett, 62,5 Gramm Käse, ein Kilo Zucker, 125 Gramm Kaffee-Ersatz, acht Kilo Kartoffeln, ein Liter entrahmte Milch und 250 Gramm Fisch – das ist damals die Lebensmittelration für einen Erwachsenen. Für einen Monat wohlgemerkt. Auf dem Schwarzmarkt kostet das halbe Pfund Butter 250 Mark. Für viele Menschen in der Landeshauptstadt und natürlich auch anderswo sind es entbehrungsreiche Zeiten.

Aber zum Glück gibt es auch schöne Momente, Rituale, kleine Feiern, die den Alltag auflockern. So wie das traditionelle Turmblasen, das Mitglieder der Münchner Philharmoniker am 1. Januar 1948 vom Münchner Rathaus aus veranstalten. „Eine große Menschenmenge sammelte sich auf dem Marienplatz und lauschte den altvertrauten Weisen“, diesen Text hat ein unbekannter Kollege vor langer Zeit in unserem Bild-Archiv hinterlassen. Er klebt auf der Rückseite des Fotos, das uns einen ungewohnten Blick auf den Marienplatz gewährt. Es ist ein Blick in die ausgebombte Heimat. sts

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