Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Betretungsverbot an „Infinity Pool“

Invasion am Königssee - Nationalpark droht Influencern: „Werden ...“

Der bei Touristen beliebte Bereich um die Gumpe im oberen Teil des Königsbach-Wasserfalls im Nationalpark Berchtesgaden ist für mindestens fünf Jahre gesperrt worden. Das hält aber scheinbar weiterhin Influencer nicht davon ab, dort für Fotoaufnahmen zu erscheinen.
+
Der bei Touristen beliebte Bereich um die Gumpe im oberen Teil des Königsbach-Wasserfalls im Nationalpark Berchtesgaden ist für mindestens fünf Jahre gesperrt worden. Das hält aber scheinbar weiterhin Influencer nicht davon ab, dort für Fotoaufnahmen zu erscheinen.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
    schließen

Schilder weisen inzwischen eindeutig auf eine Sperrung der Gumpe im oberen Teil des Königsbach-Wasserfalls im Nationalpark Berchtesgaden hin. Offenbar hält das aber Influencer weiter nicht davon ab, dort aufzutauchen, wie die Nationalparkverwaltung gegenüber BGLand24.de berichtet.

Schönau am Königssee - „Ich kann euch sagen, ich war erschrocken“, heißt es in einem Instagram-Post einer Influencerin vom Dienstag. Sie wirbt in dem sozialen Netzwerk für Hanföl-Produkte. „Der erste Schritt war schon mal überhaupt hin zu kommen. Jedoch war es gar nicht so einfach, wie wir es uns vorgestellt haben. Der Weg war gesperrt, da letztes Jahr wieder zwei Mensch dort umgekommen sind. Da waren meine Bedenken schon groß. Doch unsere Neugier siegte! Also wandert wir los. Allein der Weg war gefährlich und auf Grund meiner Höhenangst bin ich an ein paar Stellen teilweise erstarrt.“

Weiter Influencer am „Infinity Pool“ unterwegs - Nationalpark-Verwaltung will Betretungsverbot konsequent durchsetzen und ahnden

Sie beschreibt weiter, unterwegs habe sie zwischenzeitlich umkehren wollen, ihre Tochter habe sie jedoch zum weitergehen motiviert. „So an sich der Wasserfall ist sehr schön. Doch dann gingen wir zum Naturpool und da war ich enttäuscht. Wie auf dem Foto sah es nicht aus, ein Baum lag auch mitten drin und überall Leute“, führt sie weiter aus, „Es war mega gefährlich. Es ging steil runter und die Steine auf denen man runter steigt waren sehr glatt. Doch da sahen wir ein junges Pärchen (gehe davon aus es sind Instagramer gewesen) die in den Naturpool klärten um ein Bild zu schießen. Das Wasser war eiskalt und bei einer falschen Bewegung fliegt man aus dem Pool und den Berg runter. Alleine kommt man gar nicht raus, da es so glatt und rutschig ist.“ Das sie nicht die einzige ist, die dort unterwegs ist zeigt beispielsweise dieser Post:

Der bei Touristen beliebte Bereich um die Gumpe im oberen Teil des Königsbach-Wasserfalls im Nationalpark Berchtesgaden ist für mindestens fünf Jahre gesperrt worden. Das hält aber scheinbar weiterhin Influencer nicht davon ab, dort für Fotoaufnahmen zu erscheinen.

Sie schließt ihre Ausführungen mit „Was ist eure Meinung?“. Sie bekommt einiges an positiver Rückmeldung: „Tolle Aussicht“ oder „Tolle Geschichte“, sowie „Ja krass, hast du ja noch gut gemeistert.“ Doch ihr schlägt auch Gegenwind entgegen. „Du hast scheinbar Glück gehabt, dass wir Dich nicht im gesperrten Bereich angetroffen haben. Andernfalls hättest Du jetzt eine Anzeige und das Bild wäre sehr teuer“, schreibt ein Nutzer. „Was ich jetzt wirklich nicht verstehe: der Weg und das Gebiet ist gesperrt. Genau aus dem Grund, dass es NICHT betreten wird und sich die Vegetation wieder erholen kann. Warum geht Ihr dann trotzdem da hin?

Bereich um „Infinity Pool“ für fünf Jahre gesperrt, damit sich Natur erholen kann

Der Park sei weiterhin bemüht, das Betretungsverbot durchzusetzen, betont gegenüber BGLand24.de Nationalpark-Pressesprecherin Carolin Scheiter, die auch bereits den Kontakt mit der Instagrammerin gesucht hat. Die Parkverwaltung hat wenig Verständnis für solche Aktionen: „Die Schilder weisen das Areal auch eigentlich als Vegetationsschutzgebiet aus.“ Die Parkranger seien gut aufgestellt und vorbereitet, um diese Fläche nun zu überwachen und Verstöße zu ahnden. Für ein erstmaliges Betreten des gesperrten Arials muss grundsätzlich mit einer Strafe mindestens im dreistelligen Bereich gerechnet werden. Je nach Verstößen können die Strafen aber auch deutlich höher ausfallen und bis zu 25.000 Euro betragen. Aktuell könne man noch kein erstes Fazit ziehen, da witterungsbedingt noch kein Sommer-Normalbetrieb im Park herrschte. „Ersten Berichten unserer Ranger zu Folge sind die meisten Leute aber einsichtig.“

Der bei Touristen beliebte Bereich um die Gumpe im oberen Teil des Königsbach-Wasserfalls im Nationalpark Berchtesgaden ist seit Ende Juni für mindestens fünf Jahre gesperrt worden. Damit soll der Natur Zeit gegeben werden, sich wieder zu erholen, so die Begründung der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts. Über die sozialen Medien war der ehemals versteckte Ort weltweit bekannt geworden. In der Folge besuchten tausende Fototouristen die Gumpen am Wasserfall jährlich und lichten sich darin ab. Müll, Lärm, illegale Lagerfeuer und immer wieder Rettungsaktionen für in Not geratenen Besucher waren die Folge. In den vergangenen Sommern habe sich durch die Gäste ein weit verzweigtes Netz aus Trampelpfaden mit einer Länge von mindestens drei Kilometern neu gebildet, heißt es. Dadurch seien der Boden sowie die Tier- und Pflanzenwelt stark gefährdet worden.

Überwiegend Zustimmung in Leserschaft

Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten. Dieses so genannte Betretungsrecht gilt nur für Betätigungen „im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung, die dem Naturgenuss und der Erholung dienen“. Allerdings kann dies, unter anderem, aus Gründen des Naturschutzes untersagt oder beschränkt werden.

Neben einigen kritischen Stimmen stößt die Maßnahme in der BGLand24.de-Leserschaft insgesamt auf breite Zustimmung (Plus-Artikel BGLand24.de). In einer Pinpoll-Abstimmung im Artikel von BGLand24.de spricht sich die überwiegende Mehrheit der Befragten für die Maßnahme aus. Auch in den Sozialen Medien überwiegen die positiven Kommentare. „Schade, aber wohl bitter nötig“, schreibt etwa Maria M.. „Einerseits finde ich es gut. Andererseits ärgert es mich, dass ich als Wanderer dort nicht mehr hingehen könnte, weil Horden von hirnlosen Instagram-Irren da für immer die gleichen Fotos hingeströmt sind und sich womöglich noch in Gefahr begeben haben“, meint Klaas B.. „Zeit is worn …“, schreibt Alexandra W..

hs

Kommentare