Mountainbiker stressen Alpenverein

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Mit dem Rad in die Berge – fast jedes zweite Alpenvereins-Mitglied ist bei Ausflügen gern mit dem Mountainbike unterwegs. Doch das sorgt auch für Probleme. Foto: picture-Alliance

Die Mitglieder des Alpenvereins verbringen ihre Zeit nicht nur in den Bergen, sondern auch gerne in Boulder-Hallen, wie eine Befragung ergeben hat. Oder auf dem Mountainbike. Und das stellt den DAV vor neue Herausforderungen.

Mitgliederbefragung des DAV

Von Dominik Göttler

München – Mountainbiking und Indoor-Bouldern sind die Trendsportarten unter den Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins. Das ergab eine Mitgliederbefragung innerhalb der größten deutschen Bergsteigervereinigung, an der rund 5000 Mitglieder teilnahmen. Demnach besucht mittlerweile fast jeder Vierte unter den Befragten regelmäßig eine Boulder-Halle, um darin ohne Seilsicherung in geringer Höhe zu klettern.

Zum Mountainbike greifen die DAV-Mitglieder schon seit einigen Jahren gerne und oft – und die Begeisterung hält an. Mittlerweile gab fast jeder Zweite an, diese Sportart aktiv auszuüben. Nur Bergwandern und Bergsteigen wurden häufiger genannt. „Das Mountainbikefahren gehört zu unseren Kernsportarten“, sagt Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter Alpine Raumordnung beim DAV. Die Beliebtheit dieser Sportart stelle den DAV aber auch vor Probleme. „Besonders E-Bikes und Pedelecs bringen Personen mitunter in ein Gelände, dem sie nicht gewachsen sind“, sagt Mair. Hier müsse der Alpenverein Aufklärungsarbeit leisten.

Zudem befinde sich der Verein in einem Dilemma, was die Ausstattung der Hütten angeht. Immer mehr E-Bike-Fahrer würden bei ihren Zwischenstopps gerne ihren Akku aufladen. „Es kann aber nicht sein, dass deswegen die Wanderer nicht mehr duschen oder kochen können, weil der Strom verbraucht ist“, kritisiert Mair. Er sprach sich deshalb gegen E-Bike-Ladestationen auf DAV-Hütten aus. Anfang März will der Alpenverein in einem Bergforum beraten, wie sich die Konflikte aus dem Mountain-bike-Trend lösen lassen.

Die Befragung ergab auch, dass mehr DAV-Mitglieder die Bergreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln antreten. Mit mehr als 70 Prozent ist der Anteil der Auto- und Wohnmobilfahrer aber immer noch dominierend. DAV-Präsident Josef Klenner sprach deshalb von einer „erfreulichen Tendenz“, die aber noch verstärkt werden müsse.

Auch in diesem Jahr konnte der Alpenverein wieder einen Mitglieder-Rekord vermelden: Inzwischen haben sich mehr als 1,2 Millionen Menschen dem Verein angeschlossen. Dabei steigt der Anteil der Frauen seit Jahren – mittlerweile machen die weiblichen Mitglieder mehr als 42 Prozent aus. Zudem steigt der Anteil der jungen Mitglieder in der Altersgruppe von 19 bis 26 Jahren. Besonders hoch ist die Zuwachsrate in den neuen Bundesländern. Nach wie vor stammen aber rund die Hälfte aller Mitglieder aus Bayern.

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