Von Stier fast getötet: Warngauer Bürgermeister kämpft sich zurück ins Leben

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Klaus Thurnhuber, Bürgermeister von Warngau: Ein Stierangriff auf seinem Hof hätte den Landwirt fast das Leben gekostet.

Klaus Thurnhuber ist noch nicht schnell unterwegs, sein Gang ist holprig, das Aufstehen eine Prozedur. Doch lachen kann er bereits wieder schallend. Das ist ein kleines Wunder. Denn der Bürgermeister aus Warngau (Kreis Miesbach) ist vor genau 150 Tagen von einem Stier attackiert worden.

VON ANDREAS HÖGER, MIESBACHER MERKUR

Tagelang schwebte Klaus Thurnhuber zwischen Leben und Tod. Nun drängt es ihn zurück ins Rathaus. „Die Ungeduld wächst“, sagt er. Noch ist er die ganze Woche über im Unfallkrankenhaus Murnau zur Reha, nur an den Wochenenden darf er nach Hause. „Ich bin hier voll eingespannt“, erzählt er. Kraftübungen, Anwendungen. Doch nach und nach kommen die ersten Erfolge. „Die Ärzte sind zufrieden mit mir“, sagt der 55-Jährige. „Die nächste Gemeinderatssitzung am 10. Dezember will ich unbedingt leiten.“

Die dritte Amtszeit als Bürgermeister im Blick

Auch für eine dritte Amtszeit will er kandidieren, das hat er bereits angekündigt. Die Ärzte sagten ihm, dass keine dauerhaften Schäden von dem Stierangriff bleiben werden.

Der Unfall ereignete sich am 26. Juni. Thurnhuber kam aus dem Rathaus. Auf seinem Hof war bereits alles vorbereitet, damit er dem Stier die Klauen schneiden könne. Der Stier lag in einem abgesperrten Gatter. „Ich habe Gras geholt. Und dann: Filmriss.“ An mehr kann sich Thurnhuber nicht mehr erinnern. Doch sein Sohn Korbinian musste alles mit ansehen. Der Stier hatte Thurnhuber gegen eine Wand gedrückt. 

1000 Kilo gegen 100 Kilo

„1000 Kilo gegen 100 Kilo, da gab’s einen klaren Verlierer“, sagt er heute. Sein Sohn hörte, wie die Rippen brachen. Sie drückten in die Lunge. Eine Woche lang war nicht klar, ob er das überleben würde. Als er wieder bei Bewusstsein war, habe ihm seine Familie viel Kraft gegeben, betont er. „Und die Anteilnahme und die Genesungswünsche aus dem ganzen Landkreis haben mir unheimlich geholfen.“

"Bin dankbar, dass ich leben darf"

Thurnhuber weiß, dass er viele Schutzengel hatte. Er sagt: „Ich bin dankbar, dass ich noch leben darf. Der Herrgott war der Meinung, es gibt da herunten noch was zu tun für mich.“ Vielleicht ist er deshalb so voller Tatendrang. Zuchtstiere gibt es nun nicht mehr auf seinem Hof. Im Stall war Thurnhuber längst wieder – wenn auch auf wackligen Beinen.

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare