Löwenkot im Gläschen: Ärger ums Geschäft mit dem Geschäft

Martin Lacey, Löwen- und Tigerdompteur im Circus Krone, steht neben seinem Löwen King Tonga und hält dabei ein Glas mit Löwenkot in den Händen, das der Circus Krone verkauft.
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Martin Lacey, Löwen- und Tigerdompteur im Circus Krone, steht neben seinem Löwen King Tonga und hält dabei ein Glas mit Löwenkot in den Händen, das der Circus Krone verkauft. Die Exkremente können nach Angaben des Zirkus als Hausmittel verwendet werden, um andere Tiere abzuhalten. Nach Vorwürfen von Tierschützern lässt der Circus Krone den Kot seiner Löwen allerdings überprüfen.

Der Circus Krone füllt die Hinterlassenschaften seiner Löwen ab und verkauft den Kot. Nach Vorwürfen von Tierschützern lässt der Circus Krone den Dung jetzt allerdings überprüfen. Es geht um einen angeblich multiresistenten Keim!

Stimmt schon: Geld stinkt in der Regel nicht. Wer aber Geld verdienen will, muss manchmal trotzdem ein robustes Geruchsempfinden haben. Zum Beispiel Martin Lacey, der Chef des Circus Krone, der für seine Raubkatzen-Dressur bekannt ist.

Corona-Pandemie Anlass für Idee

Während der Corona-Pandemie kam dem Zirkus-Mann die Idee, den Kot seiner Löwen professionell an den Mann zu bringen. Damit ist Lacey offenbar in eine Marktlücke gestoßen: Das Geschäft mit dem Geschäft läuft so gut, dass der Zirkus jetzt einen kleinen Laden aufgestellt hat! Direkt vor dem Krone-Bau an der Marsstraße in München gibt’s den Löwenkot jetzt immer montags bis freitags von 10 Uhr bis 14 Uhr zu kaufen – für 5 Euro pro Schraubglas. Die Einnahmen fließen in den Lacey Fund, einem Verein zur Verbesserung der Bedingungen in Tierhaltungen, der von Martin Lacey gegründet wurde.

Ein Verkaufsstand für Löwenkot steht vor dem Haupsitz des „Circus Krone“.

Schon zum Verkaufsschlager entwickelt

„Der Löwenkot hat sich zu einem Verkaufsschlager entwickelt“, sagt Lacey. „Ich hatte mir vorgenommen, ab dem zweitausendsten Glas eine eigene Verkaufsfläche zu eröffnen. Mit unserem Werkstatt-Team haben wir uns über eine Konstruktion unterhalten, die ins Auge sticht. Wir haben den Shop auf den Namen Mr. Poo getauft, denn er sieht aus wie der bekannte Kothaufen-Emoji in übergroßer Dimension. Das ist ein Hingucker, der hoffentlich für Spaß sorgen wird. Wir sind ein Zirkus und möchten auch in schwierigen Zeiten für Schmunzeln sorgen!“

Löwenkot: Seine Wirkung liegt im Gestank

Das Geheimnis des Erfolgs liegt im strengen Geruch des Löwenkots. Denn: Damit soll man etwa beißfreudige Marder abschrecken können, wenn man das geöffnete Schraubglas in die Nähe seines Autos stellt. Oder Haus-Katzen aus Blumenbeeten vertreiben.

Tierschützer: Löwenkot ist lebensgefährlich

Doch nun liegt Ärger in der Luft: Auf Facebook hat eine Tierschützergruppe namens „Aktionsgruppe Tierrechte Bayern“ verbreitet, sie hätte im Raubtierkot einen multiresistenten Keim entdeckt. Die Aktivisten hätten mehrere Gläser mit Kot labortechnisch untersuchen lassen: “Die Veterinärmediziner stellten dabei einen hochgradig resistenten Keim, eine Unterart des bekannten Krankenhauskeims, fest.“ Und weiter: „Mit dem Ausbringen des Löwenkotes im Garten und anderen Orten, kann der Keim auf Haustiere, Wildtiere oder den Menschen übertragen werden. Eine Behandlung mit einem passenden Antibiotikum gestaltet sich dann als schwierig.“

Cicus Krone lässt Löwenkot im Labor testen

Ist das Wundermittel damit gefährlich? Circus Krone lässt seinen Löwendung jetzt selbst überprüfen. Das Ergebnis soll in einigen Tagen vorliegen. Lacey vermutet hinter der Keim-Meldung eine der üblichen Attacken der Tierschützer. Der Circus Krone steht seit langem aufgrund der Wildtier-Darbietungen im Feuer von Tierschützern.

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