Nach Kontrollfahrt auf der Alz: Landratsamt sperrt Teile der Flusses für Boote

Alz Rettung Waldkraiburger Jugendliche
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Badegäste an der Alz sind am Dienstagvormittag nach einem Sprung in den Fluss in Schwierigkeiten geraten. Nicht der einzige Fall der vergangenen Tage.

Vergangene Woche hatten Retter bereits eine Familie und einen jungen Mühldorfer aus der Alz gerettet. Diese Woche zwei Jugendliche aus Waldkraiburg. Wegen des zurückliegenden Hochwassers gab es nun eine Kontrollfahrt. Und die hat Konsequenzen.

Update 14. August

Sperrung verlängert bis einschließlich Montag

Traunstein - Die Sperrung der Alz ab dem Alzbad Truchtlaching wird vorerst bis einschließlich Montag, den 17. August verlängert. Die Verlängerung erfolgte nach einer Kontrollfahrt der DLRG am Donnerstagabend und anschließender Abstimmung zwischen dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein. 

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Aufgrund des weiterhin hohen Wasserstandes – dieser liegt derzeit am Pegel Seebruck bei 1,11 Metern – wird die Sperrung weiter aufrechterhalten. Erst am Montag wird die Alz voraussichtlich einen Wasserspiegel von unter einem Meter erreichen und sich damit auch die Fließgeschwindigkeit weiter verringert haben.

In diesem Zusammenhang wird auch dringend darauf hingewiesen, aufgrund der schnell zu unterschätzenden Strömung das Schwimmen im fließenden Gewässer zu unterlassen.

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Update 11. August

Zwei Junge Waldkraiburger gerettet

Innerhalb weniger Tage kam es erneut zu einem Rettungseinsatz an der Alz im Bereich der Laufenau bei Altenmarkt am Dienstagvormittag (11. August). Zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren aus Waldkraiburg befanden sich dort beim Baden und vergnügten sich mitunter an der sogenannten Affenschaukel. An diesem Seil in Ufernähe können Badegäste in den Fluss springen.

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Dabei wurde ihnen jedoch die starke Strömung der Alz zum Verhängnis und sie wurden vom Wasser zu stark mitgerissen. Ähnlich wie bei einem Vorfall am vergangenen Donnerstag konnten sie sich dann am Wurzelwerk eines Baumes festhalten. Am Donnerstag war ein 23-jähriger Mühldorfer nach dem Sprung mit der Affenschaukel in Schwierigkeiten geraten.

Allein 25 DLRG-Helfer im Einsatz

Kurz vor 11 Uhr wurde deshalb ein groß angelegter Rettungseinsatz durch die Integrierte Leitstelle Traunstein ausgelöst, zu dem insbesondere 25 Kräfte von DLRG Seeon-Truchtlaching sowie Wasserwachten aus Obing, Burgkirchen und Tengling inklusive Einsatzleiter Wasserrettung und 38 Einsatzkräfte der Feuerwehren Altenmarkt, Stein, Alzmetall sowie die Führung der Kreisbrandinspektion Traunstein aufgerufen waren.

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Die beiden Jugendlichen konnten aus dem Wasser gerettet und anschließend zur medizinischen Überprüfung an den ebenso verständigten Rettungsdienst übergeben werden. Hierfür kamen zwei Rettungswägen, ein Notarzt, der Rettungshubschrauber und der Einsatzleiter Rettungsdienst vorsorglich vor Ort.

Eltern konnten ihre Kinder abholen

Glücklicherweise blieben die beiden Badegäste so gut wie unverletzt. Sie standen jedoch sichtlich unter Schock, so dass sie von der eingesetzten Polizeistreife mitgenommen und den Eltern übergeben wurden.

In diesem Zusammenhang weist die Polizei erneut auf die enormen Gefahren hin, die hochwasserführende Gewässer, wie sie insbesondere derzeit noch vorzufinden sind, mit sich bringen. Dabei kann schnell die Strömung der Flüsse unterschätzt werden und sowohl Badegäste als auch Bootsfahrer in Notlagen bringen.

