Streik legt U-Bahn in München lahm

28.09.2020, Bayern, München: Ein Krankenhaus-Mitarbeiter nimmt vor dem Klinikum Schwabing an einem Warnstreik teil.
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28.09.2020, Bayern, München: Ein Krankenhaus-Mitarbeiter nimmt vor dem Klinikum Schwabing an einem Warnstreik teil. Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat.

Nach dem Kita-Streik ist der Münchner Nahverkehr dran: Aufgrund eines Warnstreiks wird heute der Betrieb der Münchner U-Bahn ab Betriebsbeginn komplett eingestellt. Erst ab etwa 18 Uhr könne der Verkehr langsam wieder aufgenommen werden, kündigte die Münchner Verkehrs-Gesellschaft (MVG) an.

Der Betrieb der U-Bahn soll an diesem Dienstag, 29. September, bis 18 Uhr eingestellt bleiben. Nur Busse und Straßenbahnen sollen fahren – das aber stark eingeschränkt. Die MVG versucht, einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten. Zu den Trambahnen hieß es: „Wie viele Fahrzeuge wo eingesetzt werden können, steht erst ab Dienstagmorgen fest.“

Bei den Bussen solle „auf möglichst vielen Linien“ ein 20-Minuten-Takt organisiert werden.

Busse sollen fast alle fahren

S-Bahnen und MVV-Regionalbusse werden nicht bestreikt, mit Ausnahme von Freising, wo laut MVV die Stadtbusse betroffen sein könnten. Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden nicht nur München, sondern in dieser Woche ganz Bayern erfassen. In Nürnberg etwa fahren ebenfalls weder Straßen- noch U-Bahnen. Am Montag waren vor allem München und Augsburg Zentren des Streiks. In München blieben laut Verdi etwa 1500 Beschäftigte der Arbeit fern. 60 Kitas mussten nach Gewerkschafts-Angaben schließen. Auch bei den Krankenhäusern, wo einige OP-Säle schlossen, und den Stadtwerken gab es Ausstände.

Kommentar: Verdi-Streik mit harten Bandagen

In München etwa demonstrierten Mitarbeiter einer Klinik mit Plakaten für mehr Geld. „In manchen Teilen sind es ein paar Stunden, in anderen Teilen ist es der ganze Tag“, sagte der Gewerkschaftssprecher in Bayern, Hans Sterr, zur Dauer der Aktionen. „Es wird eine lebhafte Woche bleiben.“

Verdi hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für 87 000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen. Die Arbeitgeber stünden einer solchen einheitlichen Regelung ablehnend gegenüber. dw/dpa

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