WEGEN DER BAUARBEITEN FEHLEN AM HANNS-SEIDEL-PLATZ NISTPLÄTZE – EIN TURM SOLL HELFEN

Neue Heimat für Neuperlachs Spatzen

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Ob er den Höhlenbrütern gefällt? Der Spatzenturm soll die Vogelpopulation am Hanns-Seidel-Platz halten. foto: bhb bayern

Die Spatzen in Neuperlach haben ein Ausweich-Quartier für die Zeit der Bauarbeiten auf dem Hanns-Seidel-Platz.

Ein Spatzenturm soll verhindern, dass die dort beheimatete Kolonie der mittlerweile bedrohten Vogelart abwandert. Denn der Lebensraum der kleinen, graubraun gemusterten Vögel ist bedroht.

Die Haussperlinge, wie die Art offiziell heißt, vergnügen sich seit Jahren beim Staub- und Wasserbaden in den Kuhlen der unbefestigten Fläche und nisten im kreisrunden Stahlgeflecht-Kunstwerk sowie im Dach des Kulturhaus-Pavillons. Beides muss wegen der fortschreitenden Bebauung den Platz räumen. Damit verlieren die Spatzen einen Großteil ihrer Nistplätze. Da Haussperlinge standortgebunden und ihrem Nistplatz treu sind, ist der Spatzenturm ein Angebot zum Bleiben.

Errichtet wurde der Turm vom Bauträger BHB Bayern, der derzeit den lange brachliegenden Platz in Neuperlach zu einem neuen Stadtteilzentrum mit Wohn-, Büro- und Einzelhandelsflächen umgestaltet. „Wir sind überzeugt, dass Lebensqualität auch inmitten der Stadt einen Bezug zur Natur erfordert“, sagt Geschäftsführerin Melanie Hammer. Der Spatzenturm sei aktiver Artenschutz.

Der Turm in Neuperlach soll den Spatzen nicht nur während der Bauzeit ein Zuhause bieten, sondern langfristig in eine etwa 300 Quadratmeter große Blumenwiese sowie Büsche am Hanns-Seidel-Platz integriert werden. Zudem sollen bei den neuen Gebäuden spezielle Nistplätze in die Fassade integriert werden.

Der Neuperlacher Spatzenturm ist der dritte seiner Art in München. Weitere stehen am Ackermannbogen und in Pasing. In München ist die Zahl der Haussperlinge, eines Höhlenbrüters, mangels Nistplätzen in den vergangenen zehn Jahren rapide gesunken. Der Sperling liebt Löcher im Mauerwerk oder auch lose Dachpfannen. c. ick-dietl

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