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Nachruf

Angehörige trauern um das Tüßlinger Original Sepp Kolm

Sepp Kolm
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Sepp Kolm
  • Robert Wagner
    VonRobert Wagner
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Das Tüßlinger Orginal, Sepp Kolm, stirbt nach kurzer schwerer Krankheit und hinterlässt zwei Söhne. Der leidenschaftliche Bäcker und Vereinsmensch folgt nach drei einhalb Jahren seiner Frau Franziska.

Tüßling – Sepp Kolm führte ein erfülltes Leben. Der Bäckermeister war eine Institution in Tüßling. Am Sonntag, 20. März, ging dieses Leben zu Ende und er folgte seiner geliebten Frau, die er im Jahr 2018 zu Grabe tragen musste. Dies war der „große Knick in seinem Leben“, sagten seine Söhne Seppe und Hanse, wie er sie nannte.

„Kolm Sepp“ wurde am 12. November 1927 als Sohn der Eheleute Josef und Elisabeth Kolm sozusagen in die Bäckerei hinein geboren. Drei Jahre später kam sein Bruder Hans zur Welt. Die Brüder erlernten nach der Schulzeit das Bäckerhandwerk, um nach der Rückkehr ihres Vaters aus dem Krieg mit ihm für das leibliche Wohl in der Gemeinde zu sorgen.

Vereinsmensch mit 80 Jahren Faschingszug-Erfahrung

So wichtig Sepp sein Beruf war, so wichtig war ihm auch das gesellschaftliche Leben. Er war stets mittendrin, wenn es etwas zu feiern gab oder man sich zum Stammtisch traf. In beinahe jedem Verein der Marktgemeinde war er Mitglied und meist auch Förderer – außer beim Frauenbund.

Seine Vorliebe galt dem Faschingsverein. Das lag in der Familie, war doch sein Vater der erste Präsident des Tüßlinger Faschingsvereins. Insgesamt brachte es Sepp Kolm auf zweieinhalb Regentschaften als Faschingsprinz. Zweimal bekleidete er ganz offiziell das Amt. Eine halbe Regentenzeit sprang er für seinen Spezl als Prinz ein, nachdem der sich ein Bein gebrochen hatte. Dank seines großen Engagements wurde er später zum Ehrenelferrat ernannt. Er selbst sagte, er habe über 80 Jahre Faschingszug-Erfahrung – erst an der Hand seines Vaters, dann jahrzehntelang als Aktiver und schließlich mit Unterstützung seiner beiden Söhne.

Sein privates Glück fand Sepp Kolm mit 41 Jahren, als er seine Franziska heiratete. Er selbst bezeichnete sich bei ihrer Goldhochzeit als „Spätberufenen“, der nach vielen gemeinsamen Arbeitsjahren auch die Liebe zu ihr entdeckte. Aus dieser harmonischen Ehe gingen die Söhne Sepp und Hans hervor, die, wie ihr Vater, in der Bäckerei arbeiten. Anfang der 2000er zog er sich aus dem Tagesgeschäft zurück und genoss sein Leben an der Seite seiner Frau und den Stammtischfreunden, die, als er weniger mobil war, den Stammtisch ins Café Kolm verlegten. Hier traf man ihn an sonnigen Tagen oft auf seiner Sommerbank vor der Bäckerei, die sein Lebenswerk war. Da war er immer gern für einen kurzen „Ratsch“ zu haben.

Nun endete dieses erfüllte Leben nach kurzer schwerer Krankheit. Der Kolm Sepp hinterlässt nicht nur in seiner Familie eine schmerzhafte Lücke, er wird auch vielen Mitbürgern fehlen. Er war ganz einfach ein Tüßlinger Original. MG

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