„Hohe Anschlagsgefahr in Bayern“

Verfassungsschutz zählt 4155 Islamisten in Bayern

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Salafisten in Frankfurt/Main jubeln dem Hassprediger Pierre Vogel zu. Auch in Bayern steigt die Zahl der Islamisten.

Es besteht nach wie vor hohe Anschlagsgefahr in Bayern, sagt Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Zahl der Islamisten beläuft sich aktuell auf 4155. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein.

Joachim Herrmann bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2018.

München - Der islamistische Terrorismus bleibt in Bayern die größte Bedrohung für die innere Sicherheit. Laut dem am Freitag in München vorgestellten Verfassungsschutzbericht 2018 sind im Freistaat 4155 Personen den verschiedenen Vereinigungen zuzurechnen (2017: 4070). Aktuell lägen zwar keine konkreten Erkenntnisse vor, es bestehe aber nach wie vor eine „anhaltend hohe Anschlagsgefahr“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Mit rund 2900 Anhängern zählten die „Mili Görüs“-Bewegung neben den Salafisten die meisten Mitglieder. Alle europäischen Staaten stünden zudem vor der Frage, wie mit den Rückkehrern aus den Kampfgebieten umzugehen sei. „In Bayern leben 22 dieser Personen“, betonte Herrmann. Erst kürzlich kam Ex-Islamistenführer Sven Lau auf freien Fuß. Er hat seine Strafe verbüßt und sich vom Salafismus distanziert. Dennoch muss er bald erneut vor Gericht - als Zeuge.

Joachim Herrmann: Auch Rechtsextremisten bekommen Zuwachs

Darüber hinaus konstatiert der Bericht auch bei den Rechtsextremisten einen leichten Zuwachs. Wurden 2017 bayernweit noch 2320 registriert, waren es im Vorjahr 2360. Damit lebt deutschlandweit etwa jeder zehnte Rechtsextremist im Freistaat. Mit rund 1000 blieb die Zahl der als besonders gewaltbereit eingestuften aber in Bayern konstant. Anders als in früheren Jahren organisieren sich die Rechtsextremen weniger in Parteien wie der NPD, sonder vermehrt in immer loseren Bündnissen. Alle würden verstärkt das Internet für ihre Aktionen nutzen. Zudem sei „eine niedrige zweistellige Zahl von Mitgliedern der AfD in Bayern bekannt, die Verbindungen in die rechtsextremistische bzw. verfassungsschutzrelevante islamfeindliche Szene bzw. in die Reichsbürgerszene aufweisen“, heißt es im Bericht.

dpa

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