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Blick ins neue „Bürgerhaus“ kurz vor Eröffnung

„Ohne Treffpunkt blutet eine Gemeinde aus“: Wie Wonneberg dem Wirtshaussterben begegnet

Bürgermeister Martin Fenninger im neuen Bürgerhaus in Wonneberg.
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Bürgermeister Martin Fenninger im neuen Bürgerhaus in Wonneberg.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Die Wirtshäuser im Dorf machten zu, also musste was passieren: Wir haben mit Bürgermeister Fenninger kurz vor der Eröffnung einen Blick ins schmucke „Bürgerhaus“ geworfen - und mit ihm darüber gesprochen, wie wichtig solche Treffpunkte für kleine Landgemeinden sind.

St. Leonhard am Wonneberg - „Stirbt der Wirt, stirbt das Dorf“, heißt es in einem Sprichwort. In Wonneberg wollte man es soweit nicht kommen lassen. Keine 1600 Einwohner hat die kleine Gemeinde zwischen Waging und Traunstein, im „Hauptort“ St. Leonhard wohnen gerade mal rund 400 Menschen. Vor rund zehn Jahren war es soweit, dass die beiden Gasthäuser in St. Leonhard zusperrten. „Damals war für mich klar: Irgendwas muss jetzt passieren“, so Bürgermeister Martin Fenninger im Gespräch mit chiemgau24.de. Die Idee vom Bürgerhaus war bald geboren, im März vorigen Jahres wurde mit dem Bau begonnen und am kommenden Sonntag (10. Juli) feiert man stolz die Einweihung.

Neues Bürgerhaus in St. Leonhard am Wonneberg

Was man in St. Leonhard nun geschaffen hat, ist ein Dorftreffpunkt im besten Sinne: Ein großer Saal für knapp 200 Leute, der sich dreiteilen lässt, mit Gaststube und Küche. Im Keller einen Jugend- und einen Mehrzweckraum und auch das Pfarrbüro ist im neuen Bürgerhaus integriert. „Wir haben in der Corona-Zeit gesehen, wie ‚stad‘ es auf einmal werden kann. Und wenn es keinen Treffpunkt gibt, wenn alle wegfahren, blutet eine Gemeinde aus“, stellt Fenninger nüchtern fest. Attraktive Räume für die Vereine, Angebote für die Jugend - „nur so kann eine Gemeinde am Leben bleiben“.

Rund ums Bürgerhaus in Wonneberg wird der Außenbereich noch hergerichtet. Auf der Rückseite, hin zur Kirche, wird außerdem ein kleiner Dorfplatz entstehen.

Jetzt liegt es an den Wonnebergern, ihr Bürgerhaus mit Leben zu füllen. „Die Arbeit liegt auch bei den Bürgern selbst, aber gerade das kann zusammenschweißen“, so Bürgermeister Fenninger. Ein fixer Bestandteil wird der Freitagabend, wenn zum Stammtisch geladen wird und sich die Vereine mit der Bewirtung abwechseln. Einen klassischen Gasthausbetrieb wird es nicht geben. „Wir wollen unserem Wirt in Weibhausen nichts wegnehmen und werden dort beispielsweise auch unsere Bürgerversammlungen weiterhin machen.“ Das dortige Wirtshaus wird außerdem auch als Caterer fürs Bürgerhaus zur Verfügung stehen.

23 Meter lang und 13 Meter breit ist der Saal, der sich durch zwei Trennwände auch teilen lässt.

Auftritte und Proben der Blasmusik oder des Theatervereins, Treffen der Senioren oder Ministranten... vor allem - aber nicht nur - die Vereine sollen im Bürgerhaus eine Heimat finden. Auch für runde Geburtstage oder Hochzeiten von Gemeindebürgern soll es offenstehen. Fenninger könnte sich auch Veranstaltungen mit der VHS oder der Musikschule vorstellen, oder einen Heimatabend mit den Trachtlern aus Waging und Lauter. „Wir fangen jetzt einfach mal an und schauen, wie es läuft.“ In der Gemeinde rechnet man mit jährlich 25.000 Euro Fixkosten, aber Gewinn darf das Bürgerhaus ohnehin nicht erwirtschaften - weil man es in v.a. mit Fördergeldern erbaut hat.

Die Gaststube mit Thekenbereich und Küche - am 8. Juli steigt die Fertigstellungsfeier, am 10. Juli ist dann offizielle Einweihung. Weitere Termine im Juli sind Chorproben, Schülervorspiel und die Nachfeier der Maibaumbuam.

Satte 2,5 Millionen Euro hat das Bürgerhaus in Wonneberg gekostet, doch im Rathaus selbst muss man nur für 20 Prozent der Kosten aufkommen. Der große Rest stammt aus Fördergeldern, vor allem vom Amt für ländliche Entwicklung. „Sonst wäre das nicht möglich gewesen“, gibt Martin Fenninger zu. Auch der ganze Außenbereich im neuen Dorfzentrum wird noch neu gestaltet, was zusätzliche 700.000 Euro kostet. Denn zwischen Bürgerhaus und Kirche wird ein Dorfplatz entstehen, mit Spielgeräten, Bänken und Getränkeautomat. Ein weiterer Treffpunkt im Ort, der im Oktober fertig wird.

Im Keller des Bürgerhauses gibt es erstmals in der Gemeinde einen „richtigen“ Jugendraum. Toiletten gibt es in beiden Geschoßen, die auch durch einen Lift verbunden werden.

xe

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