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Tödliches Ende einer Skifahrt: Zwei Männer stoßen kurz vor der Talstation zusammen, beide sterben. Der tragische Zwischenfall am Feldberg gibt Rätsel auf. Und erinnert daran: Auch auf der Piste gibt es wichtige Verkehrsregeln.

Nach tödlichem Skiunfall Wer hat Vorfahrt auf der Piste? Tödliches Ende einer Skifahrt: Zwei Männer stoßen kurz vor der Talstation zusammen, beide sterben.

Nach tödlichem Skiunfall

Wer hat Vorfahrt auf der Piste?

Tödliches Ende einer Skifahrt: Zwei Männer stoßen kurz vor der Talstation zusammen, beide sterben. Der tragische Zwischenfall am Feldberg gibt Rätsel auf. Und erinnert daran: Auch auf der Piste gibt es wichtige Verkehrsregeln.

Von Jonas Schöll

Feldberg/Planegg – Stefan Wirbser ist immer noch fassungslos. Die Sonne scheint wieder auf die schneebedeckten Hügel am Feldberg im Schwarzwald, doch am Tag nach dem tödlichen Zusammenstoß zweier Skifahrer sei die Stimmung gedrückt. „Das ist unerklärlich. Wir können uns nur wundern, wie so etwas passieren konnte“, sagt Wirbser, Vorsitzender der örtlichen Liftbetreiber, Präsident des Skiverbandes Schwarzwald und Bürgermeister der Gemeinde Feldberg mit knapp 2000 Einwohnern.

Bei dem Unglück waren am Sonntagnachmittag ein 29-jähriger Mann aus dem Elsass und ein 30-Jähriger aus dem Landkreis Böblingen gestorben. Trotz einer 45-minütigen Reanimation konnte den beiden Männern nicht mehr geholfen werden.

Soweit die tragischen Fakten – doch die Frage, wie der tödliche Unfall geschehen konnte, gibt der Polizei und der Bergwacht Rätsel auf.

„Das ist für alle ein Schock“, sagt der Sprecher der Bergwacht Schwarzwald, David Vaulont. „Wir sind ratlos, weil wir einfach nicht wissen, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte“. Der Hang sei ein Anfängerhang und daher recht flach, schönes Wetter sorgte zudem für gute Sicht. Zudem sei die Piste zur Unfallzeit nicht überfüllt gewesen. Doch kurz vor Liftschluss passiert es: Rund 100 Meter vor der Talstation des Lifts prallen die zwei Skifahrer so heftig zusammen, dass beide kurz nach der Kollision an ihren schweren Verletzungen sterben. Bei beiden Skifahrern handelte es sich nicht um Anfänger, teilt die Polizei später mit.

In Anbetracht der Schwere der Verletzungen müsse mindestens einer der beiden Skifahrer deutlich zu schnell gewesen sein, sagt Bergwacht-Sprecher Vaulont. Laut Adrian Probst von der Bergwacht Schwarzwald kann man auf der Strecke auch hohe Geschwindigkeiten erreichen, wenn man will – bis zu 100 Kilometer in der Stunde.

Wie kam es zu dem tragischen Zwischenfall? Bei der Aufklärung tappt die Polizei bislang noch im Dunkeln. Unmittelbar danach nahmen die Beamten die Ermittlungen auf dem 1493 Meter hohen Feldberg auf.

Die zwei Skifahrer hätten sich ordnungsgemäß verhalten, hieß es von der Polizei am Montag. Derzeit weise nichts auf eine Verletzung der Sicherheitsvorschriften hin, sagt eine Sprecherin. So hätten beide zum Beispiel Helme getragen. Auch gebe es keine Hinweise auf Alkoholeinfluss. Aktuell werde mit der Staatsanwaltschaft geprüft, ob eine Obduktion der Leichen vorgenommen werde könne.

Anders als auf der Straße gibt es für Wintersportler auf der Skipiste keine gesetzlichen Vorschriften zur Regelung des Verkehrs. Als Maßstab haben sich hier aber die FIS-Verhaltensregeln etabliert. Regel Nummer eins ist dabei: Rücksicht nehmen.

Wie wichtigsten weiteren Regeln erklärt der Deutsche Skiverband (DSV):

-Wer von hinten kommt, muss reagieren. Das bedeutet, dass der Skifahrer oder Snowboarder seine Fahrspur so wählen muss, dass er vor ihm fahrende Sportler nicht gefährdet. Dazu gehört auch, einzukalkulieren, wie der andere sich beim Überholen noch verhalten wird.

- Es gibt keine Regeln beim Überholen wie beim Autofahren - möglich ist es also von rechts oder, links. Aber dabei muss ausreichend Abstand zum Überholten gelassen werden, so dass der für alle seine Bewegungen ausreichend Raum hat.

- Das Tempo sollte angepasst sein. Das Problem ist hierbei, dass der eigene Eindruck schnell täuschen kann: Bei mittlerer Geschwindigkeit braucht man in der Regeln fünf bis zehn Meter zum Abbremsen, erklärt der DSV. Das Durchschnittstempo eines Skifahrers liegt bei 50 bis 60 km/h. Außerdem: Wie im Straßenverkehr sollte man gerade da, wo viele sich kreuzen, die Geschwindigkeit eher drosseln.

- Auf Sicht fahren. Dazu gehört nicht nur, die anderen Fahrer im Blick zu haben und seine Geschwindigkeit der Witterung anzupassen, etwa bei Nebel. Aber auf der Piste tückisch sind auch Eisplatten und Bodenwellen, die einen selbst ins Trudeln bringen - und damit unvorhersehbar in die Fahrbahn anderer.

-Anfahren und Einfahren wie beim Straßenübergang. Das heißt nach links und rechts, also sich auf der Piste nach oben und unten vergewissern, dass kein Wintersportler in Gefahr gerät, wenn man in einbiegt oder anfährt. Vorfahrt haben hier die bereits fahrenden Sportler.

- An engen und unübersichtlichen Stellen nicht anhalten. Gut ist natürlich immer der Pistenrand, dort aber nicht hinter Kuppeln und Kurven.

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