„Musik, die anregt, nicht aufregt“

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Radio Arabella feiert sein 25-jähriges Bestehen – Die Macher erinnern sich an die chaotische Anfangszeit. Eine Handvoll Leute, ein kleiner Redaktionsraum, ein einziges Studio – so startete Radio Arabella 1989.

Heute, 25 Jahre später, ist das einstige Provisorium längst etabliert und zum Spitzenreiter unter den bayerischen Lokalradios avanciert.

„Die Anfänge waren wie in einem großen Wohnzimmer“, erinnert sich Programmberater Peter Bartsch an die erste Zeit in den Räumen am Vogelweideplatz in Bogenhausen. „Heute würde man vermutlich erschrecken, so unprofessionell war das Ganze“, sagt Bartsch und lacht. Verkehrsnachrichten gab es bei dem neu gegründeten Sender nicht – zu teuer. Im ersten Jahr mussten sich die Macher ihre Frequenz von 18 bis 22 Uhr mit der Jazzwelle Plus teilen. Für die Hörer, die dort sonst die Arabella-Mischung aus Oldies und aktuellen Hits zu hören bekamen, ein gewöhnungsbedürftiger Musikwechsel. „Das haben die nicht verstanden. Die waren wütend und haben uns beschimpft, was für furchtbare Musik wir plötzlich spielen.“ Die Hörer beruhigten sich erst, als Radio Arabella nach etwa einem Jahr rund um die Uhr senden durfte.

Auch sonst waren die Kapazitäten begrenzt: Mit nur einem Studio, in dem von früh bis spät Sendungen gefahren wurden, war es schwierig, Jingles und andere Soundelemente zu produzieren. In der ersten Zeit musste all das nach Sendeschluss erledigt werden: „15-Stunden-Tage waren da keine Ausnahme“, sagt Bartsch und fügt hinzu: „Aber darüber hat sich keiner beschwert. Das hat uns allen einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht.“ Die paar Radio-Arabella-Macher seien damals eine „eingeschworene Truppe“ gewesen. Zwar sei er offiziell der Chef gewesen, tatsächlich aber hätten alle alles gemacht – und dabei ordentlich improvisiert. Während heute die Moderationen bei vielen Radioshows im Vorfeld geschrieben würden, sei damals alles sehr spontan gelaufen: „Was man bei den Moderationen sagen wollte, hat man sich einfach in der Musikpause davor überlegt.“

Keimzelle für Radio Arabella war der Rocksender „M1“. Der hatte eine treue Fangemeinde, die allerdings nicht sonderlich groß war. Peter Bartsch und seine Mitstreiter übernahmen die Frequenz und verwandelten den Sender in ein Melodieradio. Von Anfang an habe er eine Musikmischung gewollt, die sofort als Arabella erkennbar sein sollte, sagt Bartsch. „Der Mix aus Oldies und Hits – dafür gab es damals einen Bedarf, das war noch nicht abgedeckt.“ Radio Arabella fand so seine Nische im aufstrebenden Markt der Privatradios, die sich ab 1984, mit Inkrafttreten des Dualen Rundfunksystems, formierten. Obwohl Radio Arabella mit seiner Gründung relativ spät dran war, erreichte der Sender schnell ein breites Publikum. 1994 vergrößerte sich Radio Arabella und bezog seinen Sitz im Pressehaus an der Paul-Heyse-Straße. Heute schalten täglich bis zu 250 000 Hörer in München und Umland ein.

Zu verdanken hat das der Sender seinem bis heute kaum veränderten Musikkonzept, ist Peter Bartsch überzeugt: „Wir spielen Musik, die anregt, nicht aufregt.“ Aber auch Moderatoren wie Karolina Hofmeister und Christian Huber, Steffi Schaller und Moni Littel trügen natürlich ihren Teil zum Erfolg bei, weil sie „Menschen wie du und ich sind, die sich nicht zu wichtig nehmen“.

Zum 25-jährigen Bestehen bedankt sich Radio Arabella bei seinen Hörern und beschenkt sie das ganze Jahr über mit besonderen Verlosungsaktionen. Zu gewinnen gab es beispielsweise ein für einen Hörer persönlich komponiertes Lied von Leslie Mandoki, demnächst werden Karten für ein Konzert der Rollings Stones in Berlin verlost. Katharina Mutz

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