Landratsamt Traunstein zieht Konsequenzen

Als Konsequenz der aktuellen Entwicklung erließ nun auch das Landratsamt Traunstein am Montag eine Verfügung, wonach ab sofort bis auf weiteres das Befahren der Alz zwischen Truchtlaching und Altenmarkt mit Booten oder sonstigen Schwimmkörpern verboten ist.

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Erstmeldung 9. August

Trostberg/Altenmarkt/Seeon-Seebruck – Am Samstag geriet eine Familie bei einer Schlauchboot-Tour nahe Seeon-Seebruck in Schwierigkeiten. Bereits am Donnerstag hatte sich ein junger Mühldorfer in den Fluss zum Baden gewagt und hatte die Strömung der Alz unterschätzt. 

Die Fischtreppe in Truchtlaching bei normalem Pegelstand der Alz.

Das Landratsamt Traunstein hatte gewarnt, in der Alz Bootstouren zu machen - wegen des wenige Tage zurückliegenden Starkregens und des folgenden Hochwassers. Die Alz ist besonders an heißen Wochenenden für Touren mit dem Schlauchboot ein beliebtes Ziel. Bei normalem Wasserstand gilt sie als vergleichsweise ruhiger Fluss.

Laut Polizei war eine fünfköpfige Familie am Samstag gegen 15.50 Uhr mit ihrem Schlauchboot auf der Alz bei Niesgau an einen in den Fluss gestürzten Baum geraten. Das Schlauchboot kenterte. 

Schlauchboot kentert

Aufgrund des aktuellen Hochwassers der Alz konnte sich die Familie nur schwer an dem Baum festhalten, um nicht flussabwärts gerissen zu werden. Die Gekenterten konnten sich laut Polizei nicht selbstständig aus der Strömung befreien. 

Vor allem in fließenden Gewässern – wie auf unserem Bild am Inn bei Mühldorf - gilt nach dem Hochwasser der vergangenen Tage besondere Vorsicht beim Badeb.

Die alarmierten Einsatzkräfte der DLRG retteten die Familie aus der Strömung. Die angeforderten Rettungshubschrauber aus Österreich und einem Polizeihubschrauber wurden nicht mehr benötigt. 

Familie bleibt unverletzt

Die Familienmitglieder wurden am Unglücksort medizinisch untersucht. Sie waren unverletzt. Die Polizei weist darauf hin, dass aufgrund des Hochwassers besondere Vorsicht beim Baden in Gewässern, vor allem bei fließenden Gewässern, walten zu lassen ist.

Junger Mühldorfer hat nach Sprung in die Alz Probleme

Wie tückisch die Gewässer nach den Regenfällen der vergangenen Woche immer noch sind, das musste auch ein 23-jähriger Mühldorfer erfahren. Wie die Polizei Trostberg berichtet, war der junge Mann am Donnerstag gegen 14.15 Uhr unweit des Kraftwerks „Laufenauer Wehr“ bei Altenmarkt mittels einer „Affenschaukel“, einem langen Seil an einem Baum in Ufernähe, in die Alz gesprungen.

+++Informationen zum Hochwasser vom 3. und 4. August finden Sie in unserem Hochwasser-Ticker +++ 

Bei seinem Sprung in die Alz unterschätzte der junge Mühldorfer die durch das Hochwasser bedingte Strömung, es war ihm unmöglich ans Ufer zu schwimmen. Der junge Mann trieb auf das Kraftwerk zu, konnte sich aber auf einen im Wasser befindlichen Baumstamm retten. 

Rettungskräfte bergen Mühldorfer

Die Rettungskräfte der DLRG Truchtlaching, Obing, Traunstein und Burgkirchen bargen schließlich den jungen Mann. Es wird darauf hingewiesen, aufgrund des Hochwassers besondere Vorsicht beim Baden walten zu lassen, vor allem in fließenden Gewässern.

